Miners wollen Scharte auswetzen

Die Basketballer des ATSV Freiberg feiern am Sonntag ihre Heimpremiere in der neuen Landes- liga. Dabei ist ein alter Bekannter zu Gast.

Freiberg.

Der Beruf des Bergmanns war stets ein hartes Brot. Ziemlich schwer zu knabbern haben aber auch die Basketballer des ATSV Freiberg, die in der Tradition der alten Bergstadt seit Jahren als Miners Freiberg firmieren. Denn der Oberliga-Absteiger war zum Auftakt der neuen Landesliga-Saison vom Aufsteiger aus Dittersbach gleich mit 64:57 böse überrascht worden.

Das sei ein herber Dämpfer gewesen, sagt Fabian Göhler. Der 27-Jährige, der seit einem Jahr aufgrund eines Kreuzbandrisses pausiert, hatte Mitte der vorigen Saison das Traineramt bei den Freiberger Korbjägern übernommen. Nach dem Abstieg aus der Oberliga Sachsen war der geplante Neuanfang in der neuen Landesliga aber schon in der Vorbereitung ins Stocken geraten. Selten bis gar nicht habe man mit dem kompletten Kader trainieren können, ärgert sich Göhler, der nach seiner Verletzung zumindest in der Rückrunde wieder auf dem Feld stehen will. Der Trainerjob sei eigentlich nur übergangsweise gedacht gewesen. "Aber mittlerweile scheint es eine längerfristige Sache zu werden" schmunzelt der Physik-Doktorand der TU Chemnitz.

Fabian Göhler, der seit mehr als zehn Jahren Basketball spielt, gehört neben den Routiniers Tim Aubel (38) und Paul Gabriel (32) sowie Alexander Heine (28) und Enrico Knoth (23) zu den dienstältesten Akteuren bei den Miners. Bis 2016 spielte er auch in der dritten Mannschaft der HSG Freiberg Handball und gehört außerdem zum Baseball-Team der Chemnitz Cyndicates. Mit dem ATSV will der 1,95 Meter große Center in der Landesliga eigentlich in deutlich höheren Regionen mitmischen als in den drei Jahren Oberliga. Da steckten die Miners stets im Abstiegsstrudel. Die Niederlage in Dittersbach sei "unnötig, aber verdient gewesen", blickt Göhler zurück. Tempo und Reboundverhalten waren die größten Baustellen. Doch der ATSV-Coach bemängelte auch fehlenden Kampfgeist.

Am Sonntag steht nun zuhause das nächste mittelsächsische Duell gegen die HSG Mittweida an. Die Gäste haben sich den Oberliga-Aufstieg auf die Fahnen geschrieben, erlebten zum Auftakt aber ebenfalls einen Rückschlag (42:63 gegen USC Leipzig II). Nicht nur deshalb ist Fabian Göhler durchaus optimistisch gestimmt - sondern auch, weil sich sein Kader mit Semesterbeginn an der Bergakademie Freiberg weiter auffüllt. Allerdings sind Verstärkungen wie einst der Ukrainer Rostyslav Skrypnyk (2013 bis 2015), Gilles Rigaux aus Frankreich (2014/15) oder der Chilene Christian Krohmer Grünewald (2015/16) im Moment bei den Miners nicht in Sicht.

Spielerisch könne man trotz dreier Abgänge im Sommer (Fritzsche, Konheiser, Ristau) jede Mannschaft schlagen, betont Göhler. Man müsse nur stabiler werden. "Phasenweise sieht das wirklich gut aus", sagt der 27-Jährige. "Aber wir müssen das endlich einmal über 40 Minuten zeigen." Die Partie gegen die Mittweidaer, mit denen der ATSV zuletzt 2014 in der Landesliga die Klingen kreuzte, beginnt Sonntag, 14.30 Uhr in der Heubner-Sporthalle.

Zuvor stellt sich dort bereits die Damenmannschaft des ATSV vor. 10Uhr starten sie gegen den USV Halle II in die neue Landesliga-Saison. Die Freiberger Ladyminers haben sich nach dem Titel in der Bezirksliga Dresden in der Vorsaison "völlig neu aufgestellt", sagt Trainer Tim Aubel. Er hat unter anderem einige mongolische Spielerinnen im Kader. Allerdings habe die Truppe in der Formation vom Sonntag noch nicht einmal zusammen trainiert.

12.30 Uhr gehen zudem die Männer des ATSV Freiberg II in der Bezirksliga auf Korbjagd. Sie erwarten das Team der Limbacher Füchse II. Zum Saisonauftakt hatten die Freiberger bei der dritten Limbacher Vertretung einen 57:54-Sieg verbucht. (mit tia)

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