Sachsenpokal: Raus mit Applaus

Die Handball-Herren des Zwönitzer HSV scheitern im Viertelfinale unglücklich an der HSG Freiberg II. Die Niederlage hatte einen besonderen Grund.

Zwönitz.

Ausscheiden tut in der Regel weh, erst recht, wenn es zuvor äußerst knapp zuging. Doch Frank Riedel, Trainer der Männermannschaft des Zwönitzer HSV, war nach der hauchdünnen 35:36-Niederlage seines Teams am Samstag im Achtelfinale des Sachsenpokals trotzdem nicht am Boden zerstört. Stattdessen lobte er sein Team über den grünen Klee. "Das war eine Klasse-Leistung meiner Mannschaft, insbesondere in der ersten Hälfte. Gegen so einen Gegner musst du erst einmal 20 Tore in einer Halbzeit machen", sagte er. Am Ende hätten Kleinigkeiten ein Spiel entschieden, das mit etwas mehr Wurfglück auch anders hätte verlaufen können.

Dass der Coach mit der Realität nicht stärker haderte, hatte einen triftigen Grund. Denn die Reserve des Gegners aus der Bergstadt war an diesem Tag eben keine solche - stattdessen verstärkten sechs Akteure aus dem ersten Team, das zwei Klassen höher in der Oberliga antritt, die Truppe. Die Verstärkung umfasste auch die Trainerposition: Jiri Tancos, Coach der ersten Freiberger Mannschaft, saß gemeinsam mit dem eigentlich zuständigen Matthias Lehmann an der Seitenlinie. Was der Tscheche dann aber in den ersten Minuten zu sehen bekam, konnte ihm sicher nicht gefallen. Mit viel Druck im Angriff und Einsatz in der Defensive gelang den Zwönitzern ein Start nach Maß. Nach knapp elf Minuten leuchtete eine 10:4-Führung für die Erzgebirger auf der Anzeigetafel. Freiberg nahm eine Auszeit und verschärfte im Anschluss das Tempo. Nach und nach schrumpfte der Vorsprung - übrig blieb ein Zwei-Tore-Plus zur Pause.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich die Partie dann zu einem offenen Schlagabtausch. Nach zwei Dritteln der Spielzeit gingen die Gäste zum ersten Mal in Führung, die sie ihrerseits schnell wieder abgaben. Nach dem 29:28 für die Hausherren, verließ diese dann allerdings die Treffsicherheit. Freiberg zog fünf Minuten vor Ultimo auf 36:32 davon. Doch auch damit hatten die Gäste den aufopferungsvoll kämpfenden Zwönitzern den Zahn nicht gezogen, denen es gelang, noch einmal bis auf ein Tor heranzukommen. Dieses eine, zum Ausgleich fehlende, fiel dann aber nicht mehr - obwohl die Chance dazu in den letzten acht Sekunden bei Ballbesitz noch bestand.

Dass der Einzug ins Viertelfinale ein hartes Stück Arbeit darstellte, räumte nach dem Abpfiff Matthias Lehmann ein. "Wir konnten uns nur schwer auf den Gegner einstellen und haben gerade am Anfang viele einfache Fehler gemacht", sagte der Coach. Allerdings habe man in dieser Phase auch mehrfach Pech mit Abprallern gehabt.

Seine Mannschaft von oben zu verstärken, sei den Regularien nach indes nicht nur erlaubt, sondern von vornherein der Plan gewesen. "Wäre das nicht möglich, dann hätten wir im Pokal gar nicht erst gemeldet. Aber so haben wir die Möglichkeit, mehr zu testen. Außerdem gibt es nicht so lange spielfreie Phasen" so Lehmann.

Zwönitz: Kerner, Treuter; Brecko (7), Fritsch (1), Hartenstein (3), Langer, Becher (2), Kotesovec (4), Küntzel (1), Löbner (14), Lieberei (3).

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