Elfmeterkrimi mit Happy End

Die Fußballer des BSC Freiberg stehen nach einem 5:4 beim VfB Fortuna Chemnitz im Achtelfinale des Sachsenpokals. Dabei spielte das Team fast eine Stunde in Unterzahl.

Freiberg.

Sogar zum Jubeln fehlte am Ende Kraft: Nach einer kämpferisch starken Leistung haben sich die Fußballer des BSC Freiberg in der 3. Runde des Landespokals beim VfB Fortuna Chemnitz mit 5:4 (1:0, 1:1) im Elfmeterschießen durchgesetzt und stehen im Achtelfinale. "Wir haben alles rausgehauen", sagte Sebastian Krause, einer der vier erfolgreichen Elfmeterschützen des BSC, nach dem mehr als 120-minütigen Pokalkampf im Stadion Beyerstraße in Chemnitz. In Unterzahl habe die Mannschaft standgehalten und sich das Weiterkommen verdient, so der offensive Mittelfeldspieler.

Im Duell der beiden Spitzenteams der Landesklasse Mitte hatte der BSC den besseren Start. Sebastian Krause, Tommy Gommlich und Hans Rudolph hebelten mit drei Pässen die VfB-Abwehr aus, Krause setzte den Ball aber neben den Pfosten. Freiberg kontrollierte das Spiel, BSC-Keeper Christopher Hauswald wurde bis auf einen Löbel-Schuss kaum auf die Probe gestellt (12.). Kurz darauf führte der BSC: Gommlich schickte Sturmkollege Rudolph mit einem zentimetergenauen Pass, und der 20-Jährige verwandelte eiskalt (15.). Die VfB-Abwehr machte dabei erneut keine gute Figur.

Die Fortuna wurde nun etwas offensiver, Freibergs Viererkette um die kopfballstarken Stefan Richter und Christopher Otto hatte aber bei den meist hoch geschlagenen Bällen wenig Probleme. Beide Teams mussten dann früh wechseln: Beim BSC war das Spiel für Maurice Deidok (Pferdekuss) nach 30 Minuten beendet, beim VfB schied Phil Mende nach einem Zusammenprall mit BSC-Kapitän Otto aus (43.).

In der 2. Halbzeit verstärkte die Fortuna den Druck, die besseren Chancen hatte der BSC: Rudolph traf nur den Pfosten, Florian Francke verzog frei vor dem VfB-Tor. Nachdem BSC-Keeper Hauswald einen Kopfball von Meier glänzend parierte, hatten erneut Rudolph und Gommlich das 2:0 für die Gäste auf dem Fuß. Stattdessen stand es plötzlich 1:1: Nach einer Aktion von Ronny Singer zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt und schickte den angeblichen Übeltäter sogar mit Gelb/Rot vom Platz. "Ich habe nur gestanden, und er fällt in mich rein", schüttelte Singer den Kopf. Florian Rüger war es egal, er verwandelte den Strafstoß sicher.

In Unterzahl geriet der BSC nun unter Druck, behielt aber den Kopf oben. Richter und der überragende Otto konnten immer wieder klären und die Löcher stopfen. Kurz vor Schluss jagte Rüger den Ball dann aus Nahdistanz über das BSC-Tor - Verlängerung!

In den ersten 15 der zusätzlichen 30 Minuten kam der BSC phasenweise kaum aus seiner Hälfte, gestattete der Fortuna aber wenig Möglichkeiten. Auch danach stemmten sich die Freiberger, die über 50Minuten in Unterzahl spielen mussten, mit allen verfügbaren Kräften gegen die Schlussoffensive des VfB. Und mit dem Glück des Tüchtigen: Kurz vor Ende der Verlängerung retteten erst der Pfosten und dann Richter für seinen schon geschlagenen Keeper. Der brauchte nicht einmal im Elfmeterschießen eingreifen: Während Krause, Gommlich, Rudolph und Otto keine Nerven zeigten und souverän verwandelten, jagten die letzten beiden Chemnitzer den Ball über den Kasten - 4:3 für den BSC. "Natürlich ist Elfmeterschießen immer geil für einen Torhüter", so BSC-Keeper Christopher Hauswald mit einem Schmunzeln. "Aber wir hatten dabei auch etwas Glück."

Christopher Otto lobte vor allem den Teamgeist: "Wir haben heute das gezeigt, was uns zuletzt etwas gefehlt hat - große Moral", so der BSC-Kapitän. Und Trainer Rico Thomas sprach seiner Truppe, die miteinander rannte und kämpfte, "ein Riesenkompliment" aus. Viel mehr gebe es eigentlich nicht zu sagen, so der Coach schmunzelnd.

StatistikBSC Freiberg: Hauswald - Göll, Richter, Otto, Singer (68. G/R) - Francke, Deidok (29. Schulz/106. Landgraf), Fischer, Krause - Rudolph, Gommlich Tore: 0:1 Rudolph (15.), 1:1 Rüger (68./FE) - SR: Philipp (Dresden) - Zu.: 96 - 11-m-Sch.: 1:0 Rüger, 1:1 Krause, 2:1 Gläser, 2:2 Gommlich, 3:2 Büttner, 3:3 Rudolph, 3:4 Otto

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