HSG mit dem Rücken zur Wand

Die Freiberger Oberliga-Handballer wollen gegen den HC Aschersleben erneut die Kurve kriegen. Nach dem Debakel in Delitzsch ist das Team noch mehr in der Pflicht.

Freiberg.

Die Handballer der HSG Freiberg stehen schon wieder unter Zugzwang. Vor dem Heimspiel am Sonnabend gegen den HC Aschersleben (10./5:9 Punkte) haben die HSG-Dachse (14./3:11) erneut die rote Laterne der Mitteldeutschen Oberliga übernommen und laufen Gefahr, auf längere Zeit nicht aus dem Tabellenkeller zu kommen.

"Wir stehen jetzt wirklich mit dem Rücken zur Wand", sagt Felix Kempe. Im Moment können viele Spieler einfach nicht ihr Leistungspotenzial abrufen - ihn eingeschlossen. "Ich bin natürlich auch überhaupt nicht zufrieden mit mir", sagt der Rückraumspieler klipp und klar. Eine richtige Erklärung, warum es - nach starken Auftritten in der Vorbereitung - nicht rund läuft, hat er aber auch nicht. Die zwischenzeitliche Verletzung schiebt Kempe jedenfalls nicht als Ausrede vor.

Durch die weiterhin schwierige Situation, mit der nach der starken Vorsaison wohl keiner im Freiberger Lager gerechnet hat, müsse man gemeinsam, sagt der 29-jährige, der im Sommer vom HC Glauchau/Meerane nach Freiberg zurückgekehrt war. Auch wenn es schon nach Durchhalteparolen klinge - "aber wir dürfen nicht den Kopf hängen lassen, sondern jeder muss sich noch mehr zusammenreißen und eine Kohle mehr auflegen."

Felix Kempe will dabei mit vorangehen. In Glauchau hatte der langjährige Zweit- und Drittligaspieler (EHV Aue, Bad Blankenburg) bereits als Trainer Verantwortung übernommen, bei der HSG amtiert er nach der Verletzung von Eric Neumann aktuell als Kapitän. Nach dem überzeugenden Heimsieg gegen Angstgegner Köthen (34:22) haben einige vielleicht geglaubt, dass die Wende geschafft sei, vermutet er. "Doch wir dürfen nicht wieder abschalten, sondern müssen weiter Vollgas geben - in jedem Spiel und in jeder Trainingseinheit", so der 1,90 Meter große Linkshänder.

In dieser Hinsicht sei es vielleicht sogar gut gewesen, dass man in Delitzsch nicht knapp verloren habe, "sondern dass es so eine Klatsche gab", sagt der aktuelle HSG-Kapitän. "Spätestens jetzt sollten wirklich alle hellwach sein."

Das hoffen auch die Verantwortlichen der HSG, die trotz der fünften Niederlage im siebten Spiel weiter Ruhe bewahren. Noch gebe es nicht wirklich Grund zur Panik, sagt HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. Er vertraue weiter auf den Kader ("Wir haben alle Positionen doppelt besetzt, und das auch qualitativ gut."), die Trainer leisten sehr gute Arbeit. Die Partie gegen Aschersleben sei aber eine Pflichtaufgabe, betont der Manager. "Es wird natürlich nicht einfach - Aschersleben hat zuletzt klar gegen Aue gewonnen -, aber für uns zählt nur ein Sieg."

Lange hofft, dass die Mannschaft wieder den Schwung der Köthen-Partie findet. Die Emotionalität und der unbedingte Siegeswille haben in Delitzsch gefehlt. Man könne dort verlieren - "aber man darf das Spiel nicht leichtfertig aus der Hand geben". Er erwarte von der gesamten Truppe, "dass sie den Trainer, der sich mit auf die Platte stellt und vorangeht, unterstützt", so der Funktionär. "Wir brauchen mehr Anführer."

Mitteldeutsche Oberliga 8. Spieltag - Sa., 18 Uhr: HSG Freiberg - HC Aschersleben (Ernst-Grube-Halle)

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