Mit den Seilen an den Fjord

Die Saxon Kangoroos des SSV Brand-Erbisdorf nehmen in Oslo an der Rope-Skipping-Weltmeisterschaft teil. Zeit für eine Stadtbesichtigung bleibt dabei kaum.

Brand-Erbisdorf.

Am Dienstag ging die große Reise los. Die vier Schüler Jasmin Grüner, Tom Tropschuh, Leonie Kreher, Lena Böhme und Finja Witasek sowie Übungsleiter Steffen Böhme sind mit ihrem Arbeitsgerät, dem Springseil, im Gepäck den langen Weg nach Oslo angetreten, um dort an der Weltmeisterschaft im Rope-Skipping teilzunehmen. Zusammen vertreten sie dort den SSV Brand-Erbisdorf, der den Sport mit den Springseilen 2003 als eine eigene Abteilung aufgenommen hat.

Knapp 900 Mannschaften aus sechs verschiedenen Kontinenten werden in den kommenden Tagen im Oslofjord Convention Center vor Ort sein und um Medaillen kämpfen. Die sechs Brand-Erbisdorfer werden innerhalb von vier Tagen an neun verschiedenen Einzel- und Teamdisziplinen teilnehmen. "Wir wollen die Zeit dort genießen und so viele Erfahrungen wie möglich sammeln", erklärt Coach Jens Matthes das Ziel für die WM.

Verstecken müssen seine Schützlinge sich aber nicht, denn in den vergangenen Jahren konnten die Brand-Erbisdorfer auf der internationalen Bühne schon einige Erfolge verbuchen. Allein 2018 holten die Springseil-Virtuosen zahlreiche Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei Wettkämpfen in München, Prag und Beelitz. "Bei der anstehenden Weltmeisterschaft sind jetzt aber viel mehr Teilnehmer vor Ort, mit denen wir uns messen müssen. Da werden die Karten neu gemischt", sagt Matthes. In den vielen verschiedenen Disziplinen werden unter anderem Schnelligkeit und Ausdauer verlangt, um in einer bestimmten Zeit so viele Sprünge wie möglich zu schaffen. Aber auch Kraft und Kreativität sind gefragt, da einige Auftritte choreografiert werden müssen.

An diesen Vorführungen tüftelt der Sportlehrer des Bernhard-von-Cotta-Gymnasiums zusammen mit Steffen Böhme. Dieser ist ebenfalls Lehrer an der Oberschule Brand-Erbisdorf und wird nicht nur als Übungsleiter mit nach Oslo fahren, sondern auch selbst an den Wettkämpfen teilnehmen sowie als Punktrichter fungieren. "Wir werden alle Hände voll zu tun haben. Die Wettkämpfe gehen von morgens bis abends, da bleibt uns kaum Zeit die Stadt zu erkunden", sagt Matthes, aber der Sport stehe schließlich auch im Vordergrund.

Dafür wurde viel Zeit in das Training gesteckt. Bis zu viermal in der Woche nehmen die circa 40 Kinder und Jugendlichen im Verein die verschiedenen Seilarten zu Hand und üben fleißig in der Sporthalle des Bernhard-von-Cotta-Gymnasiums. 1998 legte Jens Matthes den Grundstein für die Sportart, in dem er sie als Arbeitsgemeinschaft in der Schule anbot. Fünf Jahre später etablierte sich die Sportart im Verein. In den vergangen 20 Jahren nahmen die Athleten an etlichen Wettkämpfen teil und begeisterten viele Menschen mit mittlerweile fast 300 Auftritten. Einzig eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft fehlt noch in der Vitrine. Das können sie in den kommenden Tagen ändern..

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