CFC-Vorstand zieht gegen Insolvenzverwalter vor Gericht

Präsident und Aufsichtsratschef wehren sich gegen Hausverbot und Suspendierung. Per Eilverfahren wollen sie sich wieder Zutritt verschaffen.

Die Auseinandersetzung zwischen CFC-Führung und Insolvenzverwalter Klaus Siemon spitzt sich zu. Jetzt soll das Gericht entscheiden, inwieweit das Hausverbot für Teile des Stadions und die Suspendierung, die Siemon gegen Vorstand Andreas Georgi und Aufsichtsratsvorsitzenden Uwe Bauch verhängte, rechtens sind. Georgi hat einen Antrag auf einstweilige Verfügung eingereicht, wie er der "Freien Presse" bestätigte. Bauch erklärte, den gleichen Schritt zu gehen. Wenn auch ähnlichen Inhalts, werden die Verfahren getrennt voneinander verhandelt. Die Richter entscheiden in Eilverfahren. Deren Entschluss hat solange Gültigkeit, bis in einem ordentlichen Verfahren, das sich im Regelfall anschließt, ein Urteil fällt. Georgi, selbst Anwalt, lässt sich in diesem Fall von einem Berufskollegen vertreten, der auf Insolvenzrecht spezialisiert ist, sagt er.

Siemon hatte die Suspendierung vor vier Wochen mit der Neustrukturierung der Gremien begründet, die in einem Insolvenzverfahren der Normalfall sei. Das würden Öffentlichkeit, Gläubiger und Sponsoren erwarten. Insbesondere die Person des Aufsichtsratsvorsitzenden, so Siemon, habe zu kontroversen Diskussionen geführt, Sponsoren hätten ihr Engagement davon abhängig gemacht. Da Bauch anwaltlich von Georgi vertreten werde, sei auch er suspendiert worden. Beide versichern jedoch, dass es kein Mandantenverhältnis gibt.

Ein von "Freie Presse" befragter Anwalt, der auf Insolvenzrecht spezialisiert ist, sieht Siemons Vorgehen skeptisch. Ein Insolvenzverwalter sei Herr über die Finanzen im Verein, dürfe aber nicht in Vereinsstrukturen eingreifen. Das ist auch Georgis Argumentation. Er werde daran gehindert, sein Ehrenamt auszuüben. Mit dem Zutrittsverbot zur Geschäftsstelle gelange er weder an Mitgliederdaten noch an Post, die dort eingehe. Ihren vorläufigen Höhepunkt hatte die Auseinandersetzung beim Fantreffen vor zwei Wochen gefunden: Auf Siemons Anweisung verwehrten Sicherheitsmänner dem Vorstandschef den Zutritt.

Laut Georgi habe es vor dem Antrag auf einstweilige Verfügung seinerseits einen Versuch gegeben, den Streit außergerichtlich zu klären. Auf ein entsprechendes Schreiben habe Siemon aber nicht reagiert und somit die Frist für eine gütliche Einigung verstreichen lassen.

Weshalb er darauf nicht einging und wie er die aktuelle Entwicklung bewertet, diese Fragen der "Freien Presse" ließ Siemon am Freitag unbeantwortet. Zuletzt hatte er über den CFC-Sprecher ausrichten lassen, dass er zu Vereinsinterna keine Stellung nimmt.

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