Stadtgeflüster : Ein Professor und die Torte im Uni-Look

Sahnige Überraschung zum Geburtstag, plötzlicher Wechsel im Vereinshaus und verheiratete Plattendreher in der Szene.

Lothar Kroll, Leiter der Professur für Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung sowie Direktor des Instituts für Strukturleichtbau und Koordinator des Exzellenzclusters "Merge" an der Technischen Universität Chemnitz, griff am Dienstag zum Messer. Und dann kratzte er damit an der Fassade des Uni-Gebäudes "Merge". Dabei war doch alles nur ein Spaß. Der Professor feierte im Hörsaalgebäude seinen 60. Geburtstag. Im Beisein seiner Frau, vieler Kollegen und Lehrender schnitt der Leichtbau-Experte eine schwere Kalorienbombe im Uni-Look an. Die Krawatte hielt er dabei so, dass sie nicht in die Torte fiel. Schließlich musste der Wissenschaftler den ganzen Tag eine gute Figur abgeben. Ein komplettes Festkolloquium unter dem Titel: "Innovationstreiber Leichtbau" hatten Krolls Kollegen für ihn an der Uni ausgerichtet. Verwaltungsbesuch inklusive: Sachsens Wissenschaftschefin Eva-Maria Stange brachte ebenso Gratulationen wie der Chemnitzer Baubürgermeister Michael Stötzer. Stange betonte: Für die Leistungen und Errungenschaften im Leichtbau sei die TU Chemnitz dank Kroll über Sachsen hinaus bekannt und werde dafür respektiert. Dass Leichtbau nicht nur ein Thema für die Forschung sei, machte auch Thomas Schmidt, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, deutlich. Sein Ministerium sei stark an Leichtbau-Lösungen zur Anwendung in der Landwirtschaftstechnik interessiert. Besonders berührende Worte hatte Wolfgang Nendel, ebenfalls Professor, in Vertretung für Krolls Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden. Er meinte: "Dein niemals zu bremsender Elan und Deine Visionen zu ständig neuen wissenschaftlichen Herausforderungen sind beispielgebend."

Cynthia Kempe-Schönfeld, Pädagogin, ist die neue Chefin des soziokulturellen Vereins Kraftwerk. Zum 1. April habe sie den Posten übernommen, gab sie jetzt in einer Mitteilung bekannt. Die 40-jährige Chemnitzerin ist verheiratet, Mutter einer vierjährigen Tochter und hat in den vergangenen Jahren in Kultureinrichtungen wie dem Schloßberg-, dem Industriemuseum und dem vereinsbetriebenen Spielemuseum gearbeitet.

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Ute Kiehn-Dziuballa (Foto), bisherige Leiterin des Vereins "Kraftwerk", hatte mit der Nachricht ihres Rückzuges überrascht. Sie will künftig mehr Zeit für das Privatleben haben und sei überzeugt, dass der Verein nach 20Jahren unter ihrer Leitung durch eine jüngere Kollegin neue Impulse erhalten würde. "Mich fragen jetzt ständig Freunde, ob es mir gut gehe", sagte sie am Freitag. "Natürlich geht es mir gut. Man muss nur auch mal Aufgaben ab- und in neue Hände geben können." Bis zum Jahresende wolle Ute Kiehn-Dziuballa ihre Nachfolgerin unterstützen. "Ich möchte ihr aber weder reinreden, noch muss ich Stütze sein. Mir geht es um eine geordnete Übergabe." Zudem stelle sie gern ihre gesammelten Erfahrungen bereit. Im September soll es eine große Abschiedsparty geben. "Bis dahin teilen wir uns ein Büro und ich freue mich über etwas mehr Freizeit", so die bisherige Vereinschefin.

Sandy und Marcel Eichhorn, Plattendreher des "Duo Heckhorn", drehten jetzt wieder die Regler bei einer Party hoch. Zur "Nacht der sieben Sinne" wippten sie im Fliesenhaus auf der kaßberg'schen Henriettenstraße hinter den Monitoren. Bei der regelmäßig stattfindenden Leistungsschau sinnebetörender Unternehmer - darunter Lichtmedien-Produzent Wolfram Junge, Klangwelt-Inhaber Tobias Kimmer und Gastronom David Kaminski - legte das Chemnitzer Duo zum dritten Mal in Folge auf. Dort wurden sie einst auch für den Opernball entdeckt, bei dem sie nun schon zweimal hintereinander den musikalischen Nachtschwof in der Bar regelten. Inzwischen dürfte die beiden Musiker wohl jeder, der in der Szene unterwegs ist, schon mal gesehen und gehört haben. Das Ehepaar, sie ist im Alltag Grafikerin bei einem Stadt-Magazin, er im Einzelhandel tätig, legt nämlich regelmäßig im Aaltra auf, im Atomino, bei den 100-Meter-Sommerfesten auf der Franz-Mehring-Straße. Inzwischen reisen sie mit ihren Plattenkoffern aber auch über die Stadtgrenzen hinaus. Sie legen in diesem Frühjahr im Weinberg an der Saale-Unstrut auf, bei einem Großbauprojekt in Pirna, zu Hochzeiten in Leipzig. "Manchmal gehen wir deshalb etwas müde zu unserer eigentlichen Arbeit", sagte Sandy Eichhorn. "Unsere Chefs haben aber Verständnis." So harmonisch geht es bei den plattendrehenden Eheleuten selbst nicht immer zu. Wenn es sich um den Rausschmeißer des Abends dreht, dann sind sich die "Heckhorns", der Name ist ein Wortspiel aus dem Nachnamen Eichhorn und ihrem Mädchennamen Heckler, nicht immer einig. "Einer will Musik von Limp Bizkit spielen, der andere von Blur - durchsetzen kann sich einer von uns aber immer", so Sandy Eichhorn.

Hendrik Heidler, Autor aus Scheibenberg, hatte immer schon von Kindesbeinen an ein Faible für Kräuter. Nun hat er den Pflanzen ein Buch gewidmet. Es heißt "Das neue Kräuterbuch - Heimische Heil- und Küchenpflanzen". Vorgestellt hat Heidler es am Freitagnachmittag vor 70 Zuhörern im Verlagshaus der "Freien Presse" - passenderweise in der Betriebskantine. Dorthin hatte er auch seine Frau Susann Heidler mitgebracht. Denn auch sie schwört auf die Kraft der Kräuter. Gemeinsam betreiben die beiden eine Praxis mit dem Namen "Traumzeit". In ihrem Buch erklären sie, wie heimische Heil- und Küchenkräuter Krankheiten und körperliche Beschwerden lindern können.

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