Eine Brücke aus Kunststoff

2013 zerstörte ein Hochwasser das Bauwerk hinter dem Einsiedler Rathaus. Die neue Überquerung soll starke Fluten überstehen.

Einsiedel.

Es ist 2013 nicht das erste Hochwasser gewesen, das eine Fußgängerbrücke über die Zwönitz hinter dem Rathaus in Einsiedel beschädigt hat. Schon 1954, erinnerte Ortsvorsteher Falk Ulbrich am Dienstag, war die Überquerung durch ein Hochwasser zerstört worden. Erst in den 1970er-Jahren wurde sie wieder aufgebaut. 2013 stiegen die Fluten dann auf einen Pegel von 2,60 Meter und damit zwei Meter höher als an dieser Stelle normal ist, blickte Baubürgermeister Michael Stötzer zurück. Dabei wurde die Brücke so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden musste.

Für rund zwei Millionen Euro entstand seit September 2018 eine Brücke für Fußgänger, die die Siedlung am Talsperrengrund mit dem Ortskern verbindet. Am Dienstag wurde das Bauwerk mit einer Spannweite von 23 Metern frei gegeben. Als einzige Brücke im Ort entspricht sie den Anforderungen für ein Hochwasser, das statistisch gesehen einmal in 100 Jahren vorkommt, teilte die Stadtverwaltung als Bauherr mit. An andere Brücken im Ort, die nach der Flut in Stand gesetzt wurden, seien keine so hohen Anforderungen gestellt worden, da sie keine Neubauten waren, erklärt Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk.

Die Brücke wird mit LED-Leuchtmitteln erhellt, die an die Straßenbeleuchtung angeschlossen sind. Zudem entstand in Kooperation mit der TU Chemnitz sowie Planungs-und Baufirmen eine Brücke, deren Belag und Teile des Geländers aus einer glasfaserverstärkten Kunststoff-Konstruktion bestehen. Das sei für die Region einmalig, sagt der Geschäftsführer des Planungsbüros, Steffen Bellmann. Vorteil der neuen Bauweise sei die hohe Widerstandsfähigkeit des Materials, so Bellmann.

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