Dachse erbeißen sich einen Punkt

Die Oberliga-Handballer der HSG Freiberg haben sich im ersten Heimspiel der Saison 28:28 vom USV Halle getrennt. Am Ende war es ein gewonnener Zähler für den Spitzenreiter des 1. Spieltages.

Freiberg.

Mehr als sieben Monate ist es her, dass die Handballer der HSG Freiberg ein Heimspiel in der Mitteldeutschen Oberliga absolviert haben. Als sich nun am 2. Spieltag der Saison 2020/21 endlich wieder der Vorhang in der Ernst-Grube-Halle hob, waren nur 257 der 624 Sitzplätze belegt. Grund dafür war nicht etwa das plötzlich gesunkene Handballinteresse in der Bergstadt. Vielmehr zwangen die Corona-Auflagen die Gastgeber dazu, das Zuschauer-limit herab- und Hygienemaßnahmen umzusetzen. Immerhin konnten sich die anwesenden HSG-Fans über einen Teilerfolg ihres Teams freuen: Die Truppe von Alexander Matschos/Uwe Lange verbuchte gegen den USV Halle durch das 28:28 (16:15) einen Zähler.

Matschos zeigte sich mit der Punkteteilung letztlich zufrieden, wenngleich er wusste, dass längst nicht alles rund gelaufen war. "In der Abwehr sind wir zu ruhig und behäbig aufgetreten", monierte der HSG-Cheftrainer und sah auch in der Offensive Reserven. "Die Wurfquote im ersten Durchgang war gut. In der zweiten Hälfte hat der Gegner den Torwart gewechselt. Da haben wir Probleme bekommen." Keinerlei Schwierigkeiten gab es hingegen bei der Aufstellung. Alle Freiberger waren fit, sodass Matschos personell aus dem Vollen schöpfen konnte.

Nach ausgeglichenem Beginn (5:5/12.) lagen die Gastgeber nach einer Viertelstunde 9:6 vorn, wobei sich Torhüter Tino Hensel in dieser Phase durch starke Paraden auszeichnen konnte. Doch die Saalestädter präsentierten sich keinesfalls als weiche Hallorenkugel, sondern als ganz harte Nuss. Fünf Minuten vor der Halbzeitpause glich der USV aus (13:13) und ließ sich nach dem Seitenwechsel auch nicht von einer 18:16-Führung der Hausherren aus der Ruhe bringen (37.). Vielmehr profitierte Halle immer wieder von Fehlern der Freiberger, die sich oft selbst in große Schwierigkeiten brachten und ihre Würfe nicht ausreichend platzierten. So glich Halle folgerichtig zum 18:18 aus und führte nach einer Dreiviertelstunde sogar mit 22:20. In der Schlussminute lag die HSG noch 27:28 zurück. Dass es dennoch zu einem Unentschieden reichte, war Björn Richter zu verdanken. 30 Sekunden vor dem Abpfiff zeigte sich Freibergs Rechtsaußen hellwach, fing einen Ball des Gegners ab und stanzte das Spielgerät zum umjubelten Ausgleich in die Maschen.

"Es war sicher kein spielerischer Leckerbissen", sagte der 25-jährige Linkshänder. Vielmehr hätten sich beide Seiten auf einem mäßigen Niveau bewegt. "Am Ende können wir das Unentschieden unterschreiben, weil wir in der 2. Halbzeit lange einem Rückstand hinterhergelaufen sind. Das Spiel hat auch gezeigt, dass es für uns noch viel zu tun gibt", erklärte der dreifache Torschütze.

Immerhin ist das Freiberger Team im Gegensatz zu den Vorjahren ganz gut aus den Startlöchern gekommen. Denn nach zwei Partien haben die Freiberger 3:1 Punkte auf dem Konto und stehen auf Platz 3 der Oberliga. Kommenden Samstag müssen die Dachse beim SV Plauen-Oberlosa antreten (5./3:1). "Das ist für mich ein Meisterschaftsfavorit. Dann werden wir sehen, wo wir tatsächlich stehen", sagte Trainer Matschos. Vor dem Anpfiff wurde Felix Lehmann verabschiedet, der aus beruflichen seine Laufbahn in der "Ersten" der HSG beendete. Der verdienstvolle ehemalige Spieler und noch aktive Funktionär Wolfgang Rose erhielt für sein Engagement die Goldene Ehrennadel des Handballverbandes Sachsen verliehen.

StatistikHSG Freiberg: Hensel, Meinicke; Morgenstern, Simunek (1), Wolf (2/1), Schettler (4), Neumann (2), Kempe (6), Richter (3), Gelnar (3), Riedel, Tieken, Werner (1), Rom (6) Strafminuten: HSG 4, USV 4 - Siebenmeter: HSG 1/1, USV 1/1 - Schiedsrichter: Hauke/ Lindig (Thüringer HV) - Zuschauer: 257

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