Fernziel in Fernost rückt näher

Leichtathlet Marvin Schlegel aus Riechberg hat bei der Deutschen Hallenmeisterschaft Silber erkämpft. Dabei ist seine Vorbereitung gar nicht auf die nationalen Titelkämpfe abgestimmt gewesen.

Riechberg.

Am Montag hat sich Marvin Schlegel mit seiner Freundin erst einmal aus Sachsen verabschiedet. Für die beiden ging es in den Winterurlaub. "Beim Skifahren werde ich natürlich aufpassen, dass ich nicht stürze", verspricht der 21-jährige Leichtathlet aus Riechberg. Eine verletzungsfreie Vorbereitung sei für ihn in diesem Frühjahr besonders wichtig, denn das Hauptaugenmerk liegt bei ihm diesmal nicht auf die nationalen Meisterschaften. Praktisch aus dem Training heraus klappte es bei der Hallen-DM in Leipzig am Wochenende trotzdem mit einer Silbermedaille.

"Und dort mit Edelmetall rauszugehen, ist für mich in Ordnung", sagt der Riechberger, der bei Einheit Bräunsdorf mit der Leichtathletik begann und inzwischen für den LAC Erdgas Chemnitz startet. "In der Vorbereitung lag bei mir der Fokus auf die Grundschnelligkeit. Daher habe ich bis zur Hallen-DM an keinem großen Wettkampf teilgenommen." Lediglich drei 300-Meter-Läufe umfasste das Programm. Da Schlegel beim Deutschen Leichtathletikverband zu den Athleten mit Sonderstatus gehört, durfte er ohne erfüllte Norm bei der Hallen-DM starten. Doch im Halbfinale wäre schon fast Schluss gewesen. "Nach 200 Metern bin ich mit einem Läufer ins Gehege gekommen, aber es ist noch einmal gut gegangen." Lediglich die Zeit (47,69 Sekunden) hätte noch etwas besser sein können. Schlegels persönliche Bestleistung liegt bei 46,78s. Eine Teilnahme an der Hallen-Europameisterschaft, die kommende Woche im schottischen Glasgow stattfindet, war für Schlegel ohnehin nicht geplant. "Ganz egal, ob ich die Norm dafür erfüllt hätte."

Nach seinem Winterurlaub geht es dann mit dem Training weiter. Denn im Gegensatz zu den vielen anderen Leichtathleten, die in den Sommermonaten ihre Höhepunkte haben, gibt es für den Riechberger bereits am 11. und 12. Mai den nächsten. Dann startet er bei den World Relays 2019, der inoffiziellen Staffel-Weltmeisterschaft im japanischen Yokohama. "Ob ich in der Männer- oder in der Mixed-Staffel an den Start gehe, steht allerdings noch nicht fest", sagt er. Bei erfolgreichen Wettkämpfen kann er dort bereits das Ticket für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar) lösen. "Und in Yokohama geht es auch schon um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio 2020", sagt Schlegel. Bereits drei Wochen vor der WM reist er nach Fernost. Vor der Staffel-WM wird das deutsche Team in Japan ein Trainingslager absolvieren. Vor zwei Jahren war der 21-Jährige bereits bei einem internationalen Wettkampf der Elite dabei. Bei den Hallen-Europameisterschaften in Belgrad schied er im Vorlauf aus. Im vergangenen Sommer führte er die deutsche Staffel als Startläufer ins Finale der Leichtathletik-EM in Berlin.

Seine Ausbildung an der Polizeischule in Leipzig, die er seit 2017 absolviert, ruht derweil. "Sie ist natürlich stark auf den Sport abgestimmt", sagt er. "Von September bis Dezember habe ich gearbeitet und seit Januar kann ich mich dem Sport widmen." Im Frühjahr stehe lediglich noch eine Zwischenprüfung an, so der Mittelsachse.

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