"Ich lasse mich weiterhin blicken"

Nach 13 Jahren an der Spitze der Handball- Abteilung bei Fortschritt Mittweida genießt Grit Kopasz nun mehr Freizeit. In dieser spielt vor allem die Kultur eine Rolle.

Mittweida.

Für die Handball-Abteilung des TSV Fortschritt Mittweida ist es im Sommer ein großer Einschnitt gewesen, für Grit Kopasz selbst eine kleine Befreiung: Nach 13Jahren als Abteilungsleiterin zog sie sich zurück, bleibt aber dem Handball in Mittweida treu.

"Ich lasse mich natürlich weiterhin bei den Heimspielen blicken", sagt sie. "Denn ich fühle mich ja dem Verein verbunden, auch wenn ich jetzt Privatier bin", sagt die 52-Jährige schmunzelnd. Als sich 2006 zunächst kein Nachfolger für Jörg Kaden gefunden hatte, erklärte sie sich bereit. "Wahrscheinlich war ich diejenige, die damals die Hand zu spät nach unten genommen hat", schmunzelt Kopasz. Neben den Erfolgen bei den Seniorenteams ist sie besonders auf die Jugendarbeit im Verein stolz. "Wir haben wieder eine solide Basis im Nachwuchs und können darauf hoffen, dass einige Talente den Sprung in die Frauen- und Männermannschaft schaffen. Das ist vor allem ein Verdienst der Trainer, die mit viel Leidenschaft bei der Sache sind."

Grit Kopasz selbst kam 1974 zum TSV Fortschritt Mittweida. "Damals bin ich als frische Erstklässlerin zunächst zur Leichtathletik gegangen", erinnert sie sich. Vier Jahre später wechselte sie die Sportart und wurde Handballerin. Neben ihrer Karriere als Spielerin lernte sie auch das Leben als Trainerin kennen. "Ich war unter anderem für die F-Jugend zuständig. Diana Köhler ist die einzige Spielerin, die ich damals trainiert habe und die jetzt noch im Frauenteam spielt." Bei den Erwachsenen spielten die Fortschritt-Damen schon einmal in der Bezirksliga.

Die Aufgaben als Abteilungsleiterin waren danach andere. "Mitgliederverwaltung, der Kontakt zu den Sportverbänden und die Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaften - das waren alles neue Punkte", sagt sie. "Ich glaube, dass pro Woche fünf Stunden an Arbeit hinzukam." So sei das Private in den vergangenen Jahren etwas zu kurz gekommen. "Eine Feier konnten wir zum Beispiel erst dann ausrichten, wenn der Handball vorbei war."

Im Januar teilte sie dem Verein daher mit, ihre Funktion im Sommer abzugeben. "Somit hatten alle Gewissheit und konnten in Ruhe eine neue Lösung suchen." Grit Kopasz war zudem im Vorstand des Gesamtvereins integriert, legte diese Funktion aber schon im Dezember des vergangenen Jahres nieder. "Ich hätte gern André Hammerschmidt als meinen Nachfolger gesehen." Er habe ihr früher immer Hilfe angeboten, so Kopasz. "Doch ich habe es meist nicht als Hilfe interpretiert, sondern als Eingriff in meine Arbeit", sagt die 52-Jährige, die im Herbst in einem Weihnachtsfachgeschäft bei Leisnig arbeitet und in einem anderen Job für eine Chemnitzer Firma in Deutschland und Österreich in Einrichtungen für psychisch Kranke unterwegs ist.

Mit ihrer gewonnenen Freizeit, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Steffen, der bis zum Sommer Trainer der Mittweidaer Bezirksliga-Handballer war, verbringt, steht nun vor allem die Kultur im Vordergrund. "Ab und an geht es zu einer Buchlesung, aber meistens auf Konzerte. Da sind gerade im Herbst viele." Für die Mittweidaer Handballer schreibt Kopasz weiter die Spielberichte.

Auf die Frage, ob sie nun auch öfters in Rochlitz bei den Handballerinnen zu sehen ist, weil ihre Tochter Anne seit einigen Jahren dort spielt, muss die Mittweidaerin lachen. "Sie möchte oft, dass ich zugucken komme. Beim Derby zwischen Rochlitz und Mittweida mache ich das auf jeden Fall." Dann würden allerdings zwei Herzen in ihrer Brust schlagen, gibt sie zu. "Aber nach so einer langen Zeit bei Fortschritt würde ich dann Mittweida die Daumen drücken", sagt sie.

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