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Tommy Löbner (r.) war gegen den Chemnitzer HC der überragende Zwönitzer Akteur und warf zwölf Tore - davon drei per Siebenmeter.

Foto: Toni Söll

Mit Schwung erst nach der Pause

Die Erfolgsserie der Zwönitzer Handballer geht weiter. Gestern gewann der Verbandsligist auch beim Chemnitzer HC - lief dabei aber lange einem Rückstand hinterher.

Von JÜRGEN WERNER
erschienen am 05.02.2018

Zwönitz/Chemnitz. Was Frank Riedel seinen Spielern in der Halbzeitpause mitzuteilen hatte, daraus machte er nach dem Abpfiff kein Geheimnis. "Stabiler in der Deckung stehen und mit mehr Tempo in den Angriff gehen", sagte der Trainer des Zwönitzer HSV 1928 gestern nach Spielschluss. Mit 28:22 hatte der Verbandsligist zuvor den Chemnitzer HC auf dessen Parkett besiegt.

Das klingt klar und deutlich, nur: 30 Minuten lang sah es danach überhaupt nicht aus. Vor 125 Zuschauern in der Halle des Chemnitzer Polizeisportvereins lieferten die sechstplatzierten Hausherren den Gästen, die seit zehn Spielen keinen Punkt mehr abgegeben hatten, einen aufopferungsvollen Kampf. Zwönitz begann zwar stark, kassierte nach einer 4:2-Führung jedoch vier Treffer in Folge und lief fortan einem dauerhaften Rückstand hinterher. Auch die erste Auszeit, die Riedel nach 17 Minuten nahm, brachte nicht viel ein. "Wir mussten uns in der ersten Hälfte jedes Tor hart erarbeiten. Da hat die Leichtigkeit gefehlt", so der Trainer.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff brachten zwei von Tommy Löbner verwandelte Siebenmeter die Gäste allerdings wieder auf ein Tor (12:13) heran - über einen größeren Rückstand hätten sich die Zwönitzer zu diesem Zeitpunkt nicht beschweren dürfen. Überhaupt Löbner: Als sich die Gäste nach Wiederanpfiff anschickten, die Partie zu drehen, schwang sich der wurfgewaltige 24-Jährige zum Dreh- und Angelpunkt auf. Insgesamt zwölf Mal, so oft wie kein Anderer, brachte er den Ball im gegnerischen Gehäuse unter. Insbesondere zwischen der 60. und 75 Minute ließ er es aus dem Rückraum reihenweise krachen. "Ein Dutzend Treffer sind keine so schlechte Quote. Wir haben dann auch endlich konzentrierter gespielt", sagte Löbner.

Die Gastgeber indes fanden in dieser Phase überhaupt nicht ins Spiel. Was die Zwönitzer Deckung an Chancen zuließ, wurde immer häufiger Beute des starken Gäste-Torhüters Michael Kerner. Auch der quirlige Flügelspieler Hagen Ludwig - mit sechs Treffern bester Chemnitzer Torschütze - vergab mehrere "Hundertprozentige". "Das können wir uns gegen ein so starkes Team eben nicht leisten", sagte Niels Blume, der Trainer der Chemnitzer.

Bis zum Schlusspfiff hielten die Zwönitzer das hohe Tempo allerdings nicht durch. In den letzten zehn Minuten plätscherte die Partie etwas dahin. "Im Gefühl des sicheren Sieges spielt man manchmal ein bisschen mit halber Kraft", so Riedel, der mit seinem Team nun erst einmal Pause hat. Da die Zwönitzer nach der Niederlage gegen Freiberg II im Dezember nicht mehr im Pokal vertreten sind, geht es erst in drei Wochen weiter - dann zuhause gegen Leipzig-Zwenkau (4.). Gelegenheit zur Wiedergutmachung: Im Hinspiel knöpften die Messestädter Zwönitz einen Punkt ab.

Statistik Zwönitz: Kerner; Hartenstein (2), Langer (1), Hofmann (1), Löbner (12/3), Kotesovec (3), Lieberei (6), Küntzel, Becher, Brecko (3).

 
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