Ausgebuffte Gäste beenden Germanias Erfolgsserie

Die Mittweidaer Fußballer haben ihr Heimspiel in der Sachsenliga gegen Eintracht Niesky mit 0:1 (0:1) verloren. Freunde machten sich die Ostsachsen mit ihrem Auftreten am Schwanenteich aber nicht.

Mittweida.

Hinter dem wiedergewählten Präsidenten des SV Germania Mittweida liegt ein Wochenende mit gemischten Gefühlen. Am Freitag wurde Harald Kaehs als Vereinschef in seinem Amt bestätigt und geht in seine neunte Amtszeit. Diese begann sportlich nicht erfolgreich: Die Landesliga-Fußballer des Vereins unterlagen dem FV Eintracht Niesky mit 0:1 (0:1). Da die Kellerkinder der Liga allesamt Siege einfuhren, sind die Mittweidaer wieder mittendrin im Abstiegsstrudel.

Doch Kaehs ärgerte mehr die Art und Weise, wie die Ostsachsen in der Schlussphase der Begegnung agierten. "Also ein schöner Stil war das mit Sicherheit nicht", so der 61-Jährige. Der Gegner drehte am Tag der Zeitumstellung gleich mehrmals an der Uhr. Offensichtliches Zeitspiel und provokante Gesten in Richtung Zuschauer gehörten beim Auswärtssieg Nieskys dazu. "So machen sie sich in dieser Liga auf jeden Fall keine Freunde. Ich finde einen Teil des Teams sehr unsympathisch", sagte Mittweidas Abwehrchef Philipp Rauthe nach der Partie. Er agierte gegen Niesky als lautstarker Kapitän in der Innenverteidigung - dies allerdings nur für 38 Minuten. Nach einer Rettungstat und dem folgenden unglücklichen Zusammenprall mit dem eigenen Torwart Nico Kaiser ging es für ihn nicht weiter. "Ich denke, dass es den Muskel im Oberschenkel erwischt hat", sagte er.

Während er sich hinter dem eigenen Tor noch am Boden quälte, musste er dann mit ansehen, wie die Gäste das Tor des Tages erzielten. Nach einer schönen Flanke von links stand Josef Nemec frei und köpfte den Ball aus Nahdistanz in die Maschen. Damit hatte das Rezept der Gäste Erfolg, über die Flügel durchzubrechen und mit scharfen Flanken vor das Tor zu kommen.

Die einzige nennenswerte Chance für Germania hatte in der ersten Halbzeit Hannes Ryssel. Doch sein Kopfball ging über das Tor der Gäste. Ansonsten fehlte immer wieder die Genauigkeit beim finalen Pass in die Spitze. "In der ersten Halbzeit waren wir als Mannschaft gar nicht auf dem Platz", sagte Mittweidas Trainer Uwe Schneider, der schon kurz vor Anpfiff umstellen musste. Der für die Startelf vorgesehene Felix Ebert verletzte sich beim Aufwärmen und gesellte sich zum Lazarett hinzu. Stammtorwart Maik Ebersbach laboriert an einer Schulterblessur.

In den zweiten 45 Minuten steigerten sich die Mittweidaer deutlich. Der für Tommy Uhlig eingewechselte Silvio Grötzsch verzog aus spitzem Winkel, ein Schuss von Christoph Antal war sichere Beute für den Torwart der Gäste. Dieser ließ sich bereits nach 50 Minuten bei seinen Abstößen zum Unmut der Zuschauer viel Zeit. Als die Mittweidaer ihre beste Phase hatten, wäre die Begegnung fast entschieden gewesen. Nach einem Foul von Markus Pietsch gab es Strafstoß für die Gäste, doch Nico Kaiser lenkte den Schuss noch an den Pfosten. Die langen Bälle der Mittweidaer brachten in der Schlussphase keinen Erfolg mehr und die Gäste verwalteten ihren Vorsprung mit teils skurrilen Einlagen. "Einer hat sich doch bei seiner Auswechslung auf dem Feld noch halb ausgezogen", schimpfte Philipp Rauthe. Uwe Schneider war über diese Methoden auch nicht amüsiert. "Aber am Ende ist es auch ein Stück Cleverness."

Statistik Mittweida: Kaiser - Pietsch, Rauthe (38. Krasselt), Hönig, Weinert (71. Wilsdorf) - Hahn, Ryssel, Antal, Grau - Uhlig (46. Grötzsch), K. Frieden - Tor: 0:1 Nemec (41.) - Schiedsrichter: Jäger (Leipzig) - Zuschauer: 109

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