BSC-Routinier hofft nicht auf ein Déjà-vu

Freibergs Landesklasse-Kicker sind wieder beim VfB Fortuna Chemnitz zu Gast. Auf den jüngsten Pokalauftritt blickt ein BSC-Akteur mit gemischten Gefühlen zurück.

Freiberg.

Ronny Singer würde am Sonntag gern durchspielen. Zum einen, weil der routinierte Abwehrmann des BSC Freiberg aufgrund langwieriger Kniebeschwerden in dieser Saison erst auf drei Einsätze kommt - vor allem aber, weil der nächste Gegner der Freiberger in der Fußball-Landesklasse VfB Fortuna Chemnitz heißt. Dort liefen die BSC-Kicker gerade im Sachsenpokal auf und zogen nach einem 5:4 im Elfmeterschießen ins Achtelfinale ein. Singer musste die entscheidende Phase der Partie aber auf den Traversen verbringen, da er nach einer umstrittenen Aktion im Strafraum Gelb-Rot sah. Zudem gab es Elfmeter für den VfB, der zum 1:1 führte.

"Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es kein Foul von mir und erst recht kein Gelb-Rot war", sagt der 32-Jährige. Der Chemnitzer Spieler sei regelrecht in ihn hineingestürzt. Die Jungs hätten das dann aber riesig gemacht, lobt Singer seine Teamkollegen. "Kämpferisch war das eine Superleistung, und wir sind nicht unverdient weiter."

Am Sonntag wollen die Freiberger an den Auftritt anknüpfen, "zumal wir jetzt wieder elf gegen elf spielen", so Ronny Singer schmunzelnd. Es werde auch ein ganz anderes Spiel als zuletzt gegen Weinböhla, als sich der BSC gegen den destruktiven Tabellenletzten trotz eines 3:0-Sieges überaus schwertat. Dort habe die Mannschaft nicht das abgerufen, was sie kann, weiß auch Singer. Das Ergebnis sei aber am Ende das einzige, was zähle: "Wir haben unsere Pflichtaufgabe erfüllt." Die Partie beim VfB Fortuna, der in der Landesklasse Mitte als Vierter mit 9Punkten zwei Plätze hinter dem BSC (2./12) steht, werde definitiv anders laufen, "da sich die Chemnitzer bestimmt nicht 90 Minuten hinten reinstellen", sagt Singer. Ziel sei aber ganz klar der fünfte Saisonsieg.

Seit zwei Jahren spielt der gebürtige Rochlitzer, der in Nossen lebt und bei einer Softwarefirma in Dresden arbeitet, wieder beim BSC. 2014 hatte Singer schon einmal in Freiberg angeheuert, gemeinsam mit seinem Döbelner Teamkollegen Stephan Krondorf. Der BSC kam damals auf Platz 9 in der Sachsenliga ein, wobei das Team in 30Partien 42Punkte holte und klar vor den Abstiegsrängen landete. Trotzdem wechselte das Duo nach der Saison zum Roßweiner SV. 2018 kehrte der Routinier von dort zurück, nachdem Rico Thomas beim BSC das Traineramt übernahm.

Der frühere Stürmer ist inzwischen zwei Reihen nach hinten gewandert und läuft meist auf der linken Seite der Viererkette auf. Ab und zu dürfe er natürlich auch mit nach vorn, so Singer. "Ich spiele dort, wo ich gebraucht werde." Dass er vor dem Tor nichts verlernt hat, zeigen seine sieben Treffer 2019/20 - in damals nur 14 Spielen. In dieser Saison hat es noch nicht geklappt - Singer stand nach seiner Knieverletzung aber bislang auch erst 185 Minuten auf dem Platz.

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