Keine Spur von Nervosität

Die mittelsächsischen Kanuten Max Korehnke und Moritz Wehlend stehen vor ihrem vorläufigen Karrierehöhepunkt. Sie starten bei der Europameisterschaft in Italien - und dürfen auch gemeinsam um Medaillen paddeln.

Mittweida/Lauenhain.

In den vergangenen Wochen sind die Kanuten Max Korehnke von der SG Lauenhain und Moritz Wehlend aus Mittweida bereits viel auf Achse gewesen. Gestern folgte die letzte Etappe vor ihrem persönlichen Saisonhöhepunkt. Von München aus ging es mit den anderen deutschen Teilnehmern nach Auronzo in Italien, wo ab morgen die Kanu-Europameisterschaften der Junioren ausgetragen werden.

Im Mai waren die beiden bei einem Sichtungstest in Duisburg für die deutschen Auswahlboote nominiert worden. Die Frage war für die beiden 18-Jährigen nur, in welchem Boot und bei welcher Veranstaltung sie starten werden. Bei Max Korehnke zeichnete sich schnell ab, dass es die Europameisterschaft in Norditalien wird. Moritz Wehlend hatte sogar damit geliebäugelt, in einem Monat zur Weltmeisterschaft ins bulgarische Plovdiv reisen zu dürfen. "Bei Kaderlehrgängen in Tschechien und der Slowakei wurden die Boote festgelegt. Allerdings war vorher klar, dass das schnellste deutsche Boot dort zur WM fährt." Beim Ausscheid erwischte der Mittweidaer, der für den WSV "Am Blauen Wunder" Dresden startet, einen schlechten Tag. "Am Anfang war ich schon geknickt, aber nun freue ich mich auf die Europameisterschaft."

In der Slowakei haben sich die beiden Mittelsachsen bei einem Wettkampf noch mit Kanuten aus dem Iran, Großbritannien, der Türkei und dem Land das Gastgebers gemessen. "Dort wurde ausprobiert, welche Boote gut harmonieren und wer gemeinsam ein Team bilden könnte", sagt Moritz. Nach ihrer Nominierung im Mai haben beide nicht daran geglaubt, bei einem internationalen Rennen gemeinsam in einem Boot sitzen zu können. In Auronzo paddeln sie nun im Vierer über 500 Meter zusammen um Medaillen, hinzu kommen weitere Läufe. "Moritz ist aber etwas stärker als ich", gibt Max zu. Zudem hat der Mittweidaer seinem Kumpel aus Lauenhain etwas internationale Erfahrung voraus. "Ich war im vergangenen Jahr bereits bei den Olympic Hope Games im tschechischen Racice dabei und konnte reinschnuppern, wie es international abläuft", sagt Moritz Wehlend.

Die Erfahrung half ihm auch beim entscheidenden Sichtungslehrgang in Duisburg. "Nachdem wir im März bereits bei einem Grundlagen- und Ausdauertest der Bundeskader-Anwärter waren, folgte die Auswahl auf dem Wasser." Über die Distanzen 200, 500 und 1000 Meter mussten die Athleten jeweils drei Läufe bestreiten. "Mittels eines Punktesystems wurden die besten Wassersportler ermittelt. Die zwölf Schnellsten wurden in den Bundeskader aufgenommen", sagt Moritz. Allerdings sei für ihn erst am Ende der Sichtung klar gewesen, ob es für die Qualifikation reicht. "Über den genauen Modus habe ich mir davor keine Gedanken gemacht."

Durch die Qualifikation für den Junioren-Nationalkader gestaltet sich für beide die Saison anders als gewohnt. Einige bekannte Regatten haben sie durch die Kaderlehrgänge auslassen müssen. "Für die Deutschen Meisterschaften sind wir nun automatisch qualifiziert", sagt Moritz. Dennoch lassen sich die beiden noch bei ihren Heimatvereinen blicken. "Ich finde, es ist wichtig, dass man die Bindung dorthin hält. Auch wenn ich viele von den neuen Nachwuchskanuten gar nicht kenne", sagt er schmunzelnd. Der größte Erfolg sei für beide die Aufnahme in den Nationalkader. "Das toppt alles bisherige, und wir sind gespannt, wie es läuft", sagt Max Korehnke.

Den letzten Feinschliff holten sich die Kanuten auf der Münchner Olympiastrecke, auf der sich alle Kaderathleten vorbereiteten. Max und Moritz teilten sich sogar ein Zimmer. Nach Italien reisten gestern insgesamt 25 deutsche Kanuten. "In unserer Wettkampfklasse, dem Herren-Kajak, sind wir nur vier", sagt Moritz. Zum Betreuerstab gehören drei Trainer sowie jeweils ein Arzt und ein Physiotherapeut. Heute steht das Einfahren auf dem Lago di Auronzo auf dem Plan, morgen muss Moritz Wehlend zu seinem ersten Vorlauf auf das Wasser.

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