Campus-Flächen: Ministerium kritisiert Stadt-Beschluss

Die Uni soll das Bauland, das für sie in Bernsdorf reserviert war, nicht nutzen können. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Bernsdorf.

Das sächsische Finanzministerium hat die Entscheidung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses kritisiert, eine ursprünglich für die Technische Universität (TU) reservierte Baufläche für Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Der Beschluss entspreche nicht den bisherigen Anstrengungen des Ministeriums, eine langfristige bauliche und konzentrierte Entwicklung der Uni zu sichern, so der Sprecher. Das Finanzministerium bzw. dessen Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement ist für die Bauangelegenheiten der TU zuständig.

Der Bauausschuss des Stadtrates hatte Mitte August entschieden, den Bauplan für ein Areal an der Fraunhoferstraße zu ändern. Die betroffenen drei Hektar an der Wendestelle der Straßenbahn sollte bisher die TU für ihre Entwicklung nutzen. Doch weil das Land bei Unternehmen laut städtischem Wirtschaftsförderer CWE sehr begehrt ist, entschieden die Ausschussmitglieder mehrheitlich, das Land auch für die Nutzung durch Firmen zur Verfügung zu stellen. Während CWE-Chef Sören Uhle für die Sitzung eine Einladung erhalten hatte und den Stadträten erläuterte, weshalb die Baufläche wichtig für Unternehmensansiedlungen sei, hatte der Rektor der TU, Gerd Strohmeier, keine Einladung erhalten. Die Stadtverwaltung hatte dazu erklärt, dass der Verhandlungspartner in dieser Sache das Land sei und eine Einladung an den Rektor deshalb unangemessen wäre. Doch auch der Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement - und damit der Ansprechpartner für die Verwaltung - hatte nach Auskunft des Ministeriumssprechers keine Einladung zum Ausschuss bekommen.

Der Umgang der Stadtverwaltung mit der Uni und ihrem Rektor hat bei der TU-Leitung für Verstimmungen gesorgt. Gerd Strohmeier hatte zuletzt offen gelassen, ob er die neue Kooperationsrahmenvereinbarung zwischen Stadt und Uni, die unterschriftsreif vorliegt, unterzeichnen wird. Ursprünglich war vorgesehen, dass der Rektor den Vertrag in der nächsten Sitzung des Stadtrates Ende September unterschreibt. Zuvor seien Gespräche mit der Verwaltung nötig, hatte der Rektor erklärt.

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst wollte die Aussagen der Stadtverwaltung, der Rektor sei kein angemessener Verhandlungspartner, nicht kommentieren. Gleichzeitig verwies das Ministerium auf das "einzigartige Studienangebot" der Chemnitzer Uni und ihre Forschungsschwerpunkte vor allem in technischen und ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Sie leiste auch wichtige Aufgaben bei der Erfüllung der Daseinsfürsorge vor allem im Bereich der Lehramtsausbildung. "Die TU Chemnitz hat sachsen- und bundesweit sowie auch international einen sehr guten Ruf."

Die Frage, ob das Finanzministerium gegen den Beschluss zur Änderung des Bebauungsplanes an der Fraunhoferstraße bei der Stadtverwaltung intervenieren werde, wollte der Sprecher nicht ausschließen. Derzeit werde das Gespräch darüber mit der Stadt gesucht, die Vorbereitungen dazu liefen, erklärte der Sprecher.

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