Der Kapitän ist wieder an Bord

Die Oberliga-Handballer der HSG Freiberg wollen nach dem überzeugenden Sieg gegen Aschersleben nun endlich auch auswärts punkten. Dabei können die Dachse wieder auf ihren Anführer bauen.

Freiberg.

Er ist wieder da: Nur zweieinhalb Monate nach seiner schweren Schulterverletzung hat sich Eric Neumann bei der HSG zurückgemeldet - vorfristig: Mindestens drei Monate Pause waren für den Kapitän der Freiberger Oberliga-Handballer veranschlagt worden, nach knapp elf Wochen feierte er nun beim 33:22 der Freiberger gegen den HC Aschersleben ein umjubeltes Comeback.

Er habe die Tage bis zur Rückkehr gezählt, so Neumann schmunzelnd. Zehn Minuten stand er dann beim jüngsten Heimspiel der HSG auf dem Parkett und durfte am Ende den eminent wichtigen zweiten Heimsieg mitfeiern. Einen Tag später sammelte er beim Verbandsliga-Punkspiel der HSG II Spielpraxis und steuerte 6 Tore zum klaren 38:26-Sieg bei Neudorf/Döbeln II bei. Er fühle sich prima, sagt der Rückraumspieler, "ein bisschen Muskelkater, aber sonst sehr gut." Immerhin hatte er im Trikot der HSG II rund 40 Minuten absolviert. Wichtig sei aber vor allem, dass die Schulter hält, so der 24-Jährige.

Am 13. August, zwei Wochen vor dem Start in die Saison, hatte sich Neumann zwei Stränge am linken Schultermuskel abgerissen - als er beim Fußball unglücklich gestürzt war. "Ich bin blöd auf die Schulter gefallen", erzählt er. Zehn Wochen wurde die Schulter ruhig gestellt, bekam der Rechtshänder absolutes Trainingsverbot. "Das war schon nicht so einfach." Zum Glück sei es nicht der Wurfarm gewesen.

Danach begann der Bergaka- demie-Student mit Physiotherapie, erst seit drei Wochen trainiert er wieder leicht mit seinen Teamkollegen mit. "Ich wollte aber so schnell wie möglich wieder spielen", sagt der ungeduldige HSG-Kapitän. Von Mannschaftsarzt Alexander Weiser kam dann grünes Licht - "und zum Glück hat alles gehalten", so Neumann. Operiert worden sei er nicht, die Arbeit der beiden abgerissenen Stränge übernehmen die anderen Muskeln mit.

Eng bei der Mannschaft ist Eric Neumann natürlich auch während der Verletzungspause gewesen, versuchte in der schwierigen Phase zumindest mental Unterstützung zu leisten. "Es ist schwer, wenn man so überhaupt nicht mithelfen kann", sagt er. Neumann war in der Vorsaison mit 130 Toren zweitbester Werfer der HSG, ist eine absolute Stütze in der Abwehr und nicht zuletzt als Motivator auf dem Feld gefragt. "Er ist für die Mannschaft eigentlich unverzichtbar", sagt HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. Vor allem seine Körpersprache habe in den vergangenen Wochen gefehlt. "An ihm haben sich viele Spieler aufgerichtet."

Mit der Rückkehr des Kapitäns hofft nicht nur der Manager, dass die Mannschaft nun auf Erfolgskurs bleibt. "Der Sieg gegen Aschersleben zählt nur, wenn wir jetzt in Plauen nachlegen", blickt Lange auf die nächste Partie beim HC Einheit Plauen (7./8:8 Punkte). Die Vogtländer, die in der alten Saison als Vorletzte eigentlich schon abgestiegen waren, stehen im Moment drei Plätze vor der HSG (10./5:11). Plauen habe sich verstärkt und sei keinesfalls mit der Mannschaft des Vorjahres zu vergleichen, so Lange. "Trotzdem wollen und müssen wir gewinnen", fordert der HSG-Manager.

Das Team fahre mit Respekt, jedoch durchaus selbstbewusst nach Plauen, sagt Eric Neumann. "Das Spiel gegen Aschersleben muss jetzt der Maßstab für die kommenden Partien sein - und wir müssen endlich auch auswärts punkten." Unterschätzen werde man den Fast-Absteiger der Vorsaison natürlich auf keinen Fall, betont der HSG-Kapitän. Der HC Einheit spiele bislang eine sehr gute Saison - "und in unserer Situation können wir ohnehin niemanden auf die leichte Schulter nehmen".

Mitteldeutsche Oberliga 9. Spieltag Sa., 16 Uhr: HC Einheit Plauen- HSG Freiberg (Sporthalle am BSZ "Anne Frank")

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