Dritte Vertretung ist nicht fünftes Rad am Wagen

Die Handballer der HSG Freiberg III haben den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Dabei musste die Truppe komplett neu aufgebaut werden.

Freiberg.

Beim Feiern hatten sich die Handballer der HSG Freiberg III natürlich genau an die Hygienevorgaben des Landes- und Kreissportbundes gehalten. "Wir hatten genug Abstand und es war eine geschlossene Veranstaltung - alles coronakonform", sagt Uwe Breslein und lacht. Das Vorstandsmitglied der HSG hatte die kleine Party in der Gaststätte "Waldfrieden" organisiert, mit der Spieler der dritten Mannschaft kürzlich ihren Aufstieg in die Bezirksliga feierten. Mit der Bilanz von 15 Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage (31:3 Punkte) hatte das Team von Trainer Konstantin Kraushaar die abgebrochene Saison in der 1. Bezirksklasse auf Platz 1 beendet - klar vor den favorisierten Bezirksliga- Absteigern Werdau (26:6) und Annaberg (23:10). "Eine Superleistung - Glückwunsch und Respekt", sagt Breslein.

Der 53-jährige Funktionär hat dabei gehörigen Anteil am Aufschwung des Teams, das nach der Zwangsauflösung der Spielgemeinschaft Freiberg/Weißenborn (aufgrund von Regeländerungen beim DHB) nach der Saison 2018/19 komplett neu aufgebaut werden musste. "Uwe hat mit viel Herzblut und Leidenschaft dazu beigetragen, eine leistungsstarke und ehrgeizige Mannschaft zu formen", lobt HSG-Manager Stefan Lange seinen Vorstandskollegen. "Das ist ein toller Erfolg." Breslein gibt das Kompliment ans Team weiter: "Das ist eine richtig verschworene Truppe geworden, in der sich alle dem Erfolg unterordnen", so der Mannschaftsleiter.

Von Beginn an stand das Team mit vielen jungen Spielern, aber auch Routiniers wie Sebastian Mader (36) an der Tabellenspitze. Trotz des zum Teil großen Altersunterschiedes - mit Marc Schreiber und Niclas Kühne gehörten auch zwei 17-jährige A-Jugendliche zum Kader - habe sich die Truppe als Einheit präsentiert, lobt Breslein. Und sie überzeugte zudem von Beginn an mit schnellem, dynamischem Handball: Stolze 543:445 Tore standen am Ende in 17 Spielen zu Buche. Damit warfen die Freiberger fast 100 Treffer mehr als Verfolger Werdau (451) und kamen im Schnitt auf 32 Tore pro Partie. Mit Sven Hesse (96), David Voigt (84), Simon Ziemey (80) und Paul Andrä (72) stehen gleich vier HSG-Spieler unter den besten 20 Torschützen der Staffel.

Die dritte Vertretung sei keineswegs das fünfte Rad am Wagen bei der HSG, betont Breslein. "Sie soll die Lücke zwischen Nachwuchs- und Männerbereich schließen." Für die neue Saison rücken sieben Spieler aus der A-Jugend auf. "Alle können sich hier weiterentwickeln und für die höheren Ligen anbieten", sagt der Unternehmer, der seit 2016 als Vertreter der Sponsoren zum Vorstand der HSG gehört. Das hat unter anderem schon Robert Jehmlich geschafft: Der 19-jährige Rechtsaußen war in fast allen Spielen der HSG III dabei (58 Tore), warf in der Verbandsliga in neun Partien 34 Tore für die HSG II und stand auch im Oberliga-Kader der Freiberger.

Und obwohl die alte gerade erst gefeiert wurde, hat die neue Saison längst begonnen: Seit drei Wochen läuft bereits die Vorbereitung, freut sich Breslein. "Erst haben die Jungs im Park geschwitzt, seit dieser Woche sind sie wieder in der Halle."

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