90-Jährige stößt mit dem Rathaus-Chef aufs neue Jahr an

Rund 300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, und Sport sind am Donnerstag der Einladung des Plauener Oberbürgermeisters zum traditionellen Neujahrsempfang gefolgt. Ralf Oberdorfer hatte gleich mehrere Neuigkeiten im Gepäck.

Plauen.

Es war eine Premiere: Zum ersten Mal ist der traditionelle Neujahrsempfang des Plauener Oberbürgermeisters Ralf Oberdorfer (FDP) im Vogtlandtheater über die Bühne gegangen - und das gleich am 2. Januar. "Es ist ein echter Neujahrsempfang", sagte Oberdorfer am Donnerstag zu rund 300 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Vereinsleben. In seiner Ansprache lieferte das Stadtoberhaupt nicht nur einen Überblick über die wichtigsten Vorhaben für 2020, sondern es richtete zugleich Dankesworte an viele engagierte Plauener - und einen Überraschungsgast gab's diesmal auch:

Dank an Ehrenamtler: "Was wäre das Vogtland ohne Sie im Ehrenamt? Vielleicht nur eine bewaldete Hügellandschaft." Mit diesen Worten würdigte Ralf Oberdorfer den Einsatz vieler Freiwilliger, die tatkräftig für Plauen mit anpacken - und das in den unterschiedlichsten Bereichen wie Sport, Jugend, Soziales, Natur- oder Umweltschutz. Stellvertretend nannte er die inzwischen 90-jährige Ruth Müller-Landauer, die im Herbst zur Ehrenbürgerin ernannt worden war. Bis heute gibt das Plauener Original Kindern Tanzunterricht. "Tanzen hält jung! Wir sollten uns dieses Jahr öfter auf den Parketts im Vogtland austoben", sagte der OB zu den Gästen.

Vorstoß fürs Theater: 20 Jahre nach der Fusion der einst eigenständigen Theater Plauen und Zwickau soll der gemeinsame Vertrag entfristet werden. Diesen Vorschlag äußerte der OB zum Neujahrsempfang erstmals in der Öffentlichkeit. "Keiner kann es in Zukunft mehr alleine machen. Es wäre an der Zeit, eine Entfristung des Theatervertrags ins Spiel zu bringen", sagte er. Der Vertrag gilt in der Regel für wenige Jahre und wird zwischen den beiden Städten jeweils neu ausgehandelt - vor allem die Finanzierung des Kulturbetriebs bietet dabei immer wieder Anlass für Diskussionen. Intendant Roland May kann Oberdorfers Entfristungs-Vorstoß deshalb viel abgewinnen: "Eine gute Idee, das bringt Berechenbarkeit und einen längeren Zeitraum zum Planen."

Bürgermeisterwahl im Mai: Der Plauener Stadtrat wählt voraussichtlich im Mai den neuen Baubürgermeister. Am Freitag kommender Woche endet die Bewerbungsfrist. Der OB setzt auf "zwei, drei, höchstens vier Kandidatinnen oder Kandidaten". Die neue Wahlperiode beginnt am 1. September.

Mehr Zuzug als Ziel: 58 Menschen sind im vergangenen Jahr in Plauen eingebürgert worden. "Das sind sehr wenig, leider", sagte Oberdorfer. Er forderte die Gäste auf, Ausländern Mut zumachen, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. "Wir dürfen Einwanderung nicht als etwas Fremdes sehen, sondern als Bereicherung. Wer Ausländern und Flüchtlingen ein kaltes Herz zeigt, schadet sich selbst."

Appell für neue Industrieflächen: Die Plauener Wirtschaft sieht der Stadtchef gut aufgestellt - die Zeiten einer Monokultur seien vorbei. Viele kleine und mittelständische Unternehmen seien erfolgreich am Markt, bauten Personal auf und investierten. "Das machen die Unternehmen richtig", so der OB. Zugleich erneuerte er seinen Appell, neue Industrieflächen nicht zu verhindern - etwa an der A 72 bei Oberlosa. "Die Fläche ist weit entfernt von der Wohnbebauung, weiter als gesetzlich vorgeschrieben." Auch mit Blick auf die Verkehrsverbindung zwischen Ober- und Unterlosa zeigte er sich optimistisch: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass am Ende alles gut wird."

Überraschungsgast des Tages: Für die Lacher des Nachmittags sorgte die Plauenerin Therese Langhof-Thomas alias "Resi", die in Mundart die Steigerung des vogtlandtypischen "Sau" zum Besten gab - die Gäste sprachen im Chor mit. Die Figur "Resi" ist regelmäßig in der Vogtland Latenight Show auf der Kleinen Bühne des Theaters zu erleben. Ralf Oberdorfer: "Ich wünsche ihr, dass sie eines Tages nicht nur die Kleine Bühne, sondern das große Haus füllt."

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