Auf der Spur der Wünschelruten

Eine neue Ausstellung soll in Deutschneudorf das beleuchten, was oft im Dunkeln bleibt. Das Phänomen, mit speziellen Ast- oder Metallgabeln nach Wasser oder Erzen zu suchen, ist schon sehr alt.

deutschneudorf.

Wünschelruten hat es schon vor 15.000 Jahren gegeben. "Das beweist eine Wandmalerei in einer Höhle in Frankreich", sagt Ausstellungsmacher Hans-Dieter Langer. Verwendung finden sie bis in die heutige Zeit hinein. Erst vor einigen Jahren wurde nahe Deutschneudorf unter anderem mit Wünschelruten im Berg nach verborgenen Schätzen gesucht.

Auf insgesamt 20 Informationstafeln versucht nun der Physiker mit Doktortitel im Deutschneudorfer Museum "Haus der erzgebirgischen Tradition" die naturwissenschaftlichen Hintergründe von Wünschelruten und Pendel zu beleuchten. "Sie zeigen, dass Wünschelruten und Pendel reine Glaubensbekenntnisse sind und im physikalischen Sinne nicht funktionieren", sagt der Wissenschaftler. Die Suchergebnisse resultierten aus der Fantasie der Wünschelrutengänger. Er selbst hat 1000 Stück gesammelt. Einige sind einfach konstruiert, andere kompliziert. Manche schwenken. Wieder andere rotieren. Unter den Exemplaren finden sich Eigenbauten und im Internet beschaffte Wünschelruten für bis zu 700 Euro. Etwa 100 Stück hatte er am Samstag im Gepäck, um einen Teil davon in Extravitrinen auszustellen. Zudem bereichert ein von Siegfried Kahl aus Holz gefertigter Wünschelrutengänger die Schau.

Hans-Dieter Langer arbeitete von 1970 bis 1972 als Hochschullehrer an der Technischen Universität Chemnitz, danach sieben Jahre in der Industrie, bevor er bis 1991 wieder zur TU nach Chemnitz zurückkehrte, um Studenten in Physik zu unterrichten. Der Wunsch, die Hintergründe dieser Zauberstäbe, wie sie Langer auch nennt, zu ergründen, entstand vor vielen Jahren. "Mein Kollege Max Planck hat mich darauf gebracht", so der Niederwiesaer. Planck war zu Zeiten Einsteins Chef des Kaiser-Wilhelm-Instituts. "In einem Rundfunkinterview fragte ihn ein Journalist, welches Institut er noch gründen wolle. Ein Institut zur Erforschung des Wünschelrutenphänomens, hatte Max Planck darauf geantwortet", so der 71-Jährige. Hans-Dieter Langer möchte seinen Beitrag dazu leisten. Missionieren will er die Besucher der Ausstellung aber nicht. "Ich möchte den Leuten ihren Glauben lassen", sagt er. Allerdings räumt er auch ein, dass der Umgang mit Wünschelruten und Pendel durchaus gefährlich sein kann. "Vor allem dann, wenn sie mit Ängsten der Menschen spielen."

Die Ausstellung ist mittwochs bis sonntags von 13 bis 17 Uhr im "Haus der erzgebirgischen Tradition" zu sehen.

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