HSG stößt den Bock um

Die Freiberger Oberliga-Handballer haben ihren ersten Sieg in der neuen Saison gefeiert. Und das ausgerechnet gegen den Angstgegner.

Freiberg.

Der Blick auf die Tabelle der Mitteldeutschen Handball- Oberliga war bisher nicht dazu geeignet, in Freiberg für Wohlfühlatmosphäre zu sorgen. Nach fünf Spielen stand bei der HSG gerade ein Pünktchen zu Buche. Diese außergewöhnliche Situation erforderte außergewöhnliche Maßnahmen. Nach dem Freitagstraining traf sich die Mannschaft mit dem Fanclub "Bergstadtpower" und Vertretern der Führungsetage, um sich auszutauschen und Schwung für die Partie gegen die HG Köthen zu holen. Dazu gab es Gegrilltes. "Es fielen aber auch deutliche und harte Worte", verriet Rückraumspieler Nico Werner.

Diese Maßnahme kam genau zur richtigen Zeit. Denn die HSG-Dachse fuhren am Sonnabend auf heimischem Parkett nicht nur den ersten Saisonsieg ein, sondern fegten die HG Köthen, vor dem Anpfiff immerhin auf dem 4. Tabellenplatz notiert und zuletzt viermal in Folge in der Ernst-Grube-Halle erfolgreich, mit 34:22 (14:15) aus der Halle. "Endlich ist es uns gelungen, in der zweiten Halbzeit alles umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten", sagte Werner. Vor dem Wechsel habe man sich Reserven gelassen, doch jetzt sei der Knoten hoffentlich geplatzt.

Werner war es auch, der in der Anfangsphase zum 4:2 traf. Doch die Gäste waren keinesfalls gewillt, den Freibergern Aufbauhilfe zu gewähren. Nach 13Minuten hatten die Hausherren schon zwei Siebenmeter verworfen und nicht nur einen Wurf neben den gegnerischen Kasten gesetzt. "Wir waren im ersten Durchgang nicht so agil in der Abwehr und weniger zielstrebig im Angriff", wertete HSG-Spielertrainer Alexander Matschos.

Mitte der ersten Hälfte stand ein 6:6 auf der Anzeigetafel. Freiberg suchte noch den Schalter, um die Handbremse zu lösen, fand ihn aber vorerst nicht. So führten die Gäste sechs Minuten vor dem Pausenpfiff 12:10. Zwar versuchte die HSG, die schleifende Bremse mit erhöhter Motorleistung auszugleichen, doch gelang es nur bedingt, die PS ordentlich aufs Spielfeld zu bringen.

Richtig auf Touren kam die HSG dann nach Wiederanpfiff. Durch einen Doppelschlag von Martin Rom zogen die Freiberger 16:15 in Front. Köthens Trainer nahm zwar zügig eine Auszeit, doch diese Pause beflügelte nur das Freiberger Team: Nach 40 Minuten führte die HSG 21:16.

Der Handbremsen-Schalter war längst gefunden, die HSG-Truppe agierte nun viel selbstbewusster und sicherer als im ersten Abschnitt. Martin Schettler sorgte nach 43 Minuten für das 24:16. Auch danach stimmte die Drehzahl im Spiel der Bergstädter. Rom beförderte das Spielgerät zum 28:21 ins Tor (52.). Dann war es wieder Nico Werner, der alle Macht in einen Wurf legte: Freiberg führte 30:22. Längst hatte die HSG das Werkzeug aus dem Kofferraum geholt, um Köthen endgültig zu demontieren. Zwei Minuten vor Ultimo stand beim 34:22 dann bereits das Endresultat fest.

"Die Hauptsache war, dass wir in zweiten Halbzeit gleich von Beginn an konzentriert gespielt haben. Das war die Grundlage für den Erfolg", sagte Martin Rom. Der 22-Jährige aus Pilsen war mit sechs Treffern der erfolgreichste Werfer in den Reihen der HSG. Der Sieg sollte der Truppe Selbstvertrauen einflößen. "Man dürfte den lauten Knall gehört haben - so groß war der Stein, der von unseren Schultern gefallen ist", sagte Spielertrainer Matschos.

Und durch den Knall ist auch das Licht der roten Laterne ausgeblasen worden, die zuletzt in der Freiberger Kabine strahlte. Die HSG hat durch den klaren Erfolg den letzten Rang im Klassement verlassen und rückte mit 3:9Punkten zumindest auf den 13. Platz unter den 14Teams der Oberliga vor.

Statistik HSG Freiberg: Hensel, Ben Husen - Lehmann, Schettler (5), Kempe (1/1), Richter (5/2), Matschos (4), Rabe (3), Harvan (2), Gelnar (4), Tieken, Werner (4), Rom (6) Siebenmeter: HSG 5/3, HG 2/2 - Zeitstrafen: HSG 6, HG 6 Strafminuten - Schiedsrichter: Nottrodt/Rudolph (Mühlhausen/Altenburg) - Zuschauer: 550

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