Beim Oberlosaer Kapitän spielt der Körper nicht mehr mit

Mit 24 Jahren muss Handballer Christoph Märtner seine sportliche Karriere beenden. Die Nachricht kommt überraschend, vor wenigen Tagen schoss er im Heimspiel noch fünf Tore.

Plauen.

Christoph Märtner beendet seine Handball-Laufbahn. Das bestätigte der Kapitän des SV 04 Oberlosa der "Freien Presse" auf Nachfrage. Seit Monaten hatte der etatmäßige Kreisläufer und Siebenmeterschütze der Plauener unter starken Schmerzen gespielt. "Er hat seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt, damit wir in der Handball-Oberliga bleiben", sagt SV-Manager Rico Michel voller Anerkennung. Märtner musste sogar die gesamte Saison über als Linksaußen auflaufen, nachdem auf dieser Position mit Kevin Model der Neuzugang langzeitverletzt ausgefallen war.

Bereits vor Wochen fiel die Entscheidung über das Karriereende des 24-jährigen Märtner. "Christoph hat seinen Vertrag nicht verlängert", untermauert Rico Michel die für Außenstehende jetzt überraschende Nachricht. Im Verein war die Tatsache hingegen durchaus bekannt. "Es ist bemerkenswert, dass alle Wissenden über mehrere Wochen den Mund gehalten haben. Das ist ganz stark", sagt Vereinschef und Vater Bernd Märtner.

Grund für die Entscheidung ist eine schwere Schulterverletzung des Kapitäns. "Ich habe einen Riss in der Rotatoren-Manschette und muss mich da nochmals operieren lassen. Daher habe ich meinen Vertrag nicht verlängert, sodass mein Körper sich in Ruhe erholen kann", erklärt Märtner. Insgesamt hatte der 24-Jährige bereits sieben große Operationen an Ellenbogen (3), Knie (2) und Schulter (2) über sich ergehen lassen müssen. Immer wieder kam der ehemalige Zweitliga-Profi, der im Nachwuchsbereich beim SC Magdeburg ausgebildet wurde, zurück. Und das trotz seines Studiums in Dresden. "Ich habe mein Vordiplom im Bauwesen erfolgreich abgeschlossen und studiere seit zwei Jahren Hydrowissenschaften, um dort meinen Abschluss zu machen", erzählt Christoph Märtner. Zudem leitet er nebenberuflich die Außenstelle der M&S Umweltprojekt GmbH seines Vaters in Dresden. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten wie zum Beispiel die Arbeit bei den IHK-Wirtschaftsjunioren übt er aus.

Jetzt muss sich der Student aber erst einmal erholen. Am letzten Oberliga-Spieltag in einer Woche in Staßfurt wird der Mann mit der Rückennummer 13 fehlen. "Mit der Verletzung habe ich seit Weihnachten gespielt, und jetzt, da der Klassenerhalt gesichert ist, bin ich durch. Ich habe gegen die TSG Calbe mein letztes Spiel gemacht und freue mich riesig, dass wir vorzeitig die Klasse gesichert haben", so Märtner. Mit 93 Treffern, davon 54 verwandelten Siebenmeter, ist er der erfolgreichste Schütze seines Teams in dieser Saison.

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