Ehrung für beste Hauptdarsteller

Die Sport-Oscars des Kreissportbundes sind in diesem Jahr an drei Trainer gegangen. Alle drei sind seit Jahrzehnten in ihren Vereinen aktiv.

Frankenberg.

Beim Sportkongress des Kreissportbundes ist nicht nur auf blanke Zahlen geschaut worden. Reichlich einen Monat nach dem amerikanischen Original wurden auch die Sport-Oscars in Mittelsachsen wieder verliehen. Die diesjährigen Gewinner der Auszeichnung für besondere ehrenamtliche Leistungen sind Maik Metzler von der Leichtathletikabteilung des TSV Fortschritt Mittweida, Karl-Heinz Pohl (Boxclub Döbeln) und Steffen Wießner (TSV Langhennersdorf).

"Man hatte mir gesagt, hier wäre eine Großsportveranstaltung, zu der ich auf alle Fälle hingehen müsse", zeigte sich Maik Metzler sehr überrascht. Er hatte am Abend zuvor extra eine Mappe mit Datensammlungen vorbereitet. Der 52-Jährige ist seit 38 Jahren im Leichtathletikbereich in Mittweida aktiv. "Bei den Schulsportfesten gehörte ich immer zu den Besten", erzählt Metzler.

Mit 18 Jahren wurde er bereits Übungsleiter, und unter seiner Führung entwickelte sich der TSV Fortschritt Mittweida in den 1990er Jahren zu einem der größten Talentstützpunkte in Sachsen. Später zog es ihn für einige Jahre als Trainer an die Sporthochschule Köln. Seit 2013 ist er wieder in Mittweida aktiv.

"Auch während der Zeit in Köln bin ich immer Mitglied beim TSV gewesen", sagt Metzler. Als Mitinitiator des Landkreislaufes sowie Trainer für mehr als 80 Landes- und Bundeskader wurde der Mittweidaer nun mit dem Sport-Oscar geehrt.

Karl-Heinz Pohl hatte schon ein wenig spekuliert, dass eine Auszeichnung kommen könnte. Der gebürtige Leisniger ist seit 1990 Vorsitzender des Boxclubs Döbeln. Angefangen habe alles auf dem Bauernhof seiner Familie in Leisnig, wo er aufwuchs. "Nachdem der Pferdestall ausgemistet und die Schulaufgaben erledigt waren, bin ich jeden Dienstag und Freitag zum Training ins Leisniger Schützenhaus gerannt", erzählt der 69-Jährige. Mit elf Jahren hatte Pohl seinen ersten Kampf. Dieser ging zwar verloren, doch es dauerte nicht lange, bis die Erfolge kamen. Im ehemaligen Bezirk Leipzig wurde er mehrfacher Meister, und nach 30 Jahren standen insgesamt 194 Kämpfe, davon 124 Siege, in seiner Bilanz. Mittlerweile kümmert sich der selbstständige Ackermechaniker um die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen im Verein.

"Der Organisator", wie Steffen Wießner von Oberschönas Bürgermeister Rico Gerhardt in der Laudatio bezeichnet wurde, spielte dagegen schon öfter mit dem Gedanken, dem Fußballsport den Rücken zuzukehren. "Wirklich 'Nein' sagen konnte ich aber nie", sagt der 67-Jährige. Der gelernte Diplom-Ingenieur betreut beim TSV Langhennersdorf Fußballer zwischen fünf und 67 Jahren. Egal, ob es die F- und E-Junioren, die zweiten Mannschaft oder die Alten Herren sind - bei denen er selbst noch aktiv ist - das Trainerdasein macht ihm am meisten Spaß.

Beim TSV ist Wießner für alles Organisatorische zuständig - die wöchentliche Spielvorschau, Aushänge für Versammlungen oder Feiern oder Sponsorenbetreuung. Gestresst ist er aber selten, denn neben dem Fußball hat er seine innere Ruhe gefunden - mit Yoga. "Am Anfang habe ich den Sport belächelt, bis ich gemerkt habe, wie anstrengend das sein kann", sagt Wießner. Für die Hauptveranstaltung des KSB hatte der "Organisator" nur Lob übrig. "Alles war sehr gut inszeniert."

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