HSG muss sich weiter strecken

Auf die Freiberger Oberliga-Handballer wartet der starke Aufsteiger aus Delitzsch - und ein ehemaliger Teamkollege.

Freiberg.

Heute kann Tino Hensel wieder zu Hause schlafen. Nachdem der Torhüter der HSG Freiberg und seine Teamkollegen zuletzt am Freitag geschlossen ins Hotel einrücken mussten, um sich auf das Kellerduell gegen Hermsdorf einzustimmen, bereitet sich diese Woche wieder jeder Spieler individuell auf die nächste Aufgabe vor.

"Meine Frau war nicht wirklich begeistert", gibt Tino Hensel zu, "zumal ich beruflich gerade zwei Wochen am Bodensee unterwegs war." Er habe eigentlich nur die Taschen getauscht, lacht der Ergotherapeut. Doch am Ende habe sich die ungewöhnliche Maßnahme gelohnt: "Ich denke, man hat gesehen, dass alle voll fokussiert waren", sagt der HSG-Keeper, der in der Schlussphase den 25:24-Sieg und damit zwei wichtige Punkte festgehalten hatte.

Lange Mannschaftssitzung, gemeinsames Frühstück und ein ausgiebiger Spaziergang standen zuvor auf dem Tagesprogramm der HSG-Männer, bevor sie noch geschlossen der Freiberger A-Jugend den Rücken gestärkt hatten. "Wir sind als Team wieder ein Stück weiter zusammengerückt", sagt Hensel. Dennoch hing der zweite Saisonerfolg gegen sieglose Hermsdorfer am seidenen Faden: "Wir sind in der 2. Halbzeit wieder in den alten Trott verfallen und haben den Gegner durch unsere Fehler stark gemacht", blickt der 30-jährige Torhüter, der vor fast zehn Jahren aus Frankfurt/Oder nach Freiberg gekommen war, zurück. Die Thüringer holten nicht nur einen Vier-Tore-Rückstand auf, sondern drehten das Spiel sogar. Nicht zuletzt die Torhüter - Damian Kowalczyk hatte bis zur 52.Minute mit starken Paraden aufgewartet - waren ein Garant dafür, dass die Freiberger in letzter Sekunde jubeln durften.

Auch wenn es am Ende knapp war, sei man einen Schritt weiter- gekommen, sagt auch HSG-Trainer Anel Mahmutefendic. "Wir haben 45 Minuten sehr gut gespielt. Vom Einsatz, von der Einstellung und von der Spielfreude her hat das gepasst", lobt der 38-Jährige. Größtes Problem sei nach wie vor die Effektivität im Angriff. "Wir spielen uns die Chancen schön heraus, nutzen sie oft aber nicht", so der HSG-Coach. Unter anderem ließen die Freiberger alle drei Siebenmeter liegen.

Gegen das Schlusslicht hätte seine Mannschaft wesentlich klarer führen müssen, sagt Mahmutefendic. "Wenn wir mit acht Toren vorn liegen, wird es auch nach zwei, drei Fehlern nicht gleich eng." Diese Unsicherheit lasse sich aber nur Stück für Stück abbauen. "Die beste Medizin sind Siege." Den nächsten Löffel davon könnten sich die Freiberger morgen bei Concordia Delitzsch verabreichen. Der Aufsteiger liegt mit 8:8 Punkten auf Rang 7, nur zwei Zähler vor der HSG (11./6:8). Das sei eine starke Truppe, zudem herrsche in Delitzsch wieder Handball-Euphorie, sagt der HSG-Trainer über den Nachfolgeverein des früheren Bundesligisten (2005/06) - damals trainiert vom Ex-Freiberger Uwe Jungandreas. Dessen Sohn Jan (28) spielt noch bei Concordia. Man werde sich strecken müssen, so Mahmutefendic. Doch ab Platz 4 liege alles eng beisammen, "und ich sehe keinen Grund, warum wir dort keine Chance haben sollten".

Mit Felix Randt treffen die Freiberger einen ehemaligen Mitspieler wieder: Der 29-Jährige kehrte 2015 nach Delitzsch zurück, wo er schon in der Jugend fünf Jahre spielte. Tino Hensel freut sich auf das Wiedersehen. Doch ansonsten schaue er gar nicht so sehr auf den Gegner, sagt der HSG-Keeper. "Wir müssen unser Spiel durchziehen und wieder als Mannschaft zusammenstehen."

Mitteldeutsche Oberliga 9. Spieltag - Sa., 19 Uhr: NHV Concordia Delitzsch - HSG Freiberg (Mehrzweckhalle Delitzsch)

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