Hoher Aufwand zahlt sich aus

Eines der größten Turniere für Nachwuchs-Fußballer hatte mit dem TSV Havelse einen überraschenden Sieger. Indes wurden die Organisatoren mit Lob regelrecht überschüttet.

Großschirma.

"Volle Punktzahl", antwortet Mike Siebert auf die Frage, wie er als einer der Organisatoren selbst den Ablauf des Montageservice-Siebert-Cups am vergangenen Wochenende beurteilt. "Gäbe es ein Punktesystem, hätten wir da alles abgeräumt." Viel Lob habe man erhalten, sowohl vor Ort als auch im Nachgang. "Das macht stolz und zeigt, dass sich die Arbeit aller Beteiligten gelohnt hat", so der Abteilungsleiter der Großschirmaer Fußballer. "Im Vorfeld hätte wahrscheinlich keiner damit gerechnet. Wir sind ja nun kein wirklich großer Name auf der Fußball-Landkarte, umso beeindruckter waren alle."

Egal, wen man vor Ort fragte, die Meinungen waren einhellig. "Eine super Sache", fand Kai Schiffler, einer der beiden Trainer des CFC-Nachwuchses. "Es gibt in Deutschland leider kaum noch solche Turniere. Umso schöner, dass wir hier eines quasi vor der Haustür haben." Auch die Teilnehmer mit der weitesten Anreise zeigten sich begeistert. "Hier ist alles top organisiert", sagt Sascha Gasthuber, der Trainer von Tecnofutbol Austria aus der Nähe von Wien. "Alle sind sehr freundlich zu uns, die Wege sind kurz." Er müsse lange überlegen, wann er zuletzt ein solch gut organisiertes Turnier dieser Größenordnung erlebt habe, so Gasthuber. "Und wir nehmen an vielen Turnieren teil, reisen durch ganz Europa." Sportlich lief es für die Österreicher, die quasi ein landesweites Nachwuchsleistungszentrum mit 25 Stützpunkten darstellen, dagegen nicht ganz so gut. Am Ende sprang Platz 18 heraus. "Aber das ist okay. Die Mannschaft hat das erste Mal in dieser Form zusammen gespielt." Und auch die Kicker des BFC Preußen aus Berlin zeigten sich beeindruckt: "Das Turnier ist perfekt organisiert gewesen", schreiben die Berliner über die sozialen Medien. "Ein ganz großes Lob an Mike Siebert und seine vielen Helfer. Diese Hingabe und Perfektion ist einzigartig und wir kommen liebend gern wieder."

Alles habe reibungslos geklappt, auch dass einige Mannschaften bei Gasteltern übernachteten, habe sich bewährt, so Siebert. "Da sind auch schon richtige Freundschaften entstanden. Die Wattenscheider waren zum Beispiel mit ihren Gastgebern aus Freiberg abends noch unterwegs." Auch auf der Anlage habe es keine Probleme gegeben. "Ich musste kaum Müll wegräumen und das bei rund 900 Besuchern und Spielern." Vieles sei entstanden, auf das man aufbauen könne, so der gebürtige Erzgebirger. "Aber nicht nur der gelungene Ablauf, der ohne all die Helfer und Unterstützer nicht möglich gewesen wäre, war wichtig für uns." Der sportliche Austausch mit den "Großen" des deutschen Fußballs und ihren Nachwuchs-Schmieden habe eine ebenso große Bedeutung, sagt der 49-Jährige. Das bestätigt auch Carsten Schumann, der die Mannschaft der Gastgeber zusammen mit Udo Stephan betreut: "Es ist schon etwas Besonderes für die Jungs", so Schumann. "Sie sollen Spaß haben und es genießen." Dabei schlugen sich die Gastgeber durchaus achtbar und landeten auf Platz 28. Besser lief es für den TSV Havelse, der das Finale gegen Lok Leipzig mit 3:2 nach Neunmeterschießen für sich entscheiden konnte. Dritter wurden die Chemnitzer Kicker, die sich im Duell um Platz 3 gegen den FSV Zwickau durchsetzten.

Andere werden das Wochenende aus anderen Gründen in Erinnerung behalten. "Siebenlehn musste leider absagen, dafür sagte der BSC Freiberg kurzfristig zu. Als ich gehört habe, dass Wolfsburg krankheitsbedingt nur acht Spieler zur Verfügung hatte, habe ich ihnen zwei Jungs aus Siebenlehn vermittelt", erklärt Mike Siebert. Und die schienen mächtig Eindruck hinterlassen zu haben: "Einer hat fünf Tore geschossen, der andere hat im Tor alle Partien absolviert. Als kleines Dankeschön wurden sie zu einem Heimspiel des VfL eingeladen." Die Frage, ob es das Turnier auch 2020 wieder gibt, stelle sich nicht. "Intern müssen wir ein paar kleine Schrauben drehen. Ansonsten hat alles gepasst und viele haben angekündigt, auch nächstes Jahr dabei zu sein."

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