Umfrage: Stimmen Sie ab: Wer wird Chemnitzer des Jahres?

Wenn das Jahr zu Ende geht, ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Was ist 2019 eigentlich in Chemnitz geschehen? Wie ist die Stadt vorangekommen? Das lässt sich am besten anhand der Menschen erzählen, die für Schlagzeilen gesorgt haben – im Großen wie im Kleinen. Bitte beachten: Das Ergebnis dieser Online-Abstimmung wird mit dem TED-Ergebnis addiert. Die Abstimmung läuft bis 1. Januar 2020, 6 Uhr. Das Endergebnis wird am 2. Januar bekanntgegeben.

Ergebnis

Gesamte Stimmenanzahl: 2359


Das Mitglied der Buntmacher will den Zusammenhalt in Chemnitz wieder stärken: Daniel Dost (45) und seine Mitstreiter hatten ein klares Ziel vor Augen, als sie sich zur Initiative Buntmacher zusammenschlossen. Nach den August-Ereignissen 2018 wollten sie die Chemnitzer wieder miteinander ins Gespräch bringen, jenseits von Demos und Konfrontation. Am 9. November organisierten sie bereits die zweiten Lichterwege, zur Erinnerung an die Pogrome 1938 und die Friedliche Revolution 1989. Vor den Stadtrats-, Europa- und Landtagswahlen veranstalteten sie parteineutrale Wahlkämpfe für Demokratie – mit Diskussionsrunden, Filmabenden und etlichen Haustürgesprächen. Für ihr Engagement wurden die Buntmacher bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt beim Sächsischen Förderpreis für Demokratie.

36.96%

Bankmitarbeiterin verhinderte, dass Rentnerin 80.000 Euro an Kriminelle überweist: Daniela Eger wird diesen Tag nicht vergessen. Die Sparkassen-Mitarbeiterin ahnte: Da stimmt etwas nicht. Eine Seniorin wollte im Juli 80.000 Euro abheben. Sie brauche das Geld für ihre Nichte, die in Schwierigkeiten sei, sagte die 91-Jährige. In bar solle es sein, damit es nicht auf Sozialleistungen angerechnet werden könne. Den letzten Ausschlag habe die Aussage der Frau gegeben, sie soll mit niemandem darüber reden. Das sei alles typisch für den sogenannten Enkeltrick, erkannte Eger, Leiterin der Sparkasse Moritzhof. Die Seniorin habe aber auf das Geld bestanden, sichtlich Angst gehabt und unter Druck gestanden. Schließlich gelang es, die echte Nichte anzurufen, die nichts von 80.000 Euro wusste. Die Familie rief dann die Polizei.

17.3%

Abiturient war einer der Hauptinitiatoren von Fridays for Future in Chemnitz: Marvin Müller gehörte gemeinsam mit Lisa Stryczek Anfang 2019 zu den Hauptinitiatoren der Fridays-for-Future-Demonstrationen in Chemnitz. Beide waren damals Schüler des Beruflichen Schulzentrums für Gesundheit und Sozialwesen. Wir hatten uns darüber mit anderen Schülern per Whatsapp ausgetauscht und waren der Meinung, dass es solche Demonstrationen auch in Chemnitz geben müsste, erinnert sich der 19-Jährige, der im Sommer sein Fachabitur abgelegt hat und jetzt ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Auf Facebook riefen beide im Februar zu Treffen und Mitte März zur ersten Demonstration auf, der seitdem neun weitere gefolgt sind. Heute sind wir Teil der größten sozialen Bewegung der Welt, sagt Müller.

9.45%

Der Kulturmanager und ein Verein organisieren in kurzer Zeit das Bürgerfest: Chris Dietrich und seine Mitstreiter vom Verein Chemnitzer Bürgerfest haben im August die dreitägige Veranstaltung ausgerichtet. Nach der Absage des Stadtfestes hatte Dietrich im April 36 Leute in seine Bar Oberdeck eingeladen, um nach einer Alternative für das Fest zu suchen. Wir wollten unbedingt etwas auf die Beine stellen, erinnert sich der 35-Jährige. An diesem Abend wurde die Idee des Bürgerfestes geboren. In dreieinhalb Monaten organisierte der Verein die Freiluftparty mit 13 Festplätzen unter dem Motto „Herzschlag“. An drei Tagen kamen Ende August 67.000 Menschen zum Feiern und Spaßhaben in die Innenstadt. Ich wollte einfach zeigen, was in Chemnitz steckt, erklärt Christ Dietrich seine Motivation.

6.87%

Jugendlicher schaffte es im Februar fast ins Finale einer TV-Musikshow: Theodor Haubensak, der im Februar in die siebente Klasse ging, schaffte es, berühmte Musiker ins Schwärmen zu bringen. In der Sat.1-Show „The Voice Kids“ zeigte der ruhige Hobbyangler, dass er auch Rampensau sein kann. Mit dem Song Scotty, beam mich hoch ging Theodor in der Musiksendung an den Start. Sängerin Lena Meyer-Landrut, Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß, die Boss-Hoss-Sänger Alec Völkel und Sascha Vollmer sowie Popsänger Mark Forster lobten den Chemnitzer nach seinem Auftritt überschwänglich und schickten ihn Runde um Runde weiter. Am Ende schied er kurz vor dem Finale als einer der letzten Vier aus. Es stört ihn nicht. Er kann sich auch vorstellen, Kindergärtner statt Popstar zu werden.

6.82%

Klettersportlerin schafft überraschend Sprung aufs WM-Podest: Lucia Dörffel hat 2019 in Italien für eine Überraschung gesorgt. In der Kletterdisziplin Bouldern konnte die Chemnitzerin bei den Weltmeisterschaften der Junioren die Bronzemedaille gewinnen. Bereits zuvor hatte sie bei verschiedenen Wettkämpfen groß abgeräumt: So gewann Lucia Dörffel unter anderem den Nachwuchs-Europacup in Bulgarien und wurde Deutscher Meister bei den Frauen. Bouldern ist ein Wettlauf gegen die Zeit auf einer senkrechten, mitunter auch nach vorn geneigten Wand, deren Höhe vier bis fünf Meter beträgt. Mehrere Griffe bilden eine Route nach oben. Fünf Minuten haben die Sportler Zeit, um die Strecke ohne Sturz zu bewältigen. Am Boden liegt eine Matte zum Schutz vor Verletzungen.

6.02%

Junger Basketballprofi will mit den Chemnitzer Niners in die 1. Bundesliga: Jonas Richter, Eigengewächs der Chemnitzer Niners, hat schon als junger Basketballer eine steile Karriere hingelegt. Aus dem Team des derzeit souveränen Tabellenführers der Zweiten Liga ist der 2,07 Meter große Korbjäger schon lange nicht mehr wegzudenken. Auch Verletzungsprobleme und eine Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber im Vorjahr konnten Richter nicht stoppen. Eines Tages wird man viel Geld bezahlen müssen, um Jonas Basketball spielen zu sehen, prophezeit sein Trainer Rodrigo Pastore. Soll heißen: Der 22-Jährige ist reif für Liga eins, die er am liebsten mit den Niners erreichen will. Gerade hat der Profispieler, der zudem an der TU Chemnitz Wirtschaftsingenieurwesen studiert, seinen Vertrag bis 2021 verlängert.

6.02%

Ingenieurin gründet ein Unternehmen und verpackt Informationen sicher: Katrin Weigelt ist in diesem Jahr mit dem Sächsischen Gründerinnenpreis ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Jan Thiele wagte sie 2016 den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete die Firma Prisma Labs. Der Technologie-Entwickler bietet Kunden Lösungen beim Marken- und Dokumentenschutz sowie bei interaktiven Sicherheitsanwendungen. So stattet das Unternehmen Druckprodukte mit einer digitalen Markierung aus, die mit Smartphones ausgelesen werden kann. Zudem arbeitet Prisma Labs mit dem Unternehmen Edding zusammen. Als Zukunftslabor der Firma, die für ihren Permanent-Marker bekannt ist, entwickeln Karin Weigelt und ihre Mitarbeiter innovative digitale Markierungen.

3.77%

Ein Chemnitzer durfte seine Bilder in einer Galerie in New York ausstellen: Jean Schmiedel hat es geschafft: Jahrelang galt seine Kunst als Geheimtipp. Ein großformatiges Ölgemälde sei für ein paar Hundert Euro zu haben gewesen, erinnert er sich. Heute kostet seine Kunst ein Vielfaches. Und dennoch geben sich die Leute nun in seinem Atelier die Klinke in die Hand, wo sie sich für alles interessieren, was Schmiedels Unterschrift trägt. Seit der Künstler vom amerikanischen Galeristen Georges Berges entdeckt wurde, hat er einen Namen in der Kunstwelt. Im Sommer durfte der Chemnitzer mit einer Soloausstellung die Herbstsaison der Galerie am Broadway im New Yorker Stadtteil Soho eröffnen. Und Chemnitzer wird Schmiedel auch bleiben: Atelier und Wohnung hat er weiter im Stadtteil Sonnenberg.

3.56%

Seniorin kämpft erfolgreich für die Reaktivierung einer Wohngebiets-Haltestelle: Roswitha Gerischer war der Verzweiflung nahe, als sie mitbekam, was die Einführung des neuen Nahverkehrsnetzes für sie und ihre überwiegend älteren Nachbarn im Stadtteil Markersdorf bedeuten wird – deutlich längere und beschwerlichere Wege bis zu den nächsten Haltestellen von Bus und Bahn. Doch die Mittsiebzigerin ließ nicht locker. Sie brachte eine Petition auf den Weg, wandte sich an Stadtteilinitiativen, Stadträte und an die Oberbürgermeisterin. Letztlich mit Erfolg: Dank der Initiative von Roswitha Gerischer und ihren Mitstreitern hält der Quartiersbus der Linie 53 seit diesem Frühjahr auch wieder an der Wilhelm-Firl-Straße. Da steigen auch viele Schüler ein und aus, schildert sie. Dass freut mich wahnsinnig.

3.22%