Mit Ex-Meister auf Augenhöhe

Die Handballer der HSG Freiberg haben sich im Trainingsspiel gegen Dukla Prag sehr gut aus der Affäre gezogen. Auf Seiten der HSG überzeugte dabei vor allem ein Prager.

Freiberg.

Jan Mojzis war in seinem Element. "Das hat richtig Spaß gemacht", blickt der athletische Kreisläufer der Freiberger Oberliga-Handballer auf das Duell gegen Dukla Prag am Dienstagabend in der Ernst-Grube-Halle. Körperlich sei es ordentlich zur Sache gegangen, vor allem am Kreis. "Aber stets fair", betont der Zwei-Meter-Hüne. Für ihn hatte das Trainingsspiel der HSG, das 26:36 (11:20) endete, zudem einen besonderen Stellenwert. "Prag ist meine Heimatstadt und Dukla unser traditionsreichstes Handballteam", so der 22-jährige Tscheche.

Gegen gegen den tschechischen Rekordmeister (32 nationale Meistertitel und drei Siege im Europacup der Landesmeister) spielen zu dürfen, sei eine Ehre, sagt Mojzis. "Dukla Prag ist eine Topadresse im tschechischen Handball." Und dabei konnte sich der Modellathlet auch sehr gut ins Szene setzen: Mojzis war neben Kapitän Eric Neumann (6 Tore) der beste Spieler bei der HSG. "Er wird immer besser", lobt Co-Trainer Andreas Tietze.

Mojzis/Neumann bildeten ein wahres Abwehrbollwerk und fanden sich auch im Angriff. Mojzis traf vom Kreis insgesamt viermal und sorgte mit dafür, dass die 2. Halbzeit der Partie komplett ausgeglichen verlief. Vor der Pause gab es viele Fehler und Unstimmigkeiten bei der HSG, die Dukla zu einfachen Kontertoren nutzte, so Co-Trainer Tietze. Die zweite Hälfte sei jedoch sehr überzeugend gewesen: "Die Jungs haben dort an die starken Leistungen der Hinrunde angeknüpft." 30Minuten spielte die HSG mit dem tschechischen Extraligisten auf Augenhöhe und zog sich mit dem 26:36 durchaus achtbar aus der Affäre. Das Ergebnis spielte ohnehin eine untergeordnete Rolle: Die Mannschaft sei während der Partie auch nicht über den Spielstand informiert gewesen, so Tietze. Nur auf der Bank wurden die Treffer mitgezählt.

Am Sonntag geht es aber auch wieder um das Resultat: 17 Uhr trifft die HSG in der Mitteldeutschen Oberliga auf den USV Halle. Das Team will dort weitermachen, "wo wir im alten Jahr aufgehört haben", sagt Jan Mojzis. Mit fünf Siegen in Folge hatte sich die HSG bis auf Platz4 der Tabelle vorgeworfen (19:11 Punkte). 22 Treffer steuerte Mojzis, der einen Vertrag bis zum Sommer hat, in den bisherigen 15Partien bei. "Wir versuchen auf jeden Fall, Jan zu halten", sagt HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. Der 108 Kilogramm schwere Kreisläufer, der 2017 vom Prager Vorortverein SK Kobylisy kam, sei ein ganz wichtiger Baustein des Teams. Ergänzend zum Handball wolle man ihm auch eine berufliche Perspektive in Freiberg bieten.

Aufgrund der Handball-WM (am Sonnabend spielt Deutschland gegen Brasilien) wird der 16. Spieltag komplett am Sonntag ausgetragen. Für die HSG-Verantwortlichen ist das kein Problem: ,,Ich hoffe, dass die Fans die Verlegung annehmen und uns auch sonntags den Rücken stärken", sagt Lange. Halle, obwohl als Elfter momentan auf einem Abstiegsplatz, sei ein attraktiver Gegner. "Wir haben uns immer sehr gute und spannende Spiele geliefert."

Allerdings gibt es noch ein kleines Fragezeichen: Die Ernst-Grube-Halle ist aufgrund der großen Schneelast kurzfristig gesperrt worden. Die Stadt will das Dach jedoch heute beräumen, um die geplanten Veranstaltungen am Wochenende zu gewährleisten.

Mitteldeutsche Oberliga 16.Spieltag - So., 17 Uhr: HSG Freiberg - USV Halle (Ernst-Grube-Halle)

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