Nachwuchs-Chef verlässt den Chemnitzer FC

Nach vier Jahren bei den Himmelblauen wechselt Heiko Nowak zum FC Carl Zeiss Jena. Sein Nachfolger beim CFC wird in große Fußstapfen treten.

Die Nachricht hat in der Nachwuchsabteilung von Fußball-Dritt- ligist Chemnitzer FC für lange Gesichter gesorgt: Heiko Nowak, seit Sommer 2014 Leiter des Leistungszentrums, wird den Verein verlassen. Wie der 49-Jährige gestern im Gespräch mit der "Freien Presse" bestätigte, habe er ein Angebot des FC Carl Zeiss Jena angenommen. "Mein Vertrag in Chemnitz läuft aus. Jetzt habe ich die Chance, in meine Heimat Thüringen zurück- zukehren", sagte Nowak.

In Jena erhalte er einen Kontrakt über drei Jahre - anders als zuletzt beim CFC, wo sein 2017 abgelaufenes Arbeitspapier lediglich um eine Saison verlängert wurde. "Hätte ich einen längerfristigen Vertrag in Chemnitz, wäre ich wahrscheinlich hiergeblieben", erklärte der Fußball-Lehrer. Nowak betonte, dass er den CFC mit einer Träne im Knopfloch verlassen werde. "Wir waren im Nachwuchsleistungszentrum ein sehr gutes Team, sind zusammen durch dick und dünn gegangen. Die Trainer, Mannschaftsbetreuer und Helfer werden mir fehlen", betonte der scheidende Chef, der in den vergangenen vier Jahren im CFC-Nachwuchsbereich viel bewegt hat. So gelang mit den A-Junioren (U 19) die Rückkehr in die Bundesliga. Das B-Jugend-Team (U 17) verpasste den Sprung in die höchste Liga zweimal nur um Haaresbreite in der Relegation. "Derzeit steht die Mannschaft in der Regionalliga aber wieder ganz oben und hat die erneute Chance zum Aufstieg", ergänzte Nowak.

Ihm und seinen Mitstreitern sei es gelungen, den CFC aus dem "Graue-Maus-Bereich" im sächsischen Jugendfußball zu führen. "Wir konnten immer zwei, drei Spieler für die Profi-Mannschaft anbieten. Dass bei uns ausgebildete Fußballer wie Florian Hansch und Tom Baumgart jetzt im Drittliga-Team vorweg marschieren, ist ein weiterer Beleg der guten Arbeit", sagte der 49-Jährige, der auch das Zusammenwirken mit der Eliteschule des Fußballs verbessert hat. "Es gibt unter anderem wieder eine Schulstreckung für die besten Talente der Abiturstufe. Früher war das nur in Ausnahmefällen möglich", erklärte Nowak.

Auch um die Verbesserung der Trainingsbedingungen hatte er sich immer wieder bemüht. Sichtbar wurde dies auch in der Trainingshalle am Neubauernweg, wo der uralte Belag im vergangenen Jahr durch einen modernen Kunstrasen ersetzt wurde - mit viel Eigenleistung der Nachwuchstrainer. "Wir haben das Sportamt mit viel Schweiß tatkräftig unterstützt", bemerkte Nowak, der die CFC-Führung um eine Vertragsauflösung zum 30. April gebeten habe.

Aus Sicht von A-Junioren-Trainer Kay-Uwe Jendrossek ist der Weggang des Nachwuchs-Chefs ein herber Verlust für den CFC. "Dass wir als Verein im Jugendbereich so gut dastehen, ist zum großen Teil seiner Arbeit zu verdanken", sagte Jendrossek gestern. Auch in den unteren Altersklassen, dem sogenannten Grundlagenbereich, habe Nowak positive Veränderungen vorgenommen, für eine bessere Struktur gesorgt. Letztlich müsse man für seine jetzt getroffene Entscheidung Verständnis haben. "Er arbeitet dann näher an seinem Wohnort, kann täglich nach Hause fahren", gab Jendrossek zu bedenken.

Für CFC-Sportvorstand Steffen Ziffert kommt der Weggang von Nowak nicht überraschend. "Er hat mir das rechtzeitig mitgeteilt und dafür rein persönliche Gründe genannt - es zieht ihn wieder Richtung Heimat", sagte Ziffert. Einen Nachfolger gebe es noch nicht. "Wir haben bis zum Vertragsende jetzt Zeit, einen geeigneten Nachfolger zu finden. So eine Aufgabe beim Chemnitzer FC ist immer interessant." Er werde die Personalie nicht allein entscheiden, sich dazu auch mit dem Cheftrainer und Angestellten des Nachwuchsleistungszentrums abstimmen. Nur eines stehe fest: Der künftige Leiter muss wie Nowak über eine Fußballlehrer- Lizenz verfügen, weil sonst der Status als Nachwuchsleistungszentrum verloren gehen würde.

Auf die Frage, welche Lücke Heiko Nowak mit seinem Abschied beim CFC hinterlässt, antwortete der Sportvorstand: "Er hat hier gute Arbeit geleistet, die es nun gilt, erfolgreich fortzuführen." Nowaks Vertrag laufe bis zum 30. Juni. Ob der Club seinem Wunsch, den Kontrakt bereits zum 30. April aufzulösen, entspricht, müsse noch in den Führungsgremien beraten werden.

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