Reifezeugnis für junge Truppe

Die B-Jugend-Handballerinnen des SV Rotation Weißenborn haben in der Sachsenliga die ersten Punkte geholt. Der Trainer traut dem Team aber noch mehr zu.

Weißenborn.

In einer Beziehung kennt Holger Lehnert kein Pardon. "Trainiert wird auf jeden Fall weiter, wir ziehen durch", sagt der Trainer der Weißenborner B-Jugend-Handballerinnen. Dabei hätten sich seine Mädels zwei freie Wochen in den Ferien durchaus verdient gehabt. Denn das junge Team, das seine allererste Saison in der Sachsenliga bestreitet, hat gerade seine ersten beiden Siege verbucht. Mit 20:14 hatten die Rotation-Mädchen zunächst den SSV Heidenau düpiert, um anschließend einen 19:14-Sieg gegen den SHV Oschatz zu feiern. Zwar halten die Weißenbornerinnen mit nun 4:20 Punkten immer noch die rote Laterne der Tabelle in der Hand, haben aber auch punktemäßig den Anschluss an die drei vor ihnen liegenden Teams geschafft.

Dass die Truppe von Holger Lehnert, der die jetzt 14- bis 16-jährigen Mädchen seit den Minis betreut, in der zweithöchsten nationalen Spielklasse mithalten kann, hatte sie schon zu Saisonbeginn gezeigt. In den ersten drei Spielen gegen Glauchau/Meerane (20:21), in Heidenau (25:28) und in Oschatz (19:22) gab es nur knappe Niederlagen für die Weißenbornerinnen, die in der Vorsaison einen Mittelfeldplatz in der Bezirksliga belegt hatten. "Die Mannschaft hat sich unheimlich gut entwickelt", lobt Lehnert.

Der Schritt in die Sachsenliga sei mutig, aber berechtigt gewesen, betont der 44-jährige Wahl-Lichtenberger. "In den ersten Spielen haben wir Lehrgeld bezahlt. Jetzt haben sich die Mädels endlich belohnt." Schon in der Qualifikation für die Liga habe die Mannschaft überzeugt - und mit dem SV Plauen-Oberlosa einen Traditionsverein mit sehr guter Nachwuchsarbeit hinter sich gelassen. "Das war das Reifezeugnis", sagt der Diplom-Finanzwirt.

Aber auch in der Sachsenliga haben sich die Weißenbornerinnen schon gute Noten verdient. Dabei treffen die jungen Spielerinnen aus Mittelsachsen auf die Crème de la Crème des sächsischen Frauenhandballs: Neben Ex-Meister HC Leipzig ist auch der Nachwuchs des Bundesligisten Rödertal, des Zweitligisten BSV Sachsen Zwickau sowie der Drittligisten aus Markranstädt und Chemnitz dabei.

Während Rödertal, der HCL und Chemnitz eine Klasse für sich sind, so der Rotation-Trainer, sei dahinter vieles möglich. "Die Rückrunde wird unsere Runde", schmunzelt Lehnert. Mit Hoyerswerda und Zwickau erwarte man noch zwei Teams zu Hause, gegen die Rotation ebenso erfolgreich Revanche für die Hinrundenniederlagen nehmen will wie gegen Heidenau und Oschatz. "Die Mannschaft hat viel Selbstvertrauen gewonnen", lobt Lehnert.

Die 14 Spielerinnen des Kaders kommen aus Weißenborn, Freiberg und Lichtenberg, zudem sind drei Döbelnerinnen dabei. Mit Tatjana Ployer (64 Tore) und Enya Lehnert (55) sind zwei Rotation-Spielerinen sogar unter den besten Werferinnen der Liga. Sie liegen auf den Plätzen 7 und 13 der Torschützenliste. Trainer Holger Lehnert hat früher bei der HSG Freiberg gespielt und wurde dort als A-Jugendlicher Vizesachsenmeister (unter anderem mit Schlottke, Kiulies, Lange, Weiser). Gemeinsam mit René Auerbach trainiert das Gründungsmitglied der neuen HSG (1993 aus dem ATSV Freiberg heraus) aktuell auch die Freiberger E-Jugend-Mannschaft. Im Gegenzug unterstützt Auerbach seit zwei Jahren die Rotation-Mädchen. "Wir sind ein richtig eingespieltes Team", sagt Lehnert, der auch die Kooperation mit der HSG lobt.

Und dass in den Ferien jetzt nur spiel- und nicht trainingsfrei ist, sei für seine Mädels überhaupt kein Problem sagt der Coach und lacht. "Die haben alle das Handball-Virus."

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