Streitbare Doku über Chemnitz

Ein Jahr nach den Ausschreitungen ist der MDR der Frage nachgegangen, wie sich die Stadt verändert hat. An der Auswahl der Protagonisten scheiden sich die Geister.

Chemnitz.

Zum Eklat war es schon Tage vor der Filmpremiere gekommen - als die vom MDR im Anschluss geplante Podiumsdiskussion platzte, weil erst die Grünen ihre Teilnahme absagten, dann die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD). Grund: Auf dem Podium sollte auch Arthur Österle sitzen, einer der Protagonisten der MRD-Doku über die Folgen der Ausschreitungen in Chemnitz nach dem Tod von Daniel H. Ein Jahr danach geht die Doku der Frage nach, wie sich die Stadt verändert hat. Gezeigt wird dies aus unterschiedlichen Perspektiven. Österle war damals als Ordner bei den Aufmärschen der rechtsextremen Organisation Pro Chemnitz im Einsatz. Inzwischen ist er Mitglied der AfD und sitzt im Gemeinderat in Burkhardtsdorf nahe Chemnitz.

Nach der Vorpremiere am Donnerstagabend im Chemnitzer "Cinestar" gab's stattdessen nun einen Meinungsaustausch mit Machern und Verantwortlichen des MDR. Doch an dem Streitthema kamen auch sie nicht vorbei: Österle befand sich unter den rund 200 Zuschauern und bat auch prompt um das Mikro. Seinen Respekt gegenüber dem MDR wolle er zum Ausdruck bringen - darüber, dass im Film die unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen gespiegelt würden. Er sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Zugleich warf er mit Blick auf die abgesagte Podiumsdiskussion den MDR-Leuten vor, "nicht ehrlich" über die Veranstaltung zu sprechen. Ein Vorwurf, den Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi nüchtern konterte: "Wenn ich keine Runde mehr habe, kann ich auch keine machen. Die Idee ist nicht aufgegangen."


Eine gute dreiviertel Stunde Diskussion mit dem Publikum kam letztlich zustande. Kritik gab es - natürlich. Ein Zuschauer schimpfte, dass Leute wie Österle im Film zu Wort kommen. "Solchen Leuten so viel Spielraum zu geben, das ist nicht richtig. Sie haben der Stadt geschadet, haben sie in schlechten Ruf gebracht", sagte er. MDR-Redakteurin Antje Riediger hielt dagegen: Die Figur Arthur Österle sei gut für die Doku. "Wir sind der Meinung, dass der Film ein sehr guter Spiegel der Realität ist. Man kann nicht einfach eine Stück wegschneiden."

Die Frage, wer in solch einer Doku zu sehen sein sollte, war einer der zentralen Diskussionspunkte an dem Abend, aber nicht der einzige. Es geht auch darum, wer zur bürgerlichen Mitte gehört und wer nicht, um die Spaltung der Bevölkerung und fehlende Hintergründe im Film über rechtsradikale Entwicklungen. Olfa Kanoun - Professorin an der TU Chemnitz und ebenfalls im Film zu sehen - sagte aber auch: "Die Stadt ist sehr schön. Die meisten Chemnitzer haben ein großes Herz."

Als am Schluss Arthur Österle noch einmal um das Mikro bat, zeigte sich die Moderatorin alles andere als begeistert: "Ich hätte ungern, dass Sie das letzte Wort haben." Österle durfte zwar dennoch ans Mikro. Doch das letzte Wort bekam dann doch ein anderer: Lars Fassmann, Unternehmer und Immobilienbesitzer. Auch er kommt in der Doku vor. Er gab dem Publikum einen Satz zum Nachdenken mit auf den Nachhauseweg: "Die Frage, die ich in den Raum stellen möchte, ist: Wem nützt eigentlich die Spaltung der Gesellschaft?"

Die MDR-Doku "Chemnitz - Ein Jahr danach" läuft am Montag ab 22.45 Uhr im Ersten sowie am Mittwoch, 20.45 Uhr im MDR.

Bewertung des Artikels: Ø 3.7 Sterne bei 6 Bewertungen
31Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    2
    Interessierte
    10.09.2019

    Stimmt , das ist schon schlimm , wenn unfähige Menschen Sachen entscheiden , womit sich Vieles in eine Richtung entwickelt , die die nicht vorausschauen konnten und ihnen nun schadet und aber die Fehler nicht bei sich selbst suchen , sondern auf diese Entwicklung einprügeln ....
    Vielleicht lese ich mal diese 28 Kommentare …

  • 2
    1
    OlafF
    10.09.2019

    @Interessierte: Mit der Skandalisierung von politischer Frustration in Form von Bebilderung einer Bevölkerung, welche rechtsextremistisches Gedankengut zunehmend toleriert, ändert man die Probleme an sich, nicht, sondern verschärft sie nur, mit allen dazugehörigen Ressentiments. Wie man sieht, ist das Interesse bestimmter Medien, die eigentlichen Probleme aufzuzeigen, sehr begrenzt. Sondern hier geht es darum, nicht die Gründe von Fehlentwicklungen, sondern die Folgen von Fehlentwicklungen zu bekämpfen. Über die Vorgehendweise und die Gründe der Vorgehensweise von bestimmten Qualitätsmedien kann man sich in den vorangegangen Kommentaren mit ihren dazugehörigen Quellen eine Meinung gebildet.

  • 6
    3
    Interessierte
    09.09.2019

    Da kam in "SternTV" am Mittwoch gleich zu Beginn wieder ein Beitrag über Chemnitz mit der jungen Frau von "1933" , Kliese ?
    Sie hatte geweint wegen ´ihrer` Stadt , dabei ist das gar nicht ´ihre` Stadt , nisch wahr , Frau Diestelblack , da gibt es auch noch Menschen mit einer anderen Meinung ….

    Aber was da auf dem Tietz-PP los war , der Sprecher , der hatte Recht , der hatte alles aufgeführt , was bisher passiert war , aber das wollen eben viele nicht hören ; woher kommt er denn , war das ein Chemnitzer oder ein Zugereister ?

  • 4
    1
    OlafF
    09.09.2019

    Die Medien als Informationsquelle sind als solche nicht grundsätzlich schlecht. Die Auswahl kann der Nutzer bestimmen, indem zugegeben mit etwas Mühe, auf diejenigen Themen und Angebote zurückgreift, welche ihm am interessantesten und objektivsten erscheinen und er kann intensiv durch Hinterfragung die Glaubwürdigkeit des Inhaltes überprüfen.

    *sinngemäß Vera F. Birkenbihl (Vortrag/Diskussion über Medien) https://youtu.be/l8VQkWi3xao

    Auch, wenn es in dem Vortrag überwiegend die Skandalisierung von Einzelpersonen und nicht einer ganzen Stadt und später des gesamten Ostens erklärt wird, so erklärt sich darin vieles von selbst.
    Kurz vor Schluss von „Die Meute“ ,der im vorangehenden Kommentar erwähnten ARD-Dokumentation, doch noch eine kurze Reflexion des Journalisten Carl Weiss:

    Auf die Frage, was hat sie so fasziniert (...am Beruf). Antwort Herr Weiss : Die Oberflächlichkeit, fürchte ich, ist das. Frage Frau Koelbl : Die Oberflächlichkeit der Welt oder die, über die sie schreiben ?
    Antwort: Die Oberflächlichkeit dieses Berufes, bei dem man nicht gezwungen ist, all zu sehr in die Tiefe zu gehen und, es reicht trotzdem.Na hören Sie mal, ein Diplomingenieur, Brückenbauer, ein Lungenfacharzt, der kann sich doch all solche Dinge nicht leisten wie wir, so ungefähr im Ungefähren zu bleiben und trotzdem akzeptiert zu werden.

  • 4
    2
    OlafF
    08.09.2019

    Die Ausgewogenheit der Protagonisten hat wohl nicht den Geschmack aller getroffen. Die Rolle der Medien, während der Ereignisse, schien mir dabei leider etwas zu kurz gekommen zu sein.
    War doch die Berichterstattung letztendlich ein Bestandteil der seit dem „Sommer 2018“ stattgefundenen Entwicklung. Ich hätte mir etwas mehr Filmmaterial über die Berichterstatter gewünscht. Vielleicht sollte man dies, mit einem der wenigen Beiträge, über die deutschen Qualitätsmedien ergänzen.Ich habe versucht zu unterscheiden in Arbeit der Journalisten an sich und die kurzen Einspielungen von „Selbstbetrachtungen“ und „Offenbarungen zum Haltungsjournalismus“.

    (Seltsam, wurde nur einmal gesendet, in der allgemeinen Medienlandschaft untergegangen,,,) Quelle der ARD Dokumentation: https://youtu.be/84kniW0uw50



    Nicht viele Journalisten können sich leider kritisch selbst reflektieren, da sie davon ausgehen, dass die Macht, welche sie ausüben ( wie bereits in den 1968 Jahren begonnen ) selbstverständlich immer für eine gute Sache sei.

  • 1
    1
    gelöschter Nutzer
    08.09.2019

    Nix...: Nein.

  • 2
    3
    Nixnuzz
    04.09.2019

    @mops0106: Gilt das nicht "rechtsrum" genauso?

  • 9
    4
    mops0106
    03.09.2019

    @MuellerF:
    Es gibt leider schon wieder eine Meinungsdiktatur in unserem Land. Deshalb trauen sich viele Menschen nicht, ihre Meinung offen zu sagen. Viele befürchten Repressionen z.B. im Arbeitsbereich. Wer nach Ansicht der "Mainstream-Medien" und der Politik "anders" denkt/spricht, wird sofort in die rechtsextreme Ecke gestellt. Nach Ansicht dieser ist nur links gut, wobei nicht nur keine Abgrenzung zu linksextrem erfolgt, sondern dieses nicht nur toleriert sondern unterstützt wird.

  • 6
    5
    gelöschter Nutzer
    01.09.2019

    Warum hat man stattdessen nicht das Leben der Angehörigen nach dem Mord von Daniel H. näher beleuchtet?

  • 10
    6
    gelöschter Nutzer
    01.09.2019

    Meine Skepsis gegenüber diesem Film hat sich wieder mal bestätigt. Die Schilderungen in dem Film entsprechen in keinster Weise der Realität und es ist wieder viel linke Propaganda vorhanden über die Flüchtlingsfamilie die nach Hamburg zieht. Es wurden als Alibi ein paar kritische Stimmen zu Wort gebracht die aber auch nur halbherzig von angeblich "gefühlter" Kriminalität spachen anstatt die Realität zu benennen. Die Aussagen über die lügenpresse wurden nur erwähnt und nicht ausgestrahlt. Alles in allem wieder eine Sendung die keiner braucht

  • 4
    1
    Nixnuzz
    28.08.2019

    Wieviel Parallelgesellschaften leben hier eigentlich? Während in den ABl's die Muslime ihre "Lebensräume" entwickelt haben, wird hier in den NBl's de facto in einer "Parallel-DDR" weiter gelebt und gedacht. Zum Helmut Kohl-Gedächtnis-Feiertag den 30jährigen Krieg Bonn-Berlin feiern und alles schlechte den Wendeauslösern und "Profiteuren" anlasten? Wieviele "nach Westen gemachte" haben zwar im Westen dessen Aufbau erarbeitet - und wieviele von denen standen all die Jahre mit den "familiären oder auch schulischen Wurzeln" weiter in Kontakt? In Berlin und anderswo wurde der physische Zaun abgerissen und z.Teil Vorkriegsliche Verhältnisse wieder hergestellt. Bei allem Verständnis für die Fehler und der Murks, der während/nach der Wende gemacht wurde, halte ich das weiter auf die Schlange "Beitritt zum Grundgesetz" zu starren und in entsprechender Erstarrung zu verharren für eine riesen großen Fehler. Stimmt - die DDR wurde enthauptet aber die wirtschaftlichen Wurzeln wurden entfernt und den Köpfen neue Wurzeln "untergejubelt". Vielleicht sollte ehrlicherweise auch ein Blick auf die wohl mehr als morschen Alt-Wurzeln geworfen werden. Es mag in Holzschnitzer-Tradition sinnvoll zu sein, solche Alt-Wurzeln zu trocknen und als Touristensouvenir aufbereitet oder Erinnerungsstück an der Wand aufgehängt werden. Als Steckling für eine separate Inselwelt reicht es wohl nicht mehr.

  • 7
    4
    MuellerF
    27.08.2019

    Sehr bezeichnend war auch die Reaktion des CFC-Stammtischs, als nur der Name Haller fiel - man weigerte sich, klar Stellung zu beziehen. Ob jetzt aus Sympathie mit Herrn Haller oder aus Angst, bei Kritik Probleme mit anderen Fangruppen zu bekommen, sei mal dahingestellt. Es zeigt sich, dass nicht nur Politiker gern Probleme ignorieren oder totschweigen.

  • 7
    6
    MuellerF
    27.08.2019

    @Bader: SIe sprechen da eine "Grund-Unzufriedenheit" an, bleiben dabei aber leider genauso nebulös, wie Sie es dem MDR vorwerfen. Was sind denn Ihrer Ansicht nach die Gründe für diese Unzufriedenheit?

  • 11
    2
    Bader
    27.08.2019

    Aus meiner Sicht war das MDR bemüht, nicht einseitig zu sein. Das muss man ihnen lassen. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass immer nur über die Folgen des Mordes (Demos etc.), aber nicht über die Ursachen der vorher schon vorhandenen Grund-Unzufriedenheit gesprochen wurde (zumindest zu kurz). Diese Unzufriedenheit zusammen mit dem Mord hat doch erst das Fass zum Überlaufen gebracht. Diese Unzufriedenheit und die Gründe dafür hätten mal bei allen Beteiligten abgefragt werden müssen. Da wären ggf. ein paar Themen angesprochen worden, die zwar generell in Freundeskreisen vertraulich besprochen werden, aber nicht in der Doku gefragt/gezeigt worden sind. Da hätte man aus meiner Sicht deutlich ehrlicher sein können, auch wenn es weh tut und dann einige meinen, das wäre rechts. Wenn es aber doch die Ursachen sind, dann kann man davor nicht die Augen verschließen. Das kostet dann nur Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Da hätten sich vielleicht viele wiedergefunden, das hätte den Menschen (nach meinen subjektivem Eindruck) mal aus der Seele gesprochen und auch bisschen den Druck aus dem ganzen Thema herausgenommen. Im Sinne von: jetzt ist es aber endlich mal "angekommen". Ist aber leider nicht passiert, verlorene Chance....

  • 5
    10
    MuellerF
    27.08.2019

    Habe gestern die Doku gesehen.
    Ich bin schockiert, dass die Angehörigen von Daniel H. ein so gutes Verhältnis zu Herrn Oesterle pflegen! Das wäre sicherlich das Letzte, was sich Daniel gewünscht hätte. Andererseits haben SIe sich am Abend der Tatortbegehung sehr gefasst & fair mit Freunden des Verurteilten Alaa S. unterhalten.

  • 13
    6
    Steuerzahler
    27.08.2019

    @d0m1...:„sondern die klassischen Mitläufer, leichtgläubigen und Dauergefrusteten. Klassisches Alter ist 50-70. Also Menschen denen die Zukunft am Arsch vorbei geht.“
    Merken Sie eigentlich, dass Sie eine ganze Altersgruppe pauschal diskreditieren? Viele von denen sehen aufgrund ihrer Lebenserfahrung und Ausbildung klarer und realistischer, was auf uns alle zukommt!

  • 22
    3
    Steuerzahler
    24.08.2019

    Der Spiegel mit seiner einseitigen Sichtweise, die sicherlich durch die Chefredakteure geprägt ist, kann ja wohl nicht Maßstab der Dinge sein!

  • 11
    11
    Interessierte
    24.08.2019

    Die West-Medien tun mit ihrer Hetze seit 30 Jahren alles dafür , dass man die schöne , ruhige , friedliche und soziale DDR-Zeit nicht vergißt und auch auf manches Schöne gestoßen wird , was man selbst gar nicht erlebt hat …
    Besonders die Berliner hatten eine schöne Zeit in der DDR mit ihren Festen und Konzerten - einschließlich die Tages-Westberliner , ehemalige DDR-Bürger und Studenten , welche durch die Tunnel abgehauen sind und dann zuerst ´auf` der Westmauer standen und den besiegten Osten gefeiert hatten ....

  • 9
    9
    Interessierte
    24.08.2019

    Mit dieser Hetze gegen die DDR in den Dokus kann man die DDR gar nicht vergessen und vor allem , wie schön es damals war - neben den Problemen mit der Stasi , welche manche Leute hatten ...

  • 8
    4
    Interessierte
    24.08.2019

    Die DDR lebt - zumindest im TV-Programm des Mitteldeutschen Rundfunks ..
    Und im Phönix etc. , da kommen immer interessante Dokus über die DDR ...

  • 2
    5
    726088
    24.08.2019

    Man schaue mal, welchen Blickwinkel "Der Spiegel" auf den MDR und seine Zuschauer hat:

    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-16409533.html

    Erschienen am 15.05.2000

  • 11
    10
    Interessierte
    24.08.2019

    Ich gucke auch gern den MDR , die sind wohl noch am ehrlichsten und die decken auch einmal die anstehenden Probleme auf , nur passiert eben nichts ...
    Aber die sind ja´ immerhin und an sich auch ´für die Sachsen` da ........

    Und die Chemnitzer sind nun wahrscheinlich an Allem dran schuld ...
    Die Chemnitzer haben die Rechten und die vielen rechten Gäste dazu ....
    Und die Chemnitzer haben den gesamten West/Ost Soli verbraucht ....
    Aber das ist doch gut , wenn man einen Sündenbock hat ...
    Der Sündenbock ist also das graue Chemnitz aus Beton mit dem roten Nüschel und den vielen grauen Wolken über der Stadt - laut ´taz`......

    Schöner Beitrag , 726088

  • 22
    6
    gelöschter Nutzer
    24.08.2019

    Ich habe den Eindruck der MDR wird sich GANZ LANGSAM seiner Rolle bewust UNABHÄNGIG und NEUTRAL zu berichten wovon andere Sender meiner Meinung nach noch WEIT entfernt sind. Warum sollte "rechten Akteuren" keine Bühne geboten werden wenn es linken Akteuren erlaubt wird?

  • 19
    6
    Lesemuffel
    24.08.2019

    Jeder bedauert die Spaltung der Gesellschaft, aber viele merken gar nicht, wie ihre linksgrünen Positionen, ihr Hass gegen Andersdenkende die Spaltung immer weiter vertieft. Stellvertretend Die Reaktion der OB und der schimpfende Zuschauer, der gar nicht erst zuhören will, sondern von vornherein jede Diskussion verbieten lassen möchte, wenn jemand, der von bestimmten Leuten als Nazi gebrandmarkt worden ist, seine Meinung sagen möchte. Schlimmste Zeiten sind abgebrochen. So muss es wohl in den beiden Diktaturen in D zugegangen sein?

  • 8
    6
    osgar
    24.08.2019

    Das muss dann aber ein anderer MDR sein, den ich empfange @Distel.
    Ich habe auch eine Kollegin, die ist der Meinung, die FreiePresse wäre stockkonservativ und CDU nah.

  • 13
    2
    726088
    24.08.2019

    Ich war beim Preview der Dokumentation dabei. Hier eine kurze Zusammenfassung des Films aus meiner Sicht:

    Der MDR-Film stellt unterschiedliche Polarisierungen in Chemnitz im Großen und Ganzen wertfrei dar.

    Da gibt es Arthur Österle, selbst aus Russland stammend. Er vertritt engagiert bürgerliche, sicherlich rechts zu verortende Positionen. Die Medien haben ihm das Prädikat "Nazi" verpasst, was sicherlich eine Frage der politischen Standpunktes ist.

    Weiterhin wird eine syrische Familie gezeigt, die dringend aus Chemnitz wegziehen wollte. Die Frau wurde in der Straßenbahn "immer so komisch angeschaut". Schlimmeres wird nicht berichtet. Nun leben sie in Hamburg. Dort kann sich ohne Angst um ihr Leben auf der Strasse bewegen und hat Freunde gefunden. Sie und ihr Ehemann wurden arbeitend an einem Dönerstand gezeigt. Deutsch sprechen konnten sie, zumindest im Film, nicht.

    Eine weitere Figur im Film ist eine angehende Krankenschwester. Sie ist in der grünen Jugend engagiert und organisiert Gegendemos mit Seifenblasen in Chemnitz. Sie saß im Kinopublikum. Ihrer Initiative war es zu verdanken, dass die im Anschluss geplante Podiumsdiskussion nicht stattfinden konnte. Sie wollte wohl nicht mit einem "Nazi" im Podium sitzen.

    Im Film wurde ausführlich wird über die gut gehende Gartenkneipe "Zur Vogelweid" berichtet, in der es bezeichnenderweise "Deutscher Küche" serviert wird. Dass die Kleingartenatmosphäre etwas spießig rüber kommt, ist sicherlich vom Filmteam so gewollt. Dort treffen sich Fußballfans des Chemnitzer FC. Sie äußern sich zunächst unpolitisch. Als die Fragen des Reporterteams provozierend wurden, gar nicht mehr.

    Weitere "Figuren" waren zwei Beamte der Chemnitzer Polizeibehörde und ein Chemnitzer Unternehmer aus der linken Szene.

  • 6
    19
    Distelblüte
    24.08.2019

    Der MDR zeigt schon länger eine gewisse Tendenz, unkritisch oder unwidersprochen rechten Akteuren eine Bühne zu bieten. So auch hier. Im gestrigen Sachsenspiegel gab es einen Beitrag zu dieser Doku, der Mann, der am lautesten schrie, war A. Oesterle.
    Er kommt nur schlecht mit Gegenrede klar. Keine Ahnung, wie das bei Gemeinderatssitzungen abläuft, wenn er solche Schwierigkeiten mit demokratischen Prozessen hat.

  • 5
    17
    Blackadder
    24.08.2019

    Keine Angst, thomboy. Dem Herrn Österle hat der Bericht gut gefallen. Das sagt doch alles.

  • 13
    4
    franzudo2013
    24.08.2019

    Die Spaltung nützt den Herrschenden. Brüssel und Berlin.
    Sie setzen mit dem Mittel der Spaltung die Demokratie ausser Kraft. Demokratie lebt vom Wettstreit der Ideen und vom Wechsel. Demokratie beruht auf Fairplay. Bin gespannt auf den Film.

  • 10
    2
    gelöschter Nutzer
    23.08.2019

    Na mal sehen wie objektiv berichtet wird. Bin gespannt.

  • 7
    13
    cn3boj00
    23.08.2019

    Eigentlich ist es zu früh, den Beitrag zu kommentieren, man sollte erst den Anlass zusehen bekommen. Was aber - egal wie der Film ist - auffällt ist der Umstand, dass die der AfD und Pro Chemnitz nahe stehenden Leute für sich die Mitte beanspruchen, mit Verweis darauf, dass sie nicht "in die rechte Ecke gestellt" werden wollen. Dabei akzeptieren sie nicht, dass gerade in der bürgerlichen Mitte - auch in Chemnitz - viele Menschen eher tolerant und weltoffen sind. Doch die schiebt man dann all zu gerne seinerseits in die linke Ecke. Das ist das eigentliche Problem: die Spaltung geht durch die Mitte. Die hat ihre Identität verloren. Wem das nützt? Das sehen wir gerade.



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