2 Punkte zum 3. Advent?

Mit dem Heimspiel gegen den SV Oebisfelde beenden die Freiberger Handballer ihr Punktspieljahr und eröffnen zugleich die Rückrunde der Oberliga. Zudem müssen sich die Fans etwas umstellen.

Freiberg.

Einmal müssen sie noch ran - dann ist zwar nicht Weihnachten, zumindest aber Weihnachtspause für die Oberliga-Handballer der HSG Freiberg. Vier Wochen, bis Mitte Januar, sind in der 4. Liga spielfrei. Und die seien auch dringend notwendig, sagt Co-Trainer Andreas Tietze. Die Mannschaft gehe mittlerweile auf dem berühmten Zahnfleisch. "Zumal es auch personell richtig eng wird", so der 52-Jährige.

Denn in der Partie gegen den SV Oebisfelde, der ersten der Rückrunde, droht auch Felix Kempe auszufallen. Der 29-jährige Linkshänder ist mit 63 Treffern Freibergs Torschütze vom Dienst und zehntbester Werfer der Liga. Kempe konnte aufgrund von Rückenproblemen nur eingeschränkt trainieren, so Tietze. Der zweite Linkshänder im Rückraum, Nico Werner, fehlt nach einer Lungenentzündung im letzten Spiel des Jahres definitiv, ebenso Rechtsaußen Björn Richter (Bänderverletzung). Den langzeitverletzten Miroslav Jahn hat bei der HSG ohnehin niemand vor Anfang des nächsten Jahres auf dem Schirm.

Umso wichtiger, dass zumindest Martin Rom seine Schulterverletzung fast auskuriert hat und wieder voll trainieren kann, sagt Co-Trainer Tietze. Der 22-jährige Tscheche hatte im Hinspiel in Oebisfelde (25:30) drei Tore erzielt und traf insgesamt in zehn Spielen 38-mal. "Er ist eine absolute Verstärkung", lobt Tietze.

Zwar kann der 1,80-Meter-Mann im Mittelblock nicht den in die 2. Liga abgewanderten Zwei-Meter-Hünen Jan Mojzis ersetzen. Aber als offensive Deckungsspitze ist der Pilsener ebenso stark wie im Angriff, wo er mit seiner Schnelligkeit, seiner Explosivität und variantenreichen Würfen besticht. "Er hat nicht umsonst in der tschechischen Jugendauswahl und bei Talent Plzen gespielt", sagt Tietze.

Der aktuelle tschechische Meister lieh den jungen Kreisspieler aber zuletzt schon an Zweitligist TJ Kosutka aus und verlängerte den auslaufenden Vertrag nicht. So kam die HSG im Sommer zum Zug. Martin sei ein ehrgeiziger Spieler, "der sich weiterentwickeln will", sagt HSG-Geschäftsführer Stefan Lange, der Rom für drei Jahre verpflichtet hat.

In Freiberg und in der Mannschaft fühlt sich der ruhige Tscheche wohl. Die Stadt sei sehr schön und ganz anders als seine Heimatstadt, sagt Martin Rom und schmunzelt: "Hier ist es nicht so hektisch wie in Plzen." Mannschaft und Trainer schätzen den Kreisläufer ebenfalls: "Er ist ein absoluter Teamplayer und ein sehr sympathischer Typ", sagt Co-Trainer Tietze.

Mit seinem Team will Rom, der bei Autotec Oederan, einem HSG-Partner, arbeitet, nun zum Jahresabschluss unbedingt zwei Punkte holen. Dann hätte die HSG (6./13:13) erstmals in dieser Saison ein positives Punktekonto. Dafür werden alle auf und neben dem Feld nochmals alles geben, so Martin Rom. Die Partie gegen den Aufsteiger, der mit 8:18 Punkten auf dem vorletzten Platz der Tabelle steht, wird erst Sonntag, 17 Uhr, angepfiffen - wie die vier anderen Partien dieses 14. Spieltages. Die Umstellung sei aber kein Problem, so HSG-Manager Lange - im Gegenteil: "So haben die Jungs noch einen Tag länger Pause." Außer einem kleinen Weihnachtsgrillen vor dem Spiel sei am 3.Advent nichts weiter geplant. Das schönste Geschenk auch für die Fans der HSG wären sicherlich zwei Punkte, um ohne neuerliche Abstiegssorgen ins neue Jahr gehen zu können.

Mitteldeutsche Oberliga - 14. Spieltag - So., 17 Uhr: HSG Freiberg - SV Oebisfelde (Ernst-Grube-Halle)

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