HSG gibt Sieg aus der Hand

Die Freiberger Oberliga-Handballer sind mit einem 23:23-Remis gegen den HSV Apolda in die Saison gestartet. Bis zur Schlusssekunde lagen die Gastgeber noch auf Siegkurs.

Freiberg.

Aller Anfang ist schwer. Für die Handballer der HSG hat sich dieses Sprichwort am Sonnabend bestätigt: Im Auftaktspiel der neuen Saison in der Mitteldeutschen Oberliga gegen den HSV Apolda mussten sich die Freiberger mit einem 23:23 (13:11) begnügen - obwohl sie fast 60 Minuten lang führten. In der Schlusssekunde kamen die Gäste aber per Siebenmeter zum Ausgleich und bestraften so die mangelhafte Chancenverwertung der HSG.

Die Freiberger Spieler saßen noch lange nach dem Abpfiff mit hängenden Köpfen auf dem Parkett - das Remis gegen den Vorjahresneunten fühlte sich wie eine Niederlage an. Auch Hannes Rabe war hin und hergerissen: Zum einen feierte der Neuzugang vom HC Bad Liebenwerda ein starkes Oberliga-Debüt und zeigte mit fünf blitzsauberen Toren in der 2. Halbzeit, warum er in der vorigen Saison Torschützenkönig in der Brandenburgliga wurde. In den letzten Minuten hatte aber auch der 22-jährige Rechtshänder kein Wurfglück. "Das trübt natürlich die Euphorie", sagte der Rückraumspieler. Er wollte der Mannschaft unbedingt helfen, "doch am Ende habe ich auch zweimal unglücklich agiert".

Der künftige Bergakademie-Student unterstrich aber in seinem allerersten Viertligaspiel, dass er eine echte Verstärkung ist. Insgesamt habe man die Marschroute, die Tempo und Druck vorsah, aber nicht ganz eingehalten: "Wir haben uns die abwartende Spielweise von Apolda nach und nach aufzwingen lassen, anstatt unsere Stärken auszuspielen", so Rabe - trotz großer Rückendeckung: "Die Stimmung war riesig, die Fans haben uns bis zum Ende toll unterstützt." Er habe noch nie vor so einer Kulisse gespielt, so der junge Neu-Freiberger.

Die HSG musste kurzfristig auf Alexander Matschos verzichten, der verletzt ausfiel. Im Rückraum führte zunächst der junge Matej Harvan Regie, der auch das erste HSG-Tor der Saison markierte. Zudem rissen Eric Neumann und Nico Werner immer wieder die kompakte HSV-Deckung auf. Doch Apolda ließ sich nicht abschütteln und legte im Gegenzug die Lücken in der HSG-Deckung offen. Zwischenzeitlich führten die Gäste sogar, ehe Björn Richter die Hausherren mit dem ersten erfolgreichen Konter wieder in Front brachte (9:8/19.).

Bis zur Pause legten die Freiberger wieder vor, da auch der für Dominik Balin ins Tor gewechselte Tino Hensel den Gästen mehrfach den Schneid abkaufte. Die HSG verpasste es aber, sich ein dickeres Polster als das 13:11 zur Pause zuzulegen - vor allem, weil über Außen und über den Kreis kaum etwas gelang. "Genau das waren unsere Stärken in der Vorbereitung", sagte HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. Trainer Jiri Tancos forderte zudem mehr Tempo, um die zum Teil etwas in die Jahre gekommenen Gäste müde zu spielen. Nico Werner gab nach Wiederbeginn mit dem 14:11 auch ein Signal. Doch der erste Drei-Tore-Vorsprung war ebenso schnell dahin. Die HSG-Dachse bissen sich an HSV-Keeper Igor Toskoski die Zähne aus. Mit dem Ex-Eisenacher Nick Heinemann sah zwar der bis dahin gefährlichste Gästespieler "Rot", doch für ihn sprang Bojan Mirilo in die Bresche. Der Serbe war mit acht Toren bester Werfer der Partie.

Dennoch hatte die HSG die Hand an beiden Punkten (22:19, 23:21). Zwei Strafwürfe in den letzten zwei Minuten nutzte Apolda dann aber zum glücklichen Remis. "Das ist eine Enttäuschung", sagte Stefan Lange. Es sei nicht gelungen, den Schwung der Tests mitzunehmen, obwohl die Mannschaft viel investiert habe, so der HSG-Geschäftsführer. Für Jiri Tancos war das Glas durchaus halbvoll: "Wir haben nicht verloren", so der Chefcoach. Als Ursachen für einen vergebenen Punkt sah der 46-Jährige zu viele Fehlwürfe und zwei Zeitstrafen in der Schlussphase. "Und wir haben die letzten Angriffe zu ängstlich gespielt."

Statistik HSG Freiberg: Balin, Hensel; Bayer, Lehmann (2), 9 Wolf (n. e.), Neumann (5), Jahn, Richter (1), Rabe (5), Harvan (4), Gelnar, N. Werner (6), Mojzis

Siebenmeter: HSG 1/0, HSV 7/6, Zeitstrafen: HSG 6, HSV 8 min, Zuschauer: 530 - SR: Franke/Perll (Bernburg/Thale)

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