Wenn eine Vermutung zum Brauch wird

Auflösung Fotorätsel 1233: Woher kommt der Brauch, Fenster und Stuben im Advent mit Lichterbögen zu schmücken? Viele wussten die Antwort. Neue Erkenntnisse lassen aber aufhorchen.

Plauen.

Eigentlich war die Frage, woher der Brauch der Schwibbögen stammt, überflüssig. Der traditionsbewusste Vogtländer weiß, dass dieser Advents- und Weihnachtsschmuck vom Bergbau kommt. So haben es die meisten Rätselfreunde geschrieben. Im Buch "Engel und Bergmann, Weihnachten im Erzgebirge" (1995) von Manfred Blechschmidt ist zu lesen: "Wenn ein Bergjahr glücklich zu Ende gegangen war, hängten die Bergleute ihre Blenden an den großen hölzernen Schwebebogen am Stolleneingang."

Das ist die am weitesten verbreitete Erklärung für den Ursprung des Schwibbogens. Er stelle auch den Himmelsbogen dar, lautet eine weitere Deutung. Die heutigen Bögen sind meist aus Holz oder Metall mit verschiedener Symbolik unter der Wölbung. Der älteste der kleinen handlichen Schwibbögen stammt aus dem Jahre 1740 (Foto), er wurde aus Schmiedeeisen hergestellt und stammt aus Johanngeorgenstadt. Doch neue Erkenntnisse lassen aufhorchen. Der Direktor des Museums für Sächsische Volkskunst Dresden, Igor Jenzen, schrieb im "Magazin für Erzgebirgisches Kunsthandwerk": "Fast 200 Jahre lang war der heute bekannte Lichterbogen von Johanngeorgenstadt ein relativ beachteter Sonderfall. Die damals geäußerte Vermutung, dass die Bergleute bei der Mettenschicht ihre Lichter an den Stolleneingang gehängt hätten, führte erst im Nachhinein zu dem Brauch. Zuvor hatte es ihn nicht gegeben." Weiter heißt es, dass zur Hochzeit des Sohnes von Kurfürst August des Starken 1719 im Plauenschen Grund unter anderem ein Saturn-Tempel errichtet wurde: "Schaut man sich den Tempel auf den Kupferstichen aus jener Zeit an, sieht man eine hell erleuchtete Festarchitektur mit drei großen Arkaden, deren mit Fackeln besteckte Bögen zwischen vier mit Lampen bestückten Obelisken gespannt sind - es sieht tatsächlich aus wie Schwibbögen, flankiert von Pyramiden."

So oder so - der Schwibbogen ist ein Symbol der erzgebirgischen und vogtländischen Advents- und Weihnachtszeit und leuchtet Jahr für Jahr in den Fenstern und in größeren Ausführungen auch in Vorgärten und auf freien Plätzen.

Gewonnen haben Barbara und Gert Werner aus Plauen. Sie erhalten zwei Konzertkarten für den Auftritt von Vicky Leandros am Samstag, 14. Dezember im Saal des Bio-Seehotels Zeulenroda. Herzlichen Glückwunsch!

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