Medaillenfahrt an die Ostsee

Junge Leichtathleten des Freiberger PSV und des SSV 91 Brand-Erbisdorf haben ihre Ferien ein paar Tage vorgezogen. Neben einem erlebnisreichen Trip nach Schweden wartete aber auch ein volles Wettkampfprogramm auf sie.

Freiberg/Brand-Erbisdorf.

Hinter den Leichtathleten des Freiberger PSV und des SSV 91 Brand-Erbisdorf sowie ihren Betreuern liegen ereignisreiche, aber auch anstrengende Tage an der Ostseeküste. Zum zweiten Mal reisten junge Sportler beider Vereine gemeinsam nach Schweden, um an den internationalen Öresundspielen teilzunehmen, der "Olympiade der Ostseeanrainerstaaten", so Frank Anschütz. "Es war ein kurzer, aber sehr erfolgreicher Trip", sagt der Freiberger Trainer.

Denn die Aktiven des FPSV verbuchten im Feld der mehr als 1000 Athleten aus neun Ländern - neben Sportlern aus dem Baltikum sowie Deutschland und Österreich waren auch Island und Katar vertreten - ihr bislang bestes Ergebnis. Sieben Medaillen, darunter eine goldene, gab es für die Freiberger, die seit 20Jahren nach Helsingborg fahren und längst zu den Stammgästen gehören. Zwei Plaketten steuerten die Aktiven aus Brand-Erbisdorf bei, mit denen der FPSV seit fünf Jahren eine Startgemeinschaft bildet. Insgesamt absolvierten die Mittelsachsen bei den Spielen fast 100 Einzelstarts.

"Wir haben unser tolles Ergebnis aus dem Vorjahr sogar noch überboten", freut sich Anschütz. Dabei hatte der einwöchige Schweden-Trip - rund 1600 Kilometer per Bus und Fähre hin und zurück - aufgrund einer ziemlich stressigen Saison kurzzeitig sogar auf der Kippe gestanden. "Jetzt sind wir natürlich froh, dass wir gefahren sind", sagt der 64-jährige Übungsleiter. "Das war erneut ein absolutes Highlight."

Dafür sorgten in erster Linie die jungen Freiberger Sportler selbst - allen voran Sebastian Grummt. Der 14-Jährige wurde im Weitsprung seiner Altersklasse Öresundsieger. Mit 5,29 m sicherte er sich die Goldmedaille - im allerletzten Versuch. "Er hat es sehr, sehr spannend gemacht", so Übungsleiter Anschütz schmunzelnd. Bis zum Finaldurchgang lag Grummt nicht einmal in den Medaillenrängen.

Am Ende avancierte der junge FPSV-Athlet, in dieser Saison bereits Regionalmeister im Mehrkampf sowie Sechster bei den Mitteldeutschen Meisterschaften über 300 m, sogar zum erfolgreichsten Sportler der ganzen Equipe. 39,04 m brachten Silber im Speerwurf, dazu kamen Platz 6 über 300 m in 41,30 s sowie Rang 8 im Kugelstoßen (9,24 m) - alles bei Starterfeldern zwischen 20 und 50 Aktiven.

Vier junge Damen des FPSV kehrten ebenfalls silbergeschmückt vom Ostseestrand zurück. Enna Opitz (11) lief über 600 Meter als Zweite ins Ziel und pulverisierte ihre Bestzeit (1:56,00 min), ihre gleichaltrige Teamkollegin Johanna Grämer sprintete über 60 Meter ebenso auf Rang 2 (8,72 s) wie Jessica Lehmann (13). Nach 8,29 s entschied das Zielfoto zu ihren Gunsten, nachdem sie über 200 Meter als Vierte (27,72 s) um zwei Tausendstel am Podest vorbeigeschrammt war. Lisa Börner schleuderte in der AK 19 den Speer auf 33,62 m, die ebenfalls Silber wert waren. Vom SSV steuerte Chantal Grimmer eine Silbermedaille bei, die über 60 m der AK 12 8,57 s lief. Jeweils mit Bronze geehrt wurden Samira Beyer (FPSV), die in der AK 17 über 400 Meter Dritte wurde (1:01,68 min), und die Brand-Erbisdorferin Franziska Berndt. Die 13-Jährige hatte mit 1,45 m im Hochsprung für die erste Medaille bei den dreitägigen Wettkämpfen gesorgt.

Dazu kommen 19 Platzierungen unter den ersten Acht sowie 30 persönliche Rekorde, rechnet Frank Anschütz, einer von vier FPSV-Übungsleitern in Schweden, vor. "Das ist eine sehr positive Bilanz." Auch Zeit für einen Stadtbummel in Helsingborg, mit 105.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Schonens, blieb. Einige Brand-Erbisdorfer hatten sich beim Strandspaziergang sogar in die 17 Grad "warme" Ostsee gewagt.

SSV-Trainer Jens Schlegel zeigte sich auch mit der sportlichen Ausbeute zufrieden, "da unsere Vorbereitung überhaupt nicht nach Plan verlief". Marlon Müller, der im Vorjahr dreimal Gold holte, habe verletzungsbedingt nicht an seine Leistungen anknüpfen können. Jetzt haben seine Schützlinge vier Wochen trainingsfrei und können richtig Ferien machen. "Das brauchen sie auch", so Schlegel. "Im Moment sind alle richtig kaputt." (mit fac)

www.fpsv.de, www.ssv91.de

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