Die Geschichte von Chemnitz - erzählt in 105 Kapiteln

Ein neues Buch beleuchtet die wichtigsten Punkte der Historie der Stadt. Für die 37 Autoren galt vor allem eines: Sie mussten sich kurz fassen.

Wenn eine Stadt Jubiläum feiert, ist ihr Archiv gefragt. Und da so ein Jubiläum selten überraschend kommt, hat Gabriele Viertel schon 2014 mit den Vorbereitungen für eine Veröffentlichung für 2018 begonnen, wenn Chemnitz 875 Jahre alt wird. Viertel war bis Oktober 2016 Leiterin des Stadtarchivs. Ihr Nachfolger, Paolo Cecconi, habe die Idee für das Buch auf seinem Schreibtisch vorgefunden - "und sie sofort unterstützt", sagt er.

Die Idee war, in einem Buch darzustellen, wie es die Stadt geschafft hat, so alt zu werden. Die Frage sollte vor allem mit Kostbarkeiten aus dem Stadtarchiv beantwortet werden. Aber auch Quellen aus anderen Archiven haben Eingang gefunden in das "Album der Chemnitzer Geschichte", wie das Buch nun heißt. Jeweils links ist ein Dokument abgebildet, das für ein maßgebliches Ereignis der Geschichte steht. Das kann zum Beispiel die Urkunde von 1143 mit der Ersterwähnung von Chemnitz sein, aber auch ein Foto aus Privatbesitz, das den Schweigemarsch vom 7. Oktober 1989 auf der heutigen Hartmannstraße zeigt. Rechts daneben erklärt ein Experte das Wichtigste zum Thema. Das sei für die 37 Autoren eine Herausforderung gewesen, erklärt Viertel. Denn sie mussten sich kurz fassen. "Jeder Satz ist ungeheuer aussagekräftig", so Viertel.

Zu den Autoren gehören Mitarbeiter des Stadtarchivs, aber auch andere Experten, die zu bestimmten Themen jahrelang auch im Stadtarchiv geforscht haben, darunter Prof.Friedrich Naumann, emeritierter Professor für Wissenschafts-, Technik- und Hochschulgeschichte der TU Chemnitz, oder der Luftfahrthistoriker Karl-Dieter Seifert. Auch Gabriele Viertel steuerte mehrere Beiträge bei. Darunter zu Stadtverfassung und -verwaltung im Mittelalter und der Frühen Neuzeit und über die ersten Mädchenschulen in Chemnitz, denn die Geschichte des Bildungswesens ist eines ihrer Spezialgebiete.

Insgesamt 105 Dokumente wurden für das Album zusammengetragen. Das älteste ist von 1143 und wurde von Sprachwissenschaftler Prof. Karlheinz Hengst kommentiert. Das jüngste ist ein Foto von Andreas Truxa und zeigt den Technologiecampus an der Reichenhainer Straße, zu dem Raymond Plache, Leiter des Staatsarchivs in Chemnitz, einen Beitrag über die Chemnitzer Wirtschaft nach der Jahrtausendwende schrieb. Das Buch, das wie ein Familienalbum zu verstehen sei, habe auch noch einen Vorteil, sagt Cecconi: "Es lässt sich auch von hinten nach vorn lesen."

Das Buch "Album der Chemnitzer Geschichte" erscheint in einer Auflage von 1400 Exemplaren. Es ist ab Donnerstag im Stadtarchiv und im Buchhandel für 22,50 Euro zu erhalten.

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