Flöhaer lobt die tolle Stimmung

Robert Walther vom Berthold-Team Hainichen nahm am Wochenende gleich zweimal an der Deutschen Radmeisterschaft teil. Auch er wurde von Tausenden angefeuert.

Flöha.

Wenn sich heute zu Wochenbeginn die Arbeitskollegen von Robert Walther darüber austauschen, wie geruhsam sie das Wochenende verbracht haben, kann auch der Flöhaer einen Wortbeitrag liefern. Erst saß er 48 Kilometer bei einem Einzelzeitfahren im Sattel, um gestern wieder über die Chemnitzer Straßen zu rollen. Der Sportler vom TSV Freiberg nahm im Trikot des Rad-Teams Berthold aus Hainichen an den Deutschen Radsportmeisterschaften teil. Auch wenn er dabei erwartungsgemäß keinen Rang im Vorderfeld belegen konnte und das Pensum nicht nur einmal in Quälerei ausartete, zeigte sich der 35-Jährige zufrieden, im Konzert der Radprofis mitgemischt zu haben.

Im gestrigen Straßenrennen stieg er allerdings in der siebten Runde aus. "Ich wusste vor dem Start an, wie schwer es für mich wird, denn ich bin den Kurs vorher abgefahren. Von Beginn an war mir klar, dass es für mich ums Überleben ging und ich so lange wie möglich dabei sein wollte", sagt der Pedaleur. Es war von Beginn an ein schnelles Rennen. "Bis zur sechsten Runde habe ich mich noch gut gefühlt, doch danach waren meine Körner alle." Die Anstiege, wie zum Beispiel auf der Gornauer Straße, seien von Runde zu Runde mehr in die Beine gegangen.

Im Kampf gegen die Uhr landete Walther am Freitag unter den 25 Startern auf dem 16. Platz und hatte dabei etwas weniger als fünf Minuten Rückstand auf den Bronzerang. "Unmittelbar nach dem Wettkampf habe ich noch etwas mit mir gehadert. Doch mit etwas Abstand betrachtet kann ich zufrieden sein und habe mit dem Ergebnis Frieden geschlossen", sagt der Familienvater. Im Gegensatz zum Titelträger Tony Martin, der als Vollprofi nichts anderes macht, als auf dem Rad zu sitzen, arbeitet Walther 40 Stunden die Woche als Technologe in einem Chemnitzer Großbetrieb. Erst zum Feierabend kann er sein Rad aus der Garage schieben und seine Runden drehen. Immerhin konnte er im Mai als Gastfahrer des P&S Teams Thüringen, dessen Hauptsponsor in Oederan seinen Unternehmenssitz hat, eine Rundfahrt in Polen als Vorbereitung absolvieren. Fast die gesamte Dauer des Zeitfahrens musste der Flöhaer mit Kantenwind kämpfen. Um jedoch nicht gleich auf den ersten Kilometern das gesamte Pulver zu verschießen, hatte Walther stets seinen Minicomputer im Blick, auf dem die Leistungsdaten angezeigt wurden. "Wenn du zum Anfang noch viel Kraft hast, besteht die Gefahr, zu überziehen. Aber das ist mir auf der Zeitfahrstrecke nicht passiert", erklärte Walther. Vielleicht hätte es das eine oder andere Watt mehr sein können, das er auf die Pedale übertrug. "Doch ich hatte auf den 15. Platz rund 40 Sekunden Rückstand. Geärgert hätte ich mich vielleicht, wenn es zwei Sekunden gewesen wären". Immerhin gelang es ihm, dem eine Minute vor ihm gestarteten Fahrer zu überholen.

Als motivierend bezeichnet Walther, der im Mai bei der Erzgebirgsrundfahrt dabei war, die tolle Kulisse. "Am Wendepunkt in Altmittweida war sehr viel los. Aber auch unterwegs hatten sich viele Radsportfans eingefunden.". In Auerswalde hatte sich sein privater Fanclub am Straßenrand postiert, um ihn mit Worten anzufeuern und mit einem eigens für die Meisterschaft angefertigten Schild zu empfangen. Es sei ihm gelungen, die anspruchsvollen technischen Passagen, wie zum Beispiel die enge Durchfahrt des Klärwerkes Chemnitz und die sich anschließende Auffahrt auf die B 107, problemlos zu meistern. Und wenn es die Arbeitskollegen noch genauer wissen wollen, können sie Robert Walther heute ganz einfach fragen.

Während der drei Tage war Reiner Rechenberger voll gefordert. Er fuhr im Fahrzeug sowohl bei den Frauen als auch den Männern die knapp 20 Kilometer lange Runde mit. Zum Zeitfahren moderierte er am Wendepunkt in Altmittweida. Aus dem Fahrerfeld kannte er so manchen Pedaleur persönlich.

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