Pauline Schäfer brilliert am Balken

Die Turn-Weltmeisterin aus Chemnitz erhielt sich bei der ersten Qualifikation für die Heim-WM alle Chancen. Noch ist aber offen, wer starten darf.

Stuttgart.

Bei den Schülerreportern war Pauline Schäfer sehr gefragt. Nach der ersten WM-Qualifikation der deutschen Turnerinnen in Stuttgart beantwortete die Chemnitzerin geduldig all die Fragen, die der Nachwuchs an die Weltmeisterin von 2017 stellte. Die Berufsjournalisten hatten sich derweil um die Siegerin Emelie Petz aus Backnang (54,35 Punkte) und die Zweite, Lokalmatadorin Kim Bui (54,30), geschart. Auch Pauline Schäfer hatte einen Podestplatz bei dieser ersten Etappe auf dem Weg zur Heim-WM in Stuttgart im Visier. Nach zwei Geräten lag die 22-Jährige auch in Führung, doch am Boden landete sie nach ihrem Doppelsalto vorwärts in der ersten Bahn im Sitz auf der Matte. "Das war sehr ärgerlich. Ein technischer Fehler, der nicht passieren darf", meinte Pauline Schäfer, die am Ende mit 52,40 Zählern Rang vier belegte. Im Training hat sie mit dem Element kein Problem.

Doch sie tröstete sich damit, dass noch fast sechs Wochen Zeit bis zu den Titelkämpfen bleiben. An den anderen drei Geräten verzeichnete sie zudem seit den Deutschen Meisterschaften Anfang des Monats in Berlin Fortschritte. Vor allem am Schwebebalken lief es vor 1000 Zuschauern deutlich besser. Zwar verzichtete sie aus Sicherheitsgründen auf eine bonusbringende Verbindung aus freiem Rad und zwei gymnastischen Sprüngen. Doch den Rest des Programms, das dem Kampfgericht 13,850 Punkte wert sein sollte, präsentierte sie inklusive des nach ihr benannten Seitwärtssaltos mit halber Drehung souverän. Dafür erhielt sie mit 13,850 Zähler den Höchstwert. "Das war eine tolle Übung von Pauline", lobte Bundestrainerin Ulla Koch.

"Es geht Schritt für Schritt geradeaus. Es ist noch viel Arbeit, aber ich habe ein gutes Gefühl", zeigte sich Pauline Schäfer, die zudem keine Probleme mit ihrem lange verletzten Fuß mehr spürt, zuversichtlich. Die nächste wichtige Station stellt ein Länderkampf am 7. September in Worms dar, bei dem neben den besten sieben der ersten Qualifikation auch Sophie Scheder aus Chemnitz antreten muss. "Ich hoffe, sie schafft es bis dahin", meinte Trainerin Gabi Frehse mit Blick auf die Oberschenkelverletzung, die Grund für die Absage der Olympiadritten am Stufenbarren war. Lisa Zimmermann vom TuS Chemnitz-Altendorf darf ebenfalls am Länderkampf teilnehmen. Nach einer völlig verpatzten Barrenauftritt wuchs die 16-Jährige bei der Quali am Schwebebalken über sich hinaus. Sie zeigte erstmals ihre neue Übung mit dem an diesem Tag höchsten Schwierigkeitsgrad (5,60), wurde mit der zweitbesten Bewertung (13,55) belohnt. "Ich ziehe den Hut vor Lisa, wie sie sich nach dem Barren so gefangen hat. Das war sensationell", wertete Gabi Frehse.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...