Handbälle bleiben in Schränken

Der Handball-Verband Sachsen hat die Saison in den unteren Ligen für beendet erklärt. Dennoch bleiben für einige Teams Fragen offen.

Niederwiesa/Mittweida.

Der Spielplan der Handball-Bezirksliga der Männer hatte für diesen Samstag das mittelsächsische Duell zwischen dem TSV Fortschritt Mittweida sowie dem SV Grün-Weiß Niederwiesa vorgesehen. In der Kreisliga der Frauen hätten am Sonntag der VfB Flöha sowie der TSV Penig das Spitzenspiel absolviert. Doch diese und alle anderen Paarungen werden in der laufenden Saison definitiv nicht mehr ausgetragen. Das Präsidium des Handball-Verbandes Sachsen (HVS) hat in dieser Woche beschlossen, dass der Spielbetrieb in den Sachsenligen, Verbandsligen und im HVS-Pokal mit sofortiger Wirkung für beendet erklärt wird.

"Die Corona-Krise und die damit verbundenen Entscheidungen der Bundes- und Landesregierung zeigen eine Lage auf, die ein Ausspielen und Nachholen der noch offenen Spieltage bis zum 30. Juni nicht mehr möglich machen", erläutert HVS-Geschäftsführer Ronald Meier. Zugleich hatte das Präsidium den Verantwortlichen in den Spielkreisen und Spielbezirken empfohlen, analog zu verfahren. Dies ist mittlerweile auch erfolgt. "Das ist natürlich sehr bedauerlich. Aber wir müssen den Realitäten fest ins Auge sehen und haben natürlich auch unseren Spielbetrieb eingestellt", sagt Dieter Köhler, der Chef der Kreisspielleitung Mittelsachsen. Über die Austragung der Kreis-, Kinder- und Jugendspiele sei noch keine definitive Entscheidung gefallen. "Es wäre zu schön, den Nachwuchsteams einen ordentlichen Saisonabschluss zu bieten. Doch ich glaube nicht daran, dass wir diese Turniere noch durchziehen können."

Die Abschlusstabellen sollen mittels eines Quotientenverfahrens erstellt werden, da manche Teams unterschiedlich viele Partien absolviert haben. "Auf der Ebene des HVS werden wir das auf jeden Fall tun", so Ronald Meier. Derzeit laufe in den Spielbezirken und Kreisen darüber eine Abstimmung, die noch bis Sonntag dauere. "Dabei zeichnet sich die Tendenz ab, dass diese Regel übernommen wird."

Im Lager von Fortschritt Mittweida dürfte man mit dieser Verfahrensweise leben können. Denn das Team liegt mit 18:12 Punkten auf dem 6. Rang und damit im gesicherten Mittelfeld des Klassements. Ganz anders sieht die Gedankenwelt bei den Grün-Weißen aus Niederwiesa aus. "Da die aktuelle Corona-Lage nach wie vor sehr dynamisch ist, halte ich es durchaus für zweckmäßig, die Risiken zu minimieren und die Saison vorzeitig zu beenden", sagt Trainer Benjamin Clauß. " Doch speziell für uns ist es sicherlich mehr als interessant, wie mit der aktuellen Tabellenlage verfahren wird", so der Coach. Denn bisher hat seine Mannschaft nur 8:26 Zähler auf dem Konto. Damit sind die Grün-Weißen Vorletzte und abstiegsgefährdet. "Sollte die Saison ohne Auf- oder Abstiege gewertet werden, käme uns das natürlich sehr entgegen", sagt Clauß. "Unsere verletzten Spieler - da schließe ich mich mit ein - könnten die Unterbrechung nutzen, um sich zu kurieren." Somit habe seine Mannschaft die Möglichkeit, in der kommenden Saison auf einen größeren Kader zurückgreifen zu können. (kbe)


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