Zwönitzer Projekt zu 3D-Audio geht leer aus

Bürgermeister enttäuscht - Umbau-Pläne für alten Speicher nicht gefährdet

Zwönitz.

Große Enttäuschung in Zwönitz: Die Stadt ist bei der Vergabe von Fördermitteln des Bundesbildungsministeriums in Millionenhöhe leer ausgegangen. Mit Hilfe des Geldes sollte ein Forschungsprojekt namens "3D-Audio: Neue Perspektiven für das Hören" in der Alten Bergstadt vorangetrieben werden. Dafür hatten sich gut 70 Partner zusammengeschlossen, neben der Stadtverwaltung Unternehmer und Ärzte, ebenso wie Wissenschaftler, etwa von der Technischen Universität in Chemnitz. Ihr Ziel: Das Erzgebirge zu einer Modellregion für sogenannte 3D-Klänge zu entwickeln.

Auf gut 15 Millionen Euro an Fördermitteln hatte das Netzwerk insgesamt gehofft. Doch daraus wird vorerst nichts. 20 ostdeutsche Bündnisse hat das Ministerium in seiner Endauswahl berücksichtigt, doch das Zwönitzer ist nicht darunter. Der Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU) sagt dazu: "Die Enttäuschung ist natürlich groß. Wir waren mit viel Herzblut dabei." So hatte die Stadtverwaltung gehofft, dass das Forschungsnetzwerk eines Tages seines Sitz in Zwönitz hat, genauer im alten Speicher.

Christoph Ulrich

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Den will die Stadt in den nächsten Jahren für rund zehn Millionen Euro zu einem Innovations- und Gewerbezentrum mit 4500 Quadratmetern Flächen umbauen. Triebert dazu: Dass das Netzwerk 3D-Audio leer ausgegangen ist, habe auf die geplanten Bauarbeiten aber keinen Einfluss. Er geht davon, dass dennoch ein Institut in das Gebäude ziehen wird. "Wenn auch vielleicht zwei Nummern kleiner", erklärt er. "Wir werden den Kopf jedenfalls nicht in den Sand stecken."

Triebert kündigt an, dass sich die Netzwerkpartner um andere Fördergelder bewerben wollen. "Wir haben so tolle Ideen und Produkte in petto. Wir machen auf jeden Fall weiter." Mit einer großzügigen Förderung aus Berlin wäre "es aber schneller gegangen", sagt er.

Das Hauptaugenmerk des 3D-Audio-Projektes liegt auf der Entwicklung von Therapiemethoden, beispielsweise für Krankheiten wie Demenz. Denn durch das Hören dreidimensionaler Klänge, heißt es, würden im Gehirn Areale aktiviert, die helfen, die Symptome der Krankheit zu lindern. Dafür arbeiten die Netzwerkpartner unter anderem an neuartigen Klangwänden, die solche Geräusche erzeugen können.

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