Erfolgreich durch den Schlamm

Der Saisonauftakt zur Deutschen Enduro-Meisterschaft hat den Fahrern viel abverlangt. Mit den Umständen kamen sie unterschiedlich zurecht.

Penig/Geringswalde.

Der Saison-Auftakt zur Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft in Uelsen-Itterbeck, nahe der deutsch-holländischen Grenze, erwies sich als echter Härtetest, der in dieser Form kaum zu erwarten war. Für drei Vertreter aus der Region lief das Wochenende höchst unterschiedlich.

Zwar ist die Uelsener Geländefahrt für ihre legendären Sonderprüfungen im tiefen Sand bekannt, nicht aber für kernige Enduro-Tests mit über fünf Minuten Fahrzeit quer durch den Wald. Bei der Etappenführung wurde eine Schippe drauf gepackt, sodass es mehr Offroad-Anteile als in den Jahren zuvor gab. Das Wetter zeigte sich am ersten Fahrtag noch human, während es am zweiten wie aus Eimern schüttete und sich die komplette Strecke in eine einzige Schlammwüste verwandelte. Doch Enduro-Fahrer sind bekanntlich harte Hunde und so wurde auch unter schwierigsten Bedingungen am Gasgriff gedreht.

Einer, der dieses Handwerk vorzüglich versteht, ist Nachwuchstalent Luca Fischeder. Der Geringswalder ging wie in der Vorsaison mit einer 125ccm-Zweitakt-Maschine an den Start, was bei diesen schwierigen Bodenverhältnissen nicht unbedingt das optimale Motorrad ist. "Es war wirklich ein Kampf", gesteht der 20-Jährige, der im tiefen Sand gern auf die eine oder andere PS mehr zurückgegriffen hätte. "Dafür konnte ich im Enduro-Test glänzen. Der anspruchsvolle Kurs durch den Wald kam mir sehr entgegen. Dort konnte ich jedes Mal Zeit gutmachen", freute sich der Sherco-Fahrer, der trotz seines Sieges in der Junioren-Klasse nicht restlos glücklich war. "Ich habe in einer Welle einen heftigen Schlag auf das Vorderrad bekommen. Seitdem hatte ich starke Schmerzen in meiner Schulter." Und in der Tat verschlimmerte sich sein Zustand über Nacht, sodass er am Morgen kaum noch den Arm heben konnte und die Erwartungen deutlich zurückgeschraubt werden mussten. "Durchkommen und möglichst viele Punkte mitnehmen", lautete nun seine Devise, was mit Rang 6 auch gelang. "Im ersten Test habe ich mich auch noch in einer Schlammrinne festgefahren, was mich zwei, drei Minuten gekostet hat", ärgerte sich Fischeder, für den ohne dieses Missgeschick sogar wieder ein Platz auf dem Podium möglich gewesen wäre.

Für Edward Hübner verlief das Wochenende genau anders herum. Am Samstag noch von einem heftigen Abflug ausgebremst, holte der Peniger tags darauf zur großen Gegenoffensive aus. "Der Sonntag lief richtig rund. Die verschärften Bedingungen spielten mir super in die Karten", freute sich der KTM-Fahrer, der vor dem letzten Enduro-Test, mit dem Sieg vor Augen, noch auf Rang 2 lag. "Ich habe gewusst, dass ich mit einer starken Fahrt den Führenden noch abfangen konnte. So habe ich noch einmal alles gegeben", berichtet Hübner, dem es tatsächlich gelang, Davide von Zitzewitz um 0,85 Sekunden noch abzufangen. "Den Tagessieg zu holen, freut mich natürlich total", strahlte der 31-Jährige, "zumal ich am Samstag mit einem Sturz in der ersten Runde bereits alle Chancen darauf eingebüßt hatte", bedauert der Peniger, der sich aber im weiteren Tagesverlauf wieder nach vorn kämpfen konnte und am Ende Vierter wurde. "Dass ich das Podium knapp verpasste habe, war aber gar nicht so schlimm", meinte er augenzwinkernd. "So musste ich nicht auf die Siegerehrung warten und konnte mir in Ruhe nochmals den Test anschauen, um mir die eine oder andere bessere Spur auszusuchen."

Mit Patrick Irmscher aus Schweikershain war ein dritter Fahrer der Region im niedersächsischen Uelsen am Start. Wie Hübner ist der 26-Jährige in der Klasse E2 auf einer KTM des Teams Sturm Zschopau unterwegs. Nach einem Jahr Rennpause gelang ihm mit zwei zwölften Plätzen ein solider Wiedereinstieg in den Endurosport.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...