TU-Rektor weist Kritik von Politiker zurück

Landtagsabgeordneter wirft Uni-Chef Untätigkeit bei Lehrerausbildung vor

TU-Rektor Gerd Strohmeier hat Vorwürfen des Chemnitzer Landtagsabgeordneten Peter Patt widersprochen. Der CDU-Mann hatte Strohmeier bei Facebook verbal angegriffen und ihm in der Frage der Ausweitung der Lehrerausbildung an der Chemnitzer Universität vorgehalten, diesbezüglich "keine zielführende Aktivität" erkennen zu lassen.

In seinem Facebook-Statement hatte Patt geäußert, die TU habe mit ihrer Ausbildung von Grundschullehrern gute Erfahrungen gemacht. Die Absolventen blieben in der Region - "also da, wo wir sie dringend brauchen", so Patt. Die Landtagsabgeordneten hätten nun dafür Sorge getragen, dass die Lehrerausbildung erweitert wird - um Berufsschul- sowie Oberschullehrer. Der Rektor indes reagiere nicht, nehme Einladungen nicht wahr, lehne Telefonate ab und sage Termine ab - anders als Vertreter anderer sächsischer Hochschulen. "Das bringt unsere Stadt nicht nach vorne", so Patt.


Der Rektor verweist seinerseits auf eine Reihe von Gesprächen, die er selbst, der Prorektor und andere TU-Vertreter seit Herbst 2018 mit dem Wissenschaftsministerium geführt hätten - "mit dem Ziel, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln". Er wäre gern bereit gewesen, Herrn Patt darüber zu informieren. Doch der sei weder schriftlich noch persönlich auf ihn zugekommen und habe auch keine Gelegenheit genutzt, ihn auf Veranstaltungen anzusprechen, an denen beide - Strohmeier wie Patt - teilgenommen hätten. Patt hingegen sagte der "Freien Presse", er bedaure die fehlende persönliche Kommunikation des Rektors mit Politikern seiner Fraktion. "Auch persönliche Bitten um Abstimmung zu drängenden Fragen der Lehrerausbildung und zur Exzellenzentwicklung Merge blieben ungehört", so Patt. Auf dieser Basis sei eine Vertretung Chemnitzer Interessen kaum möglich.

Strohmeier betonte, die TU sei "grundsätzlich sehr gern bereit, die Lehramtsausbildung, etwa auf das Berufsschullehramt, auszudehnen". Zugleich habe er aber stets darauf verwiesen, dass dies nicht zu Lasten bestehender Bereiche an der TU gehen dürfe. Der Freistaat müsse für die Erweiterung der Lehramtsausbildung zusätzliche Ressourcen und Studienplätze bereitstellen. Das sei bisher nicht gesichert.

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