Dramatik schon im ersten Spiel

Nach einem 2:0-Vorsprung und 2:3-Rückstand haben die Sachsenliga-Fußballer von Germania Mittweida das erste Saisonspiel noch gewonnen. Verantwortlich dafür waren zwei Oldies.

Mittweida.

Was ist das für ein Auftakt in eine ohnehin schon ungewöhnliche Landesliga-Saison gewesen: In einer an Dramatik kaum zu überbietenden Partie starteten die Fußballer von Germania Mittweida am 1. Spieltag nach der Corona-Pause gegen die BSG Stahl Riesa mit einem 4:3-Heimsieg erfolgreich in die neue Saison. Bis zum Schlusspfiff mussten die Fans bangen und wurden durch Roy Blankenburgs Siegtreffer in der 90. Spielminute erlöst.

"Respekt und Anerkennung, wie sich die Mannschaft nach dem Rückstand gewehrt hat und schließlich, wenn auch mit dem nötigen Glück, den Sieg erzwungen hat", freut sich Trainer Uwe Schneider nach den nicht nur für ihn nervenaufreibenden 90 Minuten. Die Platzherren hatten sich im Vorfeld viel Mühe bei der Umsetzung des Hygienekonzeptes gegeben. Am Spieltag war man somit gut vorbereitet, wobei sich die Umsetzung bei rund 100 mitgereisten Gästefans nicht einfach gestaltete.

Bei Germania standen alle Neuzugänge in der Startelf und fügten sich wie schon in den Vorbereitungsspielen gut ein. Dennoch war eine gewisse Anfangsnervosität nicht zu übersehen und die Gäste hatten zunächst mehr vom Spiel. In der 9. Minute kam Stahl erstmals gefährlich vor das Tor. Eine scharfe Hereingabe verpasste der gefährlichste Riesaer Angreifer, Jakub Uhlir, nur ganz knapp. In der 13. Minute verschätzte sich Markus Pietsch bei einem langen Ball in den Strafraum. So kam Marvin Reinkober zum Abschluss und zwang Germania-Schlussmann Alexander Goldhammer zu einer ersten starken Parade. Nach einer Verwarnung für Trainer Schneider wachte sein Team auf: In der 26. Minute wurden die Gastgeber erstmals torgefährlich. Daniel Heinrich setzte Philipp Krasselt mit einem Steilpass in Szene, doch dieser bekam den Ball nicht richtig mit und konnte noch gestoppt werden. Nur eine Minute später gelang die Führung. Diesmal bekam Phillip Seifert das Leder durchgesteckt, umkurvte noch Riesas Keeper und schob zum 1:0 ein. Es folgte die beste Mittweidaer Phase. Weitere Treffer lagen bei klaren Chancen durch Felix Hennig sowie Felix Ebert in der Luft. In der Nachspielzeit der 1.Halbzeit führte ein Fehler des Riesaer Torhüters Petr Svarc zum 2:0. Einen Eckball faustete er Richtung eigenes Tor und Florian Stier drückte das Leder ins Netz.

Eine Minute nach Wiederanpfiff leistete sich Innenverteidiger Christian Kuhl einen dicken Patzer und ermöglichte somit den Anschlusstreffer durch Uhlir. Germania zeigte sich jedoch wenig beeindruckt und versuchte, sofort wieder Fahrt aufzunehmen. Doch in der 51. Minute schlugen die Gäste diesmal durch einen Sonntagsschuss von Florian Ohme erneut eiskalt zu und egalisierten die scheinbar sichere Mittweidaer Führung. In der 75. Minute sah die neu formierte Hintermannschaft erneut nicht gut aus. Der eingewechselte Rene Müller lief frei auf den Ex-Riesaer Goldhammer zu und vollendete zur Gästeführung.

Die Mittweidaer zeigten nun jedoch die vom Trainer viel beschworene Moral. Zudem schickte der Coach mit Silvio Grötzsch und Roy Blankenburg zwei Routiniers auf den Platz, womit er wieder einmal goldrichtig lag. Zunächst schlenzte Blankenburg in der 80. Minute den Ball noch knapp am langen Pfosten vorbei. In der 83. Minute nutzte dann Grötzsch einen weiteren Fehlgriff des Torhüters in der Luft und verwandelte per Direktabnahme zum 3:3. In der Schlussminute traf dann Blankenburg aus dem Gewühl zum 4:3. Am kommenden Wochenende haben die Mittweidaer spielfrei.

StatistikMittweida: Goldhammer - Pietzsch, Kuhl (62. Grötzsch), Stier, Weinert - D. Heinrich, Ebert, Eckhardt, Krasselt (78.Blankenburg) - Seifert (87. Hahn), Hennig Tore: 1:0 Seifert (27.), 2:0 Stier (45.+1), 2:1 Uhlir (47.), 2:2 Ohme (52.), 2:3 Müller (75.), 3:3 Grötzsch (83.), 4:3 Blankenburg (90.) - Schiedsrichter: Fiedler (Neustadt/Spree) - Zuschauer: 212

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