Eisiger Abschluss für heiße Phase

Die Handballer der HSG haben im Trainingslager in Prag Schwung für die Saison geholt. Neben zwei interessanten Tests gab es auch noch eine besondere Überraschung.

Freiberg.

Ja, ein wenig schwere Beine habe er immer noch, gibt Eric Neumann zu. "Es war ein sehr anspruchsvolles Trainingslager - hat aber trotzdem viel Spaß gemacht", blickt der Kapitän der Freiberger Oberliga-Handballer auf die vergangenen dreieinhalb Tage zurück. Von Donnerstag bis Sonntag hatten die HSG-Männer in einem Sportkomplex in Prag Quartier bezogen. Insgesamt fünf intensive Trainingseinheiten, zwei Testspiele, Videoanalyse sowie ein Teamabend standen in Tschechiens Hauptstadt auf dem Programm. "Die Trainer haben voll durchgezogen", sagt Neumann. Der Kurztrip in die Goldene Stadt war auf jeden Fall wieder ein Erlebnis - dennoch seien alle froh gewesen, als sie wieder zuhause waren und ins Bett fallen konnten, so der 24-Jährige schmunzelnd.

Am Freitag standen zunächst zwei Einheiten zu je zweieinhalb Stunden auf dem Plan, ehe am Abend noch der tschechische Meister Talent Plzen als Testgegner wartete. Beim Heimatverein von HSG-Neuzugang Martin Rom waren die Freiberger chancenlos, zumal mit Benjamin Wolf (verletzt), Miroslav Jahn, Dominik Gelnar (beide krank) und den dienstlich verhinderten Martin Schettler und Tino Hensel fünf Spieler fehlten. "Pilsen hatte dagegen fast 20 Spieler auf der Bank", sagt HSG-Manager Stefan Lange. Zudem sei die Mannschaft nach der Belastung natürlich etwas müde gewesen und habe viele technische Fehler und Fehlwürfe produziert, die der tschechische Extraligist sofort bestrafte. So hieß es am Ende 21:35 (8:16) aus Sicht der Freiberger.

Gegen Drittligist Banik Most lief das HSG-Spiel einen Tag später deutlich besser, wobei sich vor allem der nachgereiste Martin Schettler als absolute Verstärkung erwies. Mit 31:19 entschieden die Freiberger diese Partie klar zu ihren Gunsten - obwohl sie zuvor erneut zweieinhalb Stunden intensiv trainiert hatten. Selbst am Sonntag ließen die Trainer keine Gnade walten: Fast drei Stunden schwitzten die HSG-Dachse auf dem Beachplatz, bevor es nach dem Mittagessen wieder zurück ging.

Auf der Heimfahrt wartete dann noch eine eiskalte Überraschung: In der Silbertherme Warmbad unterzogen sich die Handballer einer Ganzkörperkältetherapie. Die drei Minuten in der Kältekammer bei minus 110 Grad seien ganz schön lang geworden, berichtet Eric Neumann und schmunzelt erneut. Aber danach falle vieles ab: "Man fühlt sich fast wie neugeboren", so der alte und neue HSG-Käpt'n. Zum zweiten Mal sprach ihm die Mannschaft in geheimer Wahl das Vertrauen aus. Das sei natürlich eine große Ehre, so der Rückraumspieler, der in der vergangenen Saison 130 Tore in der Oberliga warf. Zum Stellvertreter wurde Neuzugang Felix Kempe gewählt, der in der Vorbereitung einen ganz starken Eindruck hinterließ.

Insgesamt sei das Trainingslager als Abschluss der heißen Vorbereitungsphase ein voller Erfolg gewesen, sagt Stefan Lange. "Das war ein ganz großer Schritt", so der HSG-Geschäftsführer, der wie Vorstandsmitglied Uwe Breslein mit nach Prag gereist war. Mehr als 4500 Euro, die komplett über Sponsoren finanziert wurden, ließ sich der Verein den "Ausflug" kosten. "Der Aufwand hat sich absolut gelohnt. Wir konnten hier unter hoch professionellen Bedingungen arbeiten", lobt Lange.

Neben den interessanten Tests sei es vor allem wichtig gewesen, "die Jungs über einen längeren Zeitraum zusammen zu haben", so der sportliche Leiter der HSG. "Das hat die Truppe noch ein Stück enger zusammengeschweißt."

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