Großmeisterinnen Paroli geboten

In der Schach-Bundesliga bleiben die Damen des SV Niederwiesa zwar weiter sieglos, haben aber den letzten Platz verlassen.

Niederwiesa.

Der letzte Doppelspieltag der Schach-Bundesliga erbrachte für das Team des SV-Grün-Weiß Niederwiesa zwei Erkenntnisse: Zum einen wartet der Aufsteiger nach zwei weiteren Niederlagen weiter auf den ersten Sieg. Doch die am Wochenende erkämpften Brettpunkte reichten, um nach sieben Spieltagen jetzt den letzten Tabellenplatz zu verlassen und die rote Laterne an Kiel weiterzureichen.

Zunächst musste sich Niederwiesa beim Spieltag in Rodewisch mit dem Tabellendritten OSG Baden-Baden auseinandersetzen. "Die Mannschaft will im Kampf um die Meisterschaft noch ein Wörtchen mitreden will. Dementsprechend stark war auch die Besetzung des Gegners", sagte Niederwiesas Spielerin Martina Nobis. Mit den ehemaligen Weltmeisterinnen Alexandra Kosteniuk aus Russland und der Bulgarin Antoneta Stefanova sowie der Internationalen Meisterin Anna Zatonskih (USA) waren immerhin die Nummer 4, 11 und 27 der Weltrangliste Gegner der Niederwiesaerinnen. "Die "schwächste" Spielerin dieser Mannschaft befindet sich derzeit auf Rang 201. Zum Vergleich: "Unsere bestgesetzte Spielerin belegt Rang 1422 dieser Liste", erklärte Martina Nobis.

Dennoch freuten sich die mittelsächsischen Denksportlerinnen, gegen diese Prominenz spielen zu dürfen und schlugen sich besser als gedacht. Während es bei Martina Nobis nur zweieinhalb Stunden dauerte, ehe sie von Alexandra Kosteniuk am Brett zerlegt wurde, gelang Kerstin Arnhold mit dem Sieg gegen Stefanova ein wahres Husarenstück. Nachdem auch Ljuba Orlova gegen die Internationale Meisterin Elena Sedina aus Italien nach einem fast sechsstündigem Kampf einen Sieg erringen konnte, waren zwei Brettpunkte gegen den übermächtigen Kontrahenten eingefahren. Allerdings mussten Ulrike Kindt, Thuy Minh Nguyen und Anna Nobis bei der 2:4-Niederlage die Überlegenheit der Gegnerinnen anerkennen.

Einen Tag später wartete mit dem Karlsruher SF eine vergleichsweise weniger starke Mannschaft. Doch angesichts der Besetzung mit einer Frauen-Großmeisterin und zwei Internationale Meisterinnen war Niederwiesa einmal mehr nur Außenseiter. "Wir hofften zwar trotzdem auf den ersten Mannschaftspunkt, aber das sollte uns nicht gelingen", berichtete Martina Nobis.

Alina Zahn und Anna Nobis gewannen mit einer großartigen Leistung gegen ihre nominell stärkeren Kontrahenten, aber Martina Nobis, Kerstin Arnold, Thuy Nguyen Minh und Ljuba Orlova mussten die Segel streichen. Trotz der zweiten 2:4-Niederlage des Doppelspieltages reichten die vier Brettpunkte, um auf den vorletzten Tabellenplatz zu klettern. Ende Februar reist der SV Grün-Weiß Niederwiesa zum Kellerduell nach Kiel und hofft dort auf den ersten Mannschaftssieg.

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