Abstiegskampf vor leeren Rängen: Fortuna gegen Paderborn

Im zweiten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte steht auch der sportliche Existenzkampf im Mittelpunkt. Für Gastgeber Fortuna ist der Heimvorteil dahin, aber auch die Gäste aus Paderborn wissen nicht, was auf sie zukommt.

Düsseldorf (dpa) - Auf die gewünschte Unterstützung im Abstiegskampf muss Fortuna Düsseldorf am Freitag vor leeren Rängen verzichten.

Die Idee von Trainer Uwe Rösler, sein Team in der Partie gegen den SC Paderborn am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) von Lautsprecher-Atmosphäre unterstützen zu lassen, ist nicht erlaubt und war auch nicht ernsthaft ein Thema. Viel wichtiger ist für den Tabellen-16., wie er im Existenzkampf mit der ungewöhnlichen Situation eines Geisterspiels umgeht. «Wir versuchen, uns genauso wie immer vorzubereiten und alles andere auszublenden. Aber für mich ist das komplettes Neuland», sagte Fortunas Chefcoach vor dem Duell mit dem Tabellenletzten.

Auch Paderborns Trainer Steffen Baumgart ist keineswegs erfreut über die Austragung der Spiele ohne Zuschauer. «In der Bundesliga freuen sich alle auf volle Stadien und eine tolle Atmosphäre. Das alles macht den Fußball aus und genau das wird es wochenlang nicht mehr geben», sagte der Coach. Inwieweit sich seine Spieler von dieser speziellen Atmosphäre beeinflussen lassen, weiß auch Baumgart nicht. «Das kann ich überhaupt nicht einschätzen», sagte der 48-Jährige.

Für beide Clubs ist die sportliche Situation alarmierend, vor allem Paderborn hat mit sechs Spielen ohne Sieg und einem Rückstand von zehn Punkten auf einen rettenden Platz kaum noch Hoffnung auf den direkten Klassenverbleib. «Wir fühlen keine Anspannung. Ich möchte, dass wir zeigen, was wir können. Wir nehmen den Kopf hoch und spielen weiter mit Attacke nach vorn. Das ist unsere Spielweise, die wir nicht verändern wollen», sagte Baumgart. Ein Sieg könnte die Ostwestfalen zumindest im Kampf um den Relegationsplatz noch einmal ins Rennen bringen.

Gleichwohl wird in der ungewissen Situation in den Teams auch über einen Abbruch der Saison wie im Eishockey nachgedacht. «Wir wissen nicht, was kommt. Die Zeiten sind unberechenbar. Wir müssen jedes Spiel angehen, als ob es das letzte ist», sagte Rösler. Zu der möglichen Notwendigkeit eines vorzeitigen Saisonabbruchs kommt auch die Bewertung von Kölns Manager Horst Heldt nach dem ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte am Mittwoch in Mönchengladbach. «Eine Erkenntnis ist, dass die Fußball-Bundesliga ohne Fans keinen Spaß macht», betonte Heldt.

Ganz ohne Geisterspiel-Erfahrung sind die beiden Teams übrigens nicht. Am 20. Januar 2017 trugen sie in der Düsseldorfer Arena kurzfristig ein Testspiel ohne Zuschauer aus und ersparten sich so auch größeren organisatorischen und finanziellen Aufwand. Fortunas Abwehrspieler Markus Suttner hat zudem schon einmal im österreichischen Pokal ohne Publikum gespielt. «Ich kenne die Situation. Das ist keine schöne Sache», sagte der Österreicher dem «Express».

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Fortuna Düsseldorf: Kastenmeier - Ayhan, Hoffmann, Suttner - Zimmermann, Berisha, Bodzek, Stöger, Thommy - Karaman, Hennings

SC Paderborn: Zingerle - Jans, Strohdiek, Schonlau, Collins - Gjasula - Ritter, Vasiliadis - Pröger, Antwi-Adjei - Srbeny

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)


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