HSG: Teamgeist und Feinschliff

Die Freiberger Handballer haben in Prag vor allem an der Taktik gefeilt - und zwei tschechische Spitzenteams ziemlich überrascht.

Freiberg.

Das eine oder andere Bierchen durften die Handballer der HSG Freiberg gestern beim Sportlerfrühschoppen zum Brauhausfest natürlich genießen. "Das haben sich die Jungs verdient", sagte Stefan Lange, der Geschäftsführer der HSG. Vier Tage lang hatten die Spieler des Oberligisten im Trainingslager in Prag an den weiteren Grundlagen für die neue Saison in der 4. Liga gearbeitet und sich zudem gegen zwei hochkarätige Gegner äußerst achtbar geschlagen: 29:32 hieß es am Donnerstag gegen HBC Jicin, den Sechsten der tschechischen Extraliga. Gegen Vizemeister Talent Pilsen fiel das Resultat zwar am Ende etwas deutlicher aus (23:35). "Aber die Mannschaft hat auch Pilsen richtig gefordert", lobte Lange. Der Trainer von Talent habe seine Männer ordentlich zusammengestaucht.

Denn die HSG lag gegen den Zweiten der tschechischen Meisterschaft, der immerhin drei Nationalspieler im Kader hat, bis kurz vor der Pause in Führung. Erst als Keeper Dominik Balin, der stark hielt, in der 26. Minute nach einem Offensivfoul beim Herauslaufen "Rot" sah, kam die HSG etwas von der Linie ab. "Das war etwas überrissen", kommentierte der HSG-Geschäftsführer die Entscheidung. Bis zum 17:20 (37.) blieben die Freiberger auf Tuchfühlung, ehe die Tschechen in den letzten 20Minuten noch davonzogen.

"Am Ende war es auch eine Frage der Kraft", sagte Andreas Tietze, der Co-Trainer der HSG. Alle hätten Vollgas gegeben. Zudem fehlten mit Alexander Matschos und Felix Lehmann noch zwei absolute Leistungsträger. "Insgesamt überwogen ganz klar die positiven Aspekte."

Noch besser lief es gegen Jicin. Gegen die Mannschaft aus der Region Hradec Kralove nordöstlich von Prag führten die Bergstädter sogar bis kurz vor Schluss (29:28). Dabei glänzten Eric Neumann, Neuzugang Hannes Rabe (je 5 Tore) und Nico Werner (4) mit guten Würfen aus dem Rückraum. Auch Benedikt Bayer, der Neuzugang vom Drittligisten Hochdorf, überzeugte bei seinem Debüt im HSG-Trikot. Der 20-Jährige Linksaußen traf in beiden Partien insgesamt neunmal.

"Benedikt hat gezeigt, dass er zu einem ganz wertvollen Spieler für uns werden kann", lobte HSG-Geschäftsführer Lange. Auch Keeper Dominik Balin habe sich in einen regelrechten Rausch gesteigert und bis zu seiner roten Karte gegen Pilsen einige spektakuläre Paraden gezeigt.

Einen Wermutstropfen gab es dennoch: Keisuke Inamoto, der gegen Jicin im HSG-Tor begann, verletzte sich bei einem Heber am Knie und konnte nicht weiterspielen. Heute stellt sich der 32-Jährige bei Teamarzt Dr.Alexander Weise vor. Damit der Japaner, der seit zehn Jahren in Deutschland spielt, am Abend mit zum gemeinsamen Essen in die Prager Innenstadt konnte, organisierten seine Mannschaftskollegen extra einen Rollstuhl, den sie abwechselnd schoben. "Das ist echter Teamgeist", lobte Stefan Lange.

Insgesamt sei das Trainingslager am Stadtrand von Prag eine runde Sache gewesen, so der HSG-Funktionär. "Die Bedingungen waren sehr gut." Die HSG hatte die Sporthalle komplett für sich allein, auch zwei Eistonnen zur Regeneration für die Spieler gab es. Nach Abschluss der Grundlagenausdauer stand in den Übungseinheiten vor allem die Taktik im Mittelpunkt, erklärte Co-Trainer Tietze, "speziell beim Positionsangriff und bei Gegenstößen".

Der nächste Prüfstein wartet nun schon morgen: 19.30 Uhr spielt die HSG bei Drittliga-Aufsteiger LVB Leipzig (Sporthalle Max-Planck-Straße). Am Freitag reisen die Freiberger bereits wieder nach Tschechien: Bei einem stark besetzten Turnier in Koprivnice treffen sie neben den Gastgebern auf HK Topolcany aus der Slowakei sowie Ungarns Meisterschaftsvierten Balatonfüredi KSE. (mit atz)

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