"Da wäre mehr drin gewesen"

Hürdensprinterin Anne Weigold aus Mittweida ist bei der Hallen-DM leer ausgegangen. Trotz persönlicher Bestleistung sieht sie noch Reserven.

Mittweida.

So richtige Freunde werden Anne Weigold und die nationalen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten, die am Wochenende in Dortmund stattgefunden haben, wohl nicht mehr. Nachdem die Hürdensprinterin der LG Mittweida in den vergangenen beiden Jahren gesundheitlich angeschlagen gewesen ist, lief es auch am Samstag bei ihr nicht nach Wunsch. In ihrem Vorlauf über 60 Meter Hürden sprintete sie in 8,34Sekunden zum dritten Mal binnen acht Tagen zu persönlicher Bestzeit, doch im Finale klappte dann gar nichts: Nach dem Start berührte sie die erste Hürde - die Konkurrenz zog davon.

"Das ist mir noch nie passiert, dass ich an einer Hürde mit dem falschen Bein abspringen musste", sagt die 22-jährige Studentin. Obwohl sie dafür gewöhnlich das rechte Bein nutzt, musste sie diesmal das linke nehmen. "Ich dachte schon vor der Hürde, dass das nicht gut gehen kann." Scheinbar habe sie nach dem Start einen Zwischenschritt zuviel gemacht, vermutet sie. "Da wäre mehr drin gewesen." Die Silbermedaillengewinnerin der Freiluft-DM aus dem vergangenen Jahr ist daher eher traurig zurück nach Sachsen gefahren - trotz der persönlichen Bestleistung im Vorlauf. "Denn da habe ich auch gemerkt, dass ich zu nah an den Hürden dran war." Das aktuelle Problem ist die Konstanz bei ihr. "Die Schnelligkeit und die Technik wollen noch nicht zusammen harmonieren. Das ist eine Sache von Zentimetern."

Michael Sperling, ihr Trainer bei der LG Mittweida, sieht das ähnlich. "Der Start im zweiten Lauf war Bombe, aber am Abstand zu den Hürden gilt es noch zu arbeiten", sagt er. "Anne musste aber angesichts der Konkurrenz im Finale Risiko gehen, leider hat es sich nicht ausgezahlt." Für eine Medaille wäre im Endlauf noch einmal eine deutlich Steigerung seines Schützlings nötig gewesen. Die Dritte, Monica Zapalska, lag elf Hundertstelsekunden unter Anne Weigolds Bestleistung. Der Fokus der Mittweidaerin liegt nun auf der Sommersaison und der Freiluft-DM, die Anfang Juni wie im Vorjahr in Braunschweig stattfindet.

Der Riechberger Marvin Schlegel, der für den LAC Erdgas Chemnitz startet, kämpfte sich über die 400 m zu Bronze. Sowohl im Vor- als auch im Endlauf bog er als Führender auf die Zielgerade ein, konnte diese Position aber nicht verteidigen.

Bei den Titelkämpfen gab es wieder strenge Hygienevorschriften. Jeder Athlet hatte im Vorfeld einen negativen PCR-Test vorzuweisen. Vor Ort wurde noch ein Schnelltest organisiert. "Das geschah gleich auf dem Parkplatz im Auto", erzählt Anne Weigold. Mittels des Smartphones mussten sich die Teilnehmer zudem in einem Portal für die DM anmelden, damit die Kontaktverfolgung gewährleistet ist.

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