Stadtgeflüster: Theaterplakate neu inszeniert

Zwei Kalender für viele Jahre, eine Auszeichnung für die Uni und eine Erinnerung an die Zeit in Finnland.

Steffen Volmer, Chemnitzer Künstler, steht derzeit im Fokus wie kein anderer seiner Chemnitzer Kollegen. Die Kunstsammlungen zeigen im Vorfeld seines 65. Geburtstages im Februar seine große Ausstellung "Passion". Am 18. Dezember wird im Museum dazu der flankierende Katalog präsentiert. Für den hatte er noch bis kurz vor Druckschluss mit Grafikern, dem Fotografen und Autoren gefachsimpelt. Und trotz der aufwendigen Vorbereitung zu diesem Ausstellungsmarathon nahm er sich in diesem Jahr auch noch die Zeit, ein Herzensprojekt voranzutreiben. Vor wenigen Tagen erschien der neue Theaterkalender. In Anlehnung an Inszenierungsplakate aus Künstlerhand, wie sie vor vielen Jahren noch regelmäßig aufgelegt wurden, gab Generalintendant Christoph Dittrich diesmal einen grafischen Kalender in Auftrag. Die gesamte Organisation der Herstellung managte Steffen Volmer mit seinem Kollegen Peter Kallfels. Ab dem heutigen Samstag gibt es das Ergebnis zu sehen. Die Arbeiten, die den Monatsmotiven zugrunde liegen, sind in den Seitenfoyers des zweiten Rangs im Opernhaus ausgestellt. Wer Lust hat, kann in den Pausen zwischen Bühnenkunst nun auch Bildende Kunst genießen. Zu kaufen gibt es die Kalender - die Auflage umfasst zunächst 500 Stück - direkt an den Theaterkassen. "Es ist eine wunderbare Gelegenheit, die schönsten Momente der Theaterspielzeit in monatlich wechselnden Eindrücken zu genießen", so Dittrich. "Meine Frau und ich haben den Kalender schon zu Hause hängen. Er ist übrigens auch eine schöne Geschenkidee für Weihnachten." Erarbeitet wurden die kalendarischen Theaterplakate von Mitgliedern des Vereins "Kunst für Chemnitz". Neben den Organisatoren Steffen Volmer und Peter Kallfels schufen unter anderem Dagmar Zemke, Klaus Süß, Thomas Ranft und Gastkünstler Jan Kummer Werke. Weil der Kalender ohne die Tagesdaten des Jahres 2020 auskommt, dafür eine reine Monatseinteilung zeigt, kann er auch in den Jahren nach 2020 noch an der Wand hängen bleiben.

Osmar Osten, ebenfalls Chemnitzer Künstler, ist auch mit einem Druck im Theaterkalender vertreten. Bereits am vergangenen Dienstag präsentierte er gemeinsam mit anderen Künstlern jedoch noch einen weiteren Kalender. Nämlich den mit Originalen bestückten Chemnitzer Grafikkalender. Er entstand in Zusammenarbeit der Künstler aus dem Gemeinschaftsatelier für künstlerische Druckgrafik über dem Kulturraum Lokomov. Die Leitung dazu hatte Kunstdrucker Anatoli Budjko vom Projekt "Druckstock" übernommen. Im vergangenen Jahr hatte Politiker Frank Müller-Rosentritt einen solchen Kalender gekauft - er kostete wie auch diesmal 365 Euro, sozusagen einen Euro pro Tag. Von seinem Kunst-Fang war Müller-Rosentritt danach so begeistert, dass er die diesjährige Kalenderauflage nun mit einer Vernissage in seinem Chemnitzer Büro feierte. Anatoli Budjko nutzte die dortige Präsentation, um eine Ausstellung zu kuratieren, die auch nicht im Kalender veröffentlichte Arbeiten der Künstler zeigt.

Mario Steinebach, Pressesprecher der Chemnitzer Uni, konnte jetzt eine besonders schöne Nachricht in die Tasten hauen und um die Welt schicken: Die TU Chemnitz wurde mit dem Preis für Hochschulkommunikation 2019 "Intern kommunizieren - nach außen wirken" in Hamburg ausgezeichnet. Der von der Hochschulrektorenkonferenz und dem Verlag "Die Zeit" gemeinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung verliehene Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. In der Begründung hieß es, die TU fördere die breite Unterstützung der Mitglieder der Universität für die Grundwerte Teilhabe, Zusammengehörigkeit und Weltoffenheit - vor allem im Rahmen ihres Konzepts der "Uni-Familie". Nach den Ausschreitungen in Chemnitz 2018 hätte sich die Universität sehr eindrucksvoll gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit gewandt.

Hans Brinkmann (Foto), Dichter und Autor, hat einige Wochen als Stadtschreiber in der finnischen Partnerstadt Tampere verbracht. Nun ist er zurück und erinnerte sich in dieser Woche in der Galerie Weise an die Zeit. Er habe es vor allem genossen, von seinen Gastgebern durch die Kulturszene im hohen Norden geführt zu werden. Und er erzählte davon, dass sich die Finnen noch immer an einen anderen Besuch aus Chemnitz erinnern, nämlich den von Künstlerin Lydia Thomas. Auch sie hatte vor einiger Zeit künstlerisch in Tampere gearbeitet. Von seinen schriftstellerischen Eindrücken wird Brinkmann am 9. Dezember um 19.30 Uhr in der Galerie Laterne erzählen.

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