Um ein Tor am Aufstieg vorbei

Mit einer grandiosen Leistung haben sich die Zwönitzer Handballer ein 22:22-Unentschieden bei der SG LVB Leipzig II erkämpft. Doch jubeln durften am Ende nur die Gastgeber.

Zwönitz.

Der Kontrast hätte nach dem Schlusspfiff kaum größer sein können. Hier ausgelassene Leipziger, dort bitter enttäuschte Zwönitzer. Ein 22:22-Unentschieden beim Spitzenreiter und Verbandsliga-Staffelfavoriten. Eigentlich nicht schlecht, aber jetzt: nichts mehr wert. Denn genützt hat das Remis lediglich den Messestädtern. Der eine Punkt reichte ihnen zum Aufstieg in die Sachsenliga, in der die Zwönitzer in der kommenden Saison auch gern angetreten wären. Doch mit einem Punkt Rückstand auf Leipzig hätte Zwönitz das Spiel am Samstag, egal wie, gewinnen müssen.

Über mangelnde Unterstützung konnten sich die Erzgebirger dabei in der Sporthalle des Leipziger Thomas-Gymnasiums nicht beklagen. Gut 100 Zwönitzer Schlachtenbummler hatten sich mit auf den Weg in Richtung Norden gemacht, um ihr Team lautstark anzufeuern und nach vorn zu treiben. Und in der Tat war in den gesamten 60 Minuten kein Leistungsunterschied zwischen beiden Teams zu erkennen. Keinem Team gelang es, sich einmal mit mehr als zwei Toren abzusetzen, stattdessen wechselte die Führung munter hin und her.

Den etwas besseren Start erwischten dabei die Gastgeber. Nach sechs Minuten stand es 4:2. Doch die Zwönitzer ließen sich davon nicht beeindrucken und konnten in der Folge dank großem Einsatz und Beweglichkeit in der Abwehr die LVB-angriffe insgesamt gut verteidigen. Der Lohn: Nach 24 Minuten gelang die erste Führung (10:9). Zur Pause stand es dennoch 13:11 für die Hausherren. Im zweiten Abschnitt wogte die Partie dann zunächst hin und her. Beide Mannschaften warfen knappe Führungen heraus, die sie wieder abgaben. Die angesichts der Tabellensituation ohnehin schon enorm spannende Partie lief einem Herzschlagfinale entgegen. In diesem lag Leipzig zunächst 18:16 vorn, doch drei Zwönitzer Treffer in Serie drehten das Spiel erneut. Die Leipziger gaben sich jedoch nicht geschlagen, sodass es mit 22:22 in die letzte Spielminute ging. In dieser verhinderte die Zwönitzer Abwehr zunächst das Siegtor der Hausherren, bevor das Team von Trainer Frank Richter kurz vor Ultimo tatsächlich nochmals selbst zum Abschluss kam. Aber der starke Leipziger Keeper Manuel Röttig hielt das Remis und damit den Aufstieg fest. "Meine Anerkennung an die Leistung der Mannschaft. Die Jungs haben heute noch einmal alles reingehauen, was geht. Am Ende sind es die berühmten Kleinigkeiten, die uns den möglichen Sieg geraubt haben", lobte Riedel nach dem Abpfiff sein Team, dem es als einzigem in dieser Saison gelang, überhaupt einen Zähler vom LVB zu entführen.

Auf dem Parkett haben die Zwönitzer den Aufstieg nicht geschafft. Eine andere Frage ist allerdings, ob die Erzgebirger die Sachsenliga am Ende nicht vielleicht noch durch die Hintertür betreten. "Abhängig von der Zahl der Auf- und Absteiger in oberen Ligen kann es sein, dass wir noch eine zweite Chance über die Relegation erhalten", so Vereinschef Ralf Beckmann. Das werde sich aber erst in den nächsten Wochen entscheiden. (mit bral)

Statistik Zwönitz: Kerner, Treuter; Brecko (9/5), Franke, Fritsch (1), Hartenstein (1), Langer (2), Becher, Kotesovec (1), Küntzel, Löbner (6/1), Lieberei (2)

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