Offensiv-Sorgen für Leipzig-Coach Nagelsmann

Seit 18 Spielen hat Schalke nicht mehr gewonnen. Da sollte Leipzig eine Nummer zu groß sein. Doch die RB-Offensive ist angeschlagen, Verstärkungen deshalb in Planung. In der Königsklasse erwischte RB eine spannende Gruppe.

Leipzig (dpa) - Ein Wiedersehen mit Thomas Tuchel, eine Reise ins «Theater der Träume», eine Rückkehr nach Istanbul: Vor dem Spiel gegen Schlusslicht FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga musste RB Leipzig erst einmal eine schwere Auslosung in der Champions League verkraften. Der Halbfinalist der vergangenen Saison trifft in der Gruppe H auf Paris Saint-Germain, Manchester United und Istanbul Basaksehir.

«Das ist eine anspruchsvolle Gruppe. Paris kennen wir aus dem Halbfinale, mit ihnen haben wir noch eine Rechnung offen. Unser Ziel ist trotzdem das Achtelfinale», sagte Sportdirektor Markus Krösche. «Wir haben in der letzten Saison mit unserer Art und Weise, Fußball zu spielen, ein Stück weit für Aufmerksamkeit gesorgt. Wir sind ins Halbfinale gekommen und haben gezeigt, dass wir auf internationaler Ebene mithalten können.»

Gegen Paris und dessen Trainer Tuchel hatte man erst im August das Halbfinale der Königsklasse mit 0:3 verloren, ins legendäre Stadion Old Trafford zum englischen Rekordmeister geht es hingegen erstmals. Nach Istanbul reiste RB bereits 2017, damals traf man in der Gruppenphase auf Besiktas. Die Festlegung des Spielplans soll laut UEFA-Angaben erst an diesem Freitag erfolgen.

Dann entscheidet sich auch, ob Leipzig Yussuf Poulsen für das Spiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen die seit 18 Spielen sieglosen Schalker einplanen kann. «Bei Yussi machen wir am Freitag einen Belastungstest und entscheiden dann, ob er spielt. Er hat eine kleine Zerrung im Oberschenkel», sagte Nagelsmann. Kapitän Marcel Sabitzer (Muskelfaserriss) fällt weiterhin aus, dazu konnte Hee-chan Hwang wegen einer Prellung im Hüftbereich nicht trainieren.

Erschwerend kommt hinzu, dass der für 20 Millionen Euro geholte Norweger Alexander Sörloth noch keine Option ist. «Er hat in dieser Woche einen viel besseren Eindruck gemacht. Aber es ist zu früh für die erste Elf», betonte Nagelsmann. Sörloth war am vergangenen Spieltag in Leverkusen bereits früh für Poulsen eingewechselt worden und hatte sich extrem schwer getan. Bange ist Nagelsmann deshalb nicht: «Er ist charakterlich ein Spieler, der sehr gerne und sehr schnell lernt.»

Schalke kommt mit seinem neuen Trainer Manuel Baum und ist für Nagelsmann deshalb im Vorfeld schwerer zu analysieren. Doch die Bilanz sollte den 33-Jährigen ruhig schlafen lassen. Von seinen bisher sechs Duellen mit Baum hat der RB-Coach keines verloren. «Ich habe eine Idee, was funktionieren könnte. Und ich bin gespannt wie ein kleiner Junge, ob es funktioniert», sagte Nagelsmann.

Mit Blick auf die Champions League sondiert RB auch den Transfermarkt. Und ist kurz vor Ende der Wechselperiode am 5. Oktober offenbar bei Atletico Madrid fündig geworden. Nagelsmann äußerte sich jedenfalls sehr positiv über den in Spanien häufig nur auf der Bank sitzenden Thomas Lemar. «Er ist ein guter Spieler mit viel Potenzial. Aber noch ist es etwas, das aus der Gerüchteküche kommt. Wir können in keine Richtung etwas vermelden», sagte der Trainer.

Der französische Nationalspieler Lemar war im Sommer 2018 für 70 Millionen Euro von der AS Monaco nach Madrid gewechselt, hatte sich dort aber bislang nicht durchsetzen können und soll von RB ausgeliehen werden. Medienberichten zufolge hat auch der FC Bayern München Interesse an dem 24-Jährigen.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.